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A-Jugend der JSG Köppern: Werben fürs gemeinsame Label

Noch treten sie in einer Spielgemeinschaft an. Bald kicken Nachwuchsfußballer aus fünf Friedrichsdorfer Clubs unter dem Dach eines Jugendfördervereins. Das Aushängeschild, die A-Jugend, forderte nun im Pokal einen prominenten Gast heraus.
Trainer Sebastian Wagner (links) und Jugendleiter Stefan Rensinghoff (rechts) können stolz sein, was die A-Jugend der JSG Köppern in dieser Saison leistet. Trainer Sebastian Wagner (links) und Jugendleiter Stefan Rensinghoff (rechts) können stolz sein, was die A-Jugend der JSG Köppern in dieser Saison leistet.
Köppern. 

So kurios es klingen mag, aber vor dem Viertelfinale im U-19-Hessenpokal war gar nicht genau klar, wer den favorisierten Hessenliga-Nachwuchs der Offenbacher Kickers genau herausfordert. Für leichte Irritationen sorgte der Umstand, dass die Partie mal als ein Jahreshöhepunkt für die JSG Köppern und mal als das Topspiel der JSG Friedrichsdorf beworben wurde. Sebastian Wagner, A-Jugend-Cheftrainer bei der Jugendspielgemeinschaft, leistet gerne Aufklärungsarbeit. Der offizielle Name müsse JSG Köppern lauten, was jedoch mit der Bürokratie des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) zu tun habe und nicht mit dem mehrheitlichen Willen der Stammvereine. Intern nutze man den Namen JSG Friedrichsdorf. Schließlich sollen die Mannschaften in der nächsten Spielzeit auch unter dem Dach des neuen Jugendfördervereins (JFV) Friedrichsdorf starten.

Verbesserte Kooperation

Sowohl vor als auch nach der knappen Entscheidung pro Gründung eines JFV, der sich aus den Jugendabteilungen der fünf Friedrichsdorfer Vereine zusammensetzt, die Fußball anbieten, gab es Fürsprecher und Skeptiker, auch innerhalb der Clubs. Während Teutonia Köpperns Vize-Spielausschussvorsitzender Werner Steuer das Projekt anfangs beispielsweise mit Skepsis beäugte (die TZ berichtete), ist sich Teutonia-Jugendleiter Stefan Rensinghoff sicher, „die erfolgreiche Kooperation aller Friedrichsdorfer Fußballvereine unter dem gemeinsamen Dach des JFV in der neuen Saison fortführen zu können“.

Sebastian Wagner teilt diese Ansicht: „Die Kooperation hat sich enorm verbessert. Die Vereine und Jugendleiter haben die Vorteile der Zusammenarbeit erkannt“, berichtet der A-Jugend-Trainer, der auch als sportlicher Koordinator der JSG fungiert. Man könne nun „besser auf das gemeinsame Ziel, den Friedrichsdorfer Fußball zu stärken, hinarbeiten“.

Wagner, kürzlich vom HFV zu einem der „Ehrenamtler des Jahres“ gekürt, ist bereits seit 2008 im Jugendbereich des TV Burgholzhausen tätig, seit 2013 leitet er diesen. Im Vorjahr stieß er zur JSG, in der außer seinem Verein und der Teutonia noch der FSV und die Sportfreunde Friedrichsdorf sowie der SV Seulberg organisiert sind.

Zu seinen Jugendleiter-Kollegen pflege er gute Beziehungen, ein Konkurrenzdenken gebe es nicht – auch nicht bei seinen Jugendspielern, die Mitglieder in ihren Stammvereinen bleiben. „Die Jungs sind über Jahre befreundet, gehen in dieselben Klassen, da rückt die Vereinszugehörigkeit völlig in den Hintergrund“, sagt Wagner. Rivalitäten unter den Spielern seien nie ein Thema. Vom aktuellen A-Jugend-Jahrgang werde die Teutonia am meisten profitieren. Sie stellt die meisten Spieler. Aber auch die anderen Vereine „können aus der diesjährigen A-Jugend profitieren“. Wagner prognostiziert eine „Stärkung des Unterbaus für Friedrichsdorfer Vereine“ und meint damit vor allem die 2. Mannschaften.

Zu den kritischen Stimmen ob der JFV-Gründung vertritt Wagner eine klare Haltung. „Ich denke, es geht um berechtigte vereinspolitische Themen. Eine unterschwellige Angst, die eigene Jugend an einen anderen Verein abzugeben. Das passiert aber faktisch nicht.“

Spieler kontra Skeptiker

Auf dem Papier sehe es immer schön aus, als Verein seine eigene Jugend zu melden, meint der Burgholzhausener, gibt aber gleichzeitig zu bedenken, dass dabei die Förderung der Spieler manchmal auf der Strecke bleibe. Am Ende seien es auch jene Stimmen der Spieler gewesen, die bei der Abstimmung für oder gegen einen Jugendförderverein viele Skeptiker überzeugten.

Sportlich jedenfalls läuft es nach Plan für die A-Jugend der JSG Köppern. In der Kreisliga Hochtaunus grüßt man von der Tabellenspitze. Im Hessenpokal schaltete das Team in Runde eins sogar mit einem 4:1-Erfolg die Verbandsliga-Jugend des FV Biebrich aus. In Runde drei blieb nun aber die nächste Überraschung aus. Der Favorit aus Offenbach setzte sich nach „Doppelpacks“ von Marco Ferukoski (25., 36.), Mirco Geisler (34., 48.) und Edmond Latifi (65., 89.) mit 6:0 standesgemäß durch.

Für Trainer Wagner war es vor rund 80 Zuschauern am Nikolausabend auf dem Köpperner Kunstrasen vor allem darum gegangen, „aus den Kleinigkeiten etwas mitzunehmen“. So spielte die JSG sich mehrere Torchancen gegen den übermächtigen Gegner heraus, die Omar Elawi (23.) und Robin Pflüger (59., 85.) aus aussichtsreichen Positionen letztlich nicht nutzen konnten. Auf der Gegenseite bewahrte JSG-Keeper Felix Schirmer sein Team mit starken Reflexen vor einer deutlicheren Niederlage.

Nach Schlusspfiff war sich Sebastian Wagner dennoch sicher, dass seine Mannschaft, „die aktuelle Speerspitze der JSG“, trotz des Ergebnisses wieder gute Werbung für den Friedrichsdorfer Jugendfußball betrieben habe. Jener Jugendfußball, der ab der kommenden Spielzeit unter dem gemeinsamen Label „JFV Friedrichsdorf“ die Stadt und ihre Stammvereine würdig vertreten soll.

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