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Äthiopier läuft der Konkurrenz davon: 19. Höchster Kreisstadtlauf: Neuer Streckenrekord

Von Einen neuen Streckenrekord und viele fröhliche Gesichter gab es bei der 19. Auflage des HK-Kreisstadt-Laufs zu sehen. Von den 1400 gemeldeten Teilnehmern war mit Tilahun Babsa ein Flüchtling aus Äthiopien der mit Abstand schnellste Läufer.
Tilahun Babsa (im Bild mit der Startnummer #1219) geht beim 19. Kreisstadtlauf als Erster ins Ziel! Bilder > Foto: Hans Nietner Tilahun Babsa (im Bild mit der Startnummer #1219) geht beim 19. Kreisstadtlauf als Erster ins Ziel!
Höchst/Hofheim. 

In seinem strahlend neongelben Laufshirt und den gleichfarbigen Schuhen war der 20-jährige Afrikaner die Erscheinung beim diesjährigen Leberecht-Lauf. Schon nach einem Kilometer – auf dem Weg über die Zeilsheimer Straße, an den Krifteler Erdbeerfeldern vorbei – hatte Tilahun Babsa, der vor eineinhalb Jahren über das Mittelmeer aus dem Nordosten Afrikas nach Hessen geflohen war, seine deutschen Mitfavoriten distanziert. Der spätere Zweitplatzierte und Vereinskamerad von Babsa bei Spiridon Frankfurt, Jens Wittig, sowie der drittplatzierte Hochheimer Tim Lipecki fühlten sich in der zehnköpfigen Verfolgergruppe nicht wie ernsthafte Konkurrenten, sondern eher wie Mitläufer.

Auch Maximilian Irle, der zu diesem frühen Zeitpunkt bei seiner HK-Lauf-Premiere „nur“ knappe 200 Meter Rückstand auf den Äthiopier hatte, war chancenlos. Am Ende lagen mit 5 Minuten und 16 Sekunden Welten zwischen dem Sieger und dem Viertplatzierten. Der Kreisstadt-Lauf-Neuling aus Liederbach durfte sich im Ziel am Höchster Schloßplatz aber doch über seine Zeit von 36:02 Minuten freuen.

„Sehr happy“

„Ich bin sehr happy“, meinte Sieger Babsa nach seinem einsamen Zieleinlauf. „Das Wetter war sehr gut für mich, und ich wurde von meinem Trainer ab Kilometer acht gut unterstützt“. Kurt Stenzel, der bei Spiridon Frankfurt die Leistungsgruppe trainiert und sich Babsa nach dessen Flucht angenommen hat, fiel es selbst auf dem Fahrrad nicht leicht zu folgen. Und das, obwohl die 10 Kilometer von Hofheim nach Höchst nicht als sonderlich hügelige Strecke gelten. Im Ziel konnte der Trainer seinem Schützling dann zu dessen Zeit von 30:45 Minuten gratulieren. Obwohl die 10 Kilometer nicht seine Spezial-Distanz sind, pulverisierte der Äthiopier den Streckenrekord von Frank Kayele aus dem Jahr 1999. Bei der Kreisstadt-Lauf-Premiere vor 18 Jahren war der damalige Sieger in 31:28 Minuten ins Ziel gekommen. Babsa war da gerade einmal zwei Jahre alt. Seine Bestzeiten aus Äthiopien sind laut Stenzel nicht überliefert. In Deutschland sei Babsa die 10 Kilometer aber schon in 30:21 Minuten gelaufen.

Bilderstrecke Geschafft! Die Kreisstadt-Läufer an der Zielgeraden
Abgekämpft und glücklich: Den Teilnehmern des Höchster Kreisstadt-Laufs steht die sportliche Anstrengung ins Gesicht geschrieben - aber auch die Leidenschaft am Laufen. Unser Fotograf Marcel Lorenz hat sich mit seiner Kamera an die Zielgerade gestellt und die Helden des Sportspektakels im Moment ihres großen Erfolgs abgelichtet. <b>Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie!</b>10km Lauf - Startnummer #263 Barbara Schwefer (Team Eschathlon)10km Lauf - Startnummer #829 Benedikt Noll (Friedrich-Dessauer-Gymnasium)

In diese Sphären konnten und können die anderen Platzierten des HK-Laufs nicht vorstoßen. Jens Wittig leistete gemeinsam mit Lipecki vor Irle und dem Schwanheimer Christian Frankenbach, sowie Jan Parnitzke, Michael Harsch, Mario Bolz, Andreas Schlütter und dem Hattersheimer Paolo De Benedictis die meiste Führungsarbeit. „Deswegen haben wir uns den zweiten und dritten Platz verdient“, meinte der M40-Läufer aus Frankfurt. Die ersten drei Kilometer bis vor den Ortseingang von Zeilsheim lief Wittig noch hinter Lipecki her, ehe er sich durch Alt-Zeilsheim und in den Feldern Richtung Höchst, an seinen einzigen Konkurrenten um Platz zwei heran arbeitete.

Hände zum Himmel: Tilahun Babsa
19. Kreisstadtlauf Tilahun Babsa: Der gelbe Blitz

Dass Tilahun Babsa ein außergewöhnlicher Läufer ist, zeigte er schon auf den ersten Metern des diesjährigen Kreisstadt-Laufs. „Er war schon nach dem Start mit 15 Metern Vorsprung weg“, berichtete der beste heimische Läufer Tim Lipecki.

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Auf den letzten beiden Kilometern durch den Industriepark Hoechst wechselte die Führung zwischen Wittig und Lipecki ständig. Erst am Mainufer setzte sich der zweite Sieger ab. „Mit meiner Zeit von 35:46 Minuten bin ich sehr zufrieden“, meinte der Spiridon-Läufer, „Tim und ich sind lange zusammengelaufen, am Ende musste ich dann aber doch davonziehen, sonst wäre ich nicht unter 36 Minuten geblieben“. Tatsächlich gelang aber nicht nur Wittig, sondern auch Lipecki dieses Kunststück. Während der Zweitpatzierte 2015 noch als Fünfter abgeschlossen hatte, durfte er sich in diesem Jahr über seine „ beste Platzierung“ freuen. „Und das obwohl ich vor vier Tagen erst in Geisenheim Hessische Meisterschaften auf kürzeren Strecken gelaufen bin. Das hat mir schon noch in den Knochen gesteckt“.

Lipecki ist zufrieden

Auch Lipecki, der zehn Sekunden nach Wittig ins Ziel eingelaufen war, konnte sich von der jubelnde Fangemeinde feiern lassen. Immerhin war er als Drittplatzierter der beste Läufer aus dem hiesigen Kreis. „Ich hätte eigentlich sogar früher mit einem Einbruch gerechnet“, dachte der Hochheimer an die Phase, in der er als Zweiter des Klassements auf dem Weg nach Zeilsheim ständig im Wind gelaufen war. Dass er auf dem Kopfsteinpflaster am Höchster Mainufer ab Kilometer neun von Wittig überrannt wurde, störte Lipecki schon kurz nach dem Zieleinlauf nicht mehr. „Ich hatte eigentlich sogar größere Sorge, dass unser junger Mitläufer sich von seinem hohen Anfangstempo erholt und uns am Ende noch kassiert“, sprach der Routinier über die starke Leistung von Maximilian Irle. Während das HK-Lauf-Urgestein seine „Lieblingsstrecke“ in 35:56 Minuten absolviert hatte, durfte sich sein junger Konkurrent über eine Laufleistung von 36:02 Minuten freuen. Nachdem er den Anstieg auf der Elisabethenstraße „eigentlich entspannt“ angegangen war und trotzdem als einziger Verfolger von Babsa auf der Zeilsheimer Straße und an den Erdbeerfeldern entdeckt werden konnte, musste der Sportstudent seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Fünf Kilometer später versuchte Irle am Tor Nord im Höchster Industriepark zwar an seinen erfahreneren Mitläufern dranzubleiben. Er konnte Lipecki und vor allem Wittig aber nicht mehr folgen.

Bilderstrecke Sport-Event mit Tradition: 19. Höchster Kreisstadt-Lauf
Jährlich gehen an Himmelfahrt zahlreiche Läufer und Läuferinnen zu einem der größten 10-Kilometer-Läufe Hessens an den Start - für einen guten Zweck. <B>Wir haben die Fotos!</b>19. KreisstadtlaufStartnummervergabe

Auch Irina Haub war um 10 Uhr von FNP-Chefredakteur Joachim Braun per Startschuss auf die Strecke geschickt worden und durfte knappe 40 Minuten später ihren ersten Sieg beim Leberecht-Lauf feiern. Bei den vorherigen drei Teilnahmen war sie jeweils hinter ihren afrikanischen Konkurrentinnen auf Rang zwei über die Ziellinie gelaufen. Nun reichte es in 39:42 Minuten zum großen Wurf. Vor Viktorija Jefimova vom OCR Frankfurt (43:06) triumphierte Haub mit 3:24 Minuten Vorsprung deutlich. „Es war ein bisschen heiß, sonst war es aber wie immer schön“, lobte die Gewinnerin die Traditionsveranstaltung.

Bester heimischer Starter: der Hochheimer Tim Lipecki. Bild-Zoom Foto: Marcel Lorenz
Bester heimischer Starter: der Hochheimer Tim Lipecki.
Nicht nur die schnellsten Männer und Frauen durften sich am Höchster Mainufer und auf Schlossplatz und -hof als Gewinner fühlen. Alle 1126 Finisher bei den Läufern und auch die 161 Walker hatten den sonnigen Feiertag genutzt, um sich sportlich zu betätigen. Alle Sportler die ihren inneren Schweinehund überwunden oder eine neue Bestzeit gelaufen hatten, wurden durch einem gemeinsamen Gedanken geeint. Der Einsatz zugunsten der Stiftung Leberecht, die sich seit Jahrzehnten für körperlich und geistig behinderte Kinder einsetzt, war die größte Motivationsquelle.

Dank an die Helfer

So kamen über 21 000 Euro für diesen guten Zweck zusammen. Der Dank des Veranstalters um HK-Redaktionsleiter Kajo Schmidt galt wieder einmal den Menschen, die den Kreisstadt-Lauf so einzigartig machen. „Die zahlreichen Helfer und die großzügigen und treuen Sponsoren machen unseren Lauf so besonders“, meinte Schmidt. Auch im Jahr vor dem 20. Jubiläum war die Veranstaltung erneut reibungslos abgelaufen. Dafür galt der Dank nicht nur den bestens gelaunten Sportlern oder dem Wettergott, sondern vor allem den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die den Kleidertransport genauso gut organisierten wie die Ausgabe der Startnummern oder den Verkauf von Speisen und Getränken.

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Im vorderen Feld als 18. kam Daniel Roth nach 38:34 Minuten über die Ziellinie am Schlossplatz gelaufen und hatte dabei einen auffällig grünen Dress an. Unter dem eigenen Teamnamen „beVegt“ liefen seine Freundin und er schon zum wiederholten Mal beim Kreisstadt-Lauf mit.

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Zufriedene Gesichter gab es bei Sportlern, Sponsoren und Veranstalter.
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Im Grunde gibt es nur Sieger beim Kreisstadt-Lauf, denn jeder, der die 10 Kilometer gelaufen oder gewalkt ist, hat einen persönlichen Erfolg errungen. Aber wenn es bei der großen Läufer-Party auf ein Uhr zugeht, dann steigt noch einmal die Spannung.

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Anfeuern ist Pflicht, und das geht beim Kreisstadt-Lauf nirgends besser als auf der Brücke über die Zeilsheimer Straße

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Weil Kurt Stenzel seinen Schützling Tilahun Babsa erst wenige Stunden vor dem 19. HK-Lauf nachgemeldet hatte, bestand lange die Hoffnung auf einen Sieger aus dem Main-Taunus-Kreis.

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