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Basketball: Warum ist der MTV Kronberg so gut bei Drei-Punkte-Würfen?

Trotz vergleichsweiser geringer Mittel liegen die Basketballer des MTV Kronberg auf Kurs Klassenerhalt in der vierthöchsten Spielklasse. Der verlässliche Distanzwurf spielt dabei eine wichtige Rolle. Wir betreiben im Training Ursachenforschung.
Er wirft gerne von der Drei-Punkte-Linie, wie so mancher Kronberger: Jonathan Arnold. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Er wirft gerne von der Drei-Punkte-Linie, wie so mancher Kronberger: Jonathan Arnold.
Kronberg. 

Im amerikanischen Sportjargon gibt es einen Spruch, der bemüht wird, wenn man über ein Basketball-Team mit starken Distanzschützen spricht: „Live by the three, die by the three.“ Sinngemäß bedeutet dies, dass ein solches Team entweder mit seinen Drei-Punkte-Würfen zum Erfolg kommt oder aber aufgrund vieler Fehlwürfe untergeht.

Im Falle des Regionalligisten MTV Kronberg trifft in der Regel Ersteres zu – aktuell im Spielbetrieb, aber auch aus Tradition. In der 1. Regionalliga weist der Abstiegskandidat momentan sogar die beste Dreier-Statistik auf. „Kronberg ist auch überregional dafür bekannt, dass wir häufig werfen“, sagt Trainer Miljenko Crnjac, „im Schnitt schießen wir bestimmt 25 Mal von der Dreierlinie.“ Die ist in Deutschland (6,75 Meter) nicht ganz so weit vom Korb entfernt wie in der National Basketball Association/NBA (7,24 Meter). Für viele Basketballer ist ein solcher Treffer dennoch nur schwer zu meistern.

Wenn man sich die Entwicklung des Sports anschaut, dann liegt der MTV Kronberg mit dieser Spielanlage auf der Höhe der Zeit. Längst gehört der Vergangenheit an, das Mannschaftsspiel auf einen Hünen unter dem Korb zuzuschneiden. „Es hat sich überall geändert“, sagt Crnjac, „sowohl in der NBA als auch in Europa.“

Dreier gibt es seit 1979

Die NBA führte die Drei-Punkte-Linie 1979 ein, fünf Jahre später zog der Weltverband FIBA nach. Anfänglich wurde der weite Wurf für den Extra-Punkt noch als Zirkustrick belächelt, von Trainern der alten Schule als zu riskant abgetan. Doch im Laufe der Zeit feilten die Spieler an ihrer Wurftechnik, die Distanzschützen trafen immer konstanter und das Risiko wurde dadurch zunehmend geringer.

„Das beste Beispiel für einen guten Distanzwurf liefert für mich Ray Allen“, sagt Kronbergs Flügelspieler Jonathan Arnold, der selbst sehr sicher von draußen abschließt. Allen durfte dank seiner Zielsicherheit zwei NBA-Meistertitel mit den Boston Celtics und Miami Heat feiern und wurde schon zehnmal ins jährlich gewählte All-Star-Team berufen.

Einen Ray Allen haben sie in Kronberg nicht, dafür aber einige sehr solide Schützen. Neben Jonathan Arnold zählt zu diesen auch Yannick Schicktanz. Der Treffsicherste im Verein sei allerdings der Coach selbst, wie der Aufbauspieler verrät. „Er war als Aktiver ein guter Werfer und selbst heute kann kaum einer von uns im Training mit ihm mithalten“, schwärmt Schicktanz.

Treffsicherer Trainer

„Ja, das ist leider tatsächlich so“, bestätigt Crnjac schmunzelnd, „von Jahr zu Jahr werden da Wetten abgeschlossen, doch die Jungs können mich diesbezüglich noch nicht knacken. Ich werde demnächst wohl eine Pizzeria von dem Geld eröffnen, das sie mir schulden.“

Geld ist auch ein gutes Stichwort. Dieses ist beim MTV im Vergleich zu anderen Konkurrenten der 1. Regionalliga nicht in großen Mengen vorhanden. „Selbst Teams, die hinter uns liegen, haben einige Profis im Kader“, erklärt Crnjac. Auf den kommenden Gegner aus Schwenningen (Sonntag, 17.30 Uhr) trifft das ohnehin zu, schließlich zählen die „Panthers“ zu den Aufstiegsfavoriten. Solche Teams haben es auf dem Transfermarkt leichter, auch mal einen erfahrenen Innenspieler zu verpflichten. Einen solchen habe der MTV aktuell nicht, wie Crnjac berichtet, und auch deshalb werden so viele Würfe von draußen genommen.

Am besten fasst es allerdings Routinier Emil Matevski zusammen. „Wir treffen so viele Dreier, weil immer einer von uns draußen frei steht“, analysiert er mit einem schelmischen Grinsen, „wer frei steht und dann vergibt, der landet schnell auf der Bank. Also treffen wir lieber.“ Seinem Coach dürfte es recht sein, so lange die Mannschaft Punkte zum Klassenerhalt holt. Und solange ihm keiner seiner Schützlinge im internen Dreier-Contest das Wasser reicht.

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