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Handball: Wehrheim scheitert, Oberursel II jubelt

Von 300 Zuschauer wollen das entscheidende Spiel um den Sprung in die Bezirksliga A sehen. Trotz Niederlage bläst die SG Wehrheim/Obernhain kein Trübsal.
Der dreifache Torschütze Timo Terkowsky (SG Wehrheim/Obernhain) steigt hoch, links Jan Feuerstein (TuS Nordenstadt). Bilder > Foto: Gerhard Strohmann Der dreifache Torschütze Timo Terkowsky (SG Wehrheim/Obernhain) steigt hoch, links Jan Feuerstein (TuS Nordenstadt).
Wehrheim. 

Die Handballer der SG Wehrheim/Obernhain sind dafür bekannt, dass sie viele Zuschauer zu ihren Spielen begrüßen können. Was sich am Samstagabend in der Sporthalle der Limesschule abspielte, hat es aber lange nicht mehr gegeben. 300 Zuschauern drängten sich in die Halle. Allerdings gab es auch einen außerordentlichen Anlass. Im Rückspiel zwischen Gruppenzweiten der Bezirksliga B, der SG Wehrheim/Obernhain und der TuS Nordenstadt ging es um Sekt oder Selters.

Um es vorweg zu nehmen: Nordenstadt steigt nach den beiden Gruppensiegern MSG Schwarzbach und TG Sachsenhausen als drittes Team verdientermaßen auf, weil die Wiesbadener Vorstädter nach dem 30:26 im Hinspiel auch das Rückspiel für sich entscheiden konnten (24:26). Dennoch wollte Marcel Heid, der mit Sebastian Wagner die SG trainiert, nach einer insgesamt sehr positiv verlaufenen Saison kein Trübsal blasen. „In beiden Spielen hat die Routine des Gegners schon eine Rolle gespielt“, sagte Heid, der selbst für die TSG Oberursel spielt, „aber unsere junge Mannschaft hat nicht enttäuscht. Wir nehmen in der nächsten Saison einen neuen Anlauf.“ Was ihm und den Spielern im Gedächtnis bliebe, sei die überragende Atmosphäre während dieses letzten Saisonspiels.

Der Beifall war das erste Mal nach 80 Sekunden aufgebrandet, als Tim Terkowsky per Tempogegenstoß das 1:0 für Wehrheim/Obernhain erzielt hatte. Es sollte die einzige Führung für die Gastgeber bleiben, die ja vier Tore hätten aufholen müssen. Nordenstadt, trainiert vom früheren Oberliga-Coach Norbert Schleith, zog aber sogleich auf 3:1 davon. Fortan waren öfters die rund 100 Fans der Gäste zu hören, wobei die Anhänger der SG nicht müde wurden, ihre Lieblinge anzufeuern. Bei Wehrheim/Obernhain waren bei allem Einsatz Probleme in der Abwehr nicht zu übersehen, mehrere Treffer wurden kassiert, die einfach zu vermeiden gewesen wären. Demgegenüber tat sich die SG im Angriff schwer gegen die robuste Deckung der Nordenstädter, überragender Torwart inklusive.

Zur Pause lag die SG mit 12:14 hinten, ein „kleines Wunder“ war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen. Nach dem Wechsel wurde es dann zeitweilig etwas hektischer, aber auch härter, wobei SG-Spieler Florian Diehl nach einem groben Foul vom Schiedsrichtergespann Herzog/Kleinböhl die Rote Karte sah. Am Spielverlauf änderte sich nichts. Die SG hielt weiter den Anschluss, konnte aber nicht aufschließen. Auch nicht nach der Umstellung auf doppelte Manndeckung (15:19, 45.). Licht wechselte weiterhin mit Schatten, so dass die Gäste-Fans in den letzten Minuten schon damit beginnen konnten, den Aufstieg zu feiern. Die SG gab sich als fairer Verlierer und gratulierte dem Gegner. Gerne vernahm man das Lob eines Nordenstädter Betreuers, bevor dieser zur Aufstiegsfeier die Halle verließ: „Ihr seid ein gut geführter Verein, das hat mir gefallen, macht weiter so.“

SG Wehrheim/Obernhain: Wagner, Trousin, Butsch (5), Florian Diehl, Terkowsky, Goslar (je 3), Ernst (3/2), Velte, Bonin (je 2). Dawid, Schmidt, Faust (je 1), Pierags, Jonas Diehl.

Oberursel reicht ein 21:21

Die Handballerinnen der TSG Oberursel II haben es geschafft: Sie spielen in der kommenden Saison in der Handball-Landesliga Mitte. Nach dem 24:19-Sieg im Hinspiel reichte bei der HSG Mörlen vor 250 Zuschauern ein 21:21, um das Ziel zu erreichen.

Mit der Unterstützung der Fans in Nieder-Mörlen war der Gegner im Rückspiel stärker, doch die TSGO mobilisierte nach der langen Runde noch einmal alle Kräfte. „Wir wussten, dass wir noch einmal alles geben mussten“, sagte Trainerin Kathrin Nüchter. Bei Oberursel zeigten diesmal Karina Limbacher und Tina Knoblauch, wie wichtig sie für die Mannschaft sind. Und bevor die TSGO mit einem 10:9 in die Pause ging, hielt Torfrau Sabrina Neuner mehrere schwere Würfe.

Nach dem Wechsel kam Oberursels Oberliga-Reserve schlecht aus den Startlöchern, ging fünf Minuten leer aus. Jetzt hätte es kippen können, Mörlen legte ein 12:10 vor. Drei Tore fehlten nur noch zum Gleichstand beider Ergebnisse. Doch die TSGO fing sich schnell wieder und drehte den Spieß zum 13:12 um. Mörlen konterte prompt, konnte sich aber nicht mehr absetzen. Die Gäste bewiesen kämpferische Qualitäten, die Abwehr wurde immer stärker. Es glänzten vor allem Josi Kahlstatt und Elfi von der Wehl-Ohrdorf im Mittelblock.

„Unser Dank gilt den mitgereisten Fans, vor allem der 1. Frauenmannschaft, die uns unterstützte“, freute sich Nüchter. Der Verein ist damit in den beiden höchsten hessischen Spielklassen mit Damenteams vertreten – das bietet den jungen Spielerinnen beste Chancen, sich weiterzuentwickeln.

Spielfilm: 3:2 (10.), 6:7 (10.), 9:10 (30.), 12:13 (30.), 16:16 (50.), 21:21 (60.).

TSG Oberursel II: Gogolin, Neuner, Limbacher (8/2), Knoblauch (5/1), Stahl (3), Ried, Specht (je 2), Hofmann (1), Kramp, Pfeffer, Brandscheid, von der Wehl, Kahlstatt, Heydeck.

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