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Fußball: Wenn Ambitionen auf Traditionen treffen

Wann hat es das zuletzt gegeben? Die „Nullfünfer“ an der Tabellenspitze. Einige Zuschauer, die am Mittwochabend in Friedrichsdorf waren, haben dieses Gefühl in ihrer aktiven Laufbahn an der Sandelmühle erlebt.
Vor 20 Jahren als Spieler Landesliga-Meister, jüngst als Trainer KOL-Spitzenreiter: Ralf Haub (SpVgg Bad Homburg). Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Vor 20 Jahren als Spieler Landesliga-Meister, jüngst als Trainer KOL-Spitzenreiter: Ralf Haub (SpVgg Bad Homburg).
Friedrichsdorf. 

In der Chronologie der Ereignisse ist ein Rhythmus zu erkennen. Vor rund 20 Jahren war die Spielvereinigung 05 Bad Homburg als Meister der Landesliga Hessen-Süd in die Hessenliga aufgestiegen. Der heutige Trainer Ralf Haub war mit seinen Toren damals maßgeblich beteiligt. Vor knapp zehn Jahren nach der Saison 2008/09 stiegen die Homburger mit den Urgesteinen Stephan Häuser als Trainer und Michael „Larry“ Schlosser als Betreuer über die Relegation in die Gruppenliga auf.

In der Gegenwart erlebten die Anhänger der „Nullfünfer“ nun ein Hochgefühl, das zumindest an jene Erfolge von vor einem und vor zwei Jahrzehnten erinnerte: Entgegen allen Erwartungen trat die Mannschaft am Mittwochabend als Tabellenführer der Fußball-Kreisoberliga bei den Sportfreunden Friedrichsdorf an, dem eindeutigen Meisterschaftsfavoriten. Abteilungsleiter Manfred Purz sagte vor dem Anpfiff zur ungewohnten Tabellensituation: „Wir freuen uns auf das Spiel als derzeitige Nummer eins. Aber ich sehe die Sportfreunde am Ende ganz vorne, auch wenn sie einen schlechten Start hatten. Hoffentlich platzt der Knoten bei denen nicht gerade heute.“

Vom „geplatzten Knoten“ konnte nach dem Spiel trotz 2:1-Sieges der Gastgeber zwar nicht die Rede sein. Es war aber im vierten Spiel immerhin der erste Dreier für den wegen seiner hochkarätigen Neuzugänge haushohen Favoriten. Richtig überzeugen konnte das Team aber noch nicht. „Die ganze Erfahrung und Qualität meiner Spieler war gehemmt, weil die Psyche noch nicht mitspielt“, meinte Trainer Enis Dzihic, „die Bürde des Favoriten wiegt doch schwerer, als gedacht. Vielleicht hilft der Sieg, der nicht überragend war, dass sich die Blockade in den Köpfen löst.“

Als in der 30. Minute Tormann Marco Häfner wegen einer Schulterverletzung raus musste und dafür Abwehrspieler Vincenzo Carotenuto mangels Ersatztorhüters zwischen die Pfosten, sah es nicht gut aus für die Gäste, die zu diesem Zeitpunkt schon 0:2 hinten lagen. Aber „Enzo“, wie der 32-Jährige genannt wird, hielt seinen Kasten sauber. Allzu viel zu tun hatte er aber auch nicht. Bei einem Pfostenschuss von Ali Razai (70.) benötigte er eine Portion Glück.

„Ich bin stolz auf eine gute Leistung des gesamten Teams“, lobte Homburgs Trainer Haub. „Wir haben uns vom Ausfall unseres Tormanns nicht schocken lassen und nach dem 0:2 nicht aufgesteckt.“

Die überdurchschnittliche Zuschauerzahl, es waren rund 250, zeigt, dass Interesse geweckt wird, wenn ein ambitionierter Verein (wie die Sportfreunde) auf Tradition (wie die Nullfünfer) trifft. Neben der „Fußballprominenz“ aus anderen Clubs waren auch altgediente Bad Homburger Spieler wie Hermann Kranz, Gilbert Mirtillo oder Hans Hild im Sportpark.

Einer, dessen fußballerische Vergangenheit nicht ganz so weit zurückliegt, war extra aus Berlin angereist – „wegen des Spiels und des Laternenfestes“, wie er sagte. Richard Stryczek, der mehr als 20 Jahre das Trikot der Nullfünfer trug und Kapitän war, zeigte sich überrascht von der Leistung seines früheren Teams. „Ich bin erstaunt, dass die Nullfünfer das Spiel ausgeglichen gestalten konnten. Nur durch zwei Standards verloren sie etwas unglücklich. Ich bin nicht mehr als Fußballer aktiv, aber heute hat es mich schon in den Füßen gejuckt.“

Auch Maziar Namavizadeh, früher Stürmer beim TSV Vatanspor, war unter den Zuschauern. Der 24-Jährige, der gerade seinen Vertrag beim Regionalligisten FSV Frankfurt aufgelöst hat, hatte seine Basecap tief ins Gesicht gezogen. Der bereits gemeldete Wechsel zu Oberligist Eintracht Trier sei noch nicht perfekt, sagte er auf Nachfrage. Er wird doch nicht etwa. . . Namhafte Spieler laufen ja schon einige für die Sportfreunde auf. Doch Namavizadeh und auch Sponsor Holger Krieg winkten ab. Unmöglich erscheint derzeit trotzdem nichts in Friedrichsdorf.

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