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FC Eddersheim: „Erfolgreicher geht’s eigentlich nicht“

Von Mit Unterbrechungen war Erich Rodler schon eine ganze Dekade lang für den FC Eddersheim als Trainer, Sportlicher Leiter und Vorstandsmitglied tätig. Was sich nun in der Saison 2017/18 bei den Fußballern an der Staustufe abspielte, beschreibt der 53-Jährige als „außergewöhnlich“ oder sogar „unheimlich“.
Trainer Rouven Leopold umarmt nach dem Titelgewinn seinen Kapitän Niklas Rottenau. Foto: Marcel Lorenz Trainer Rouven Leopold umarmt nach dem Titelgewinn seinen Kapitän Niklas Rottenau.
Eddersheim. 

„Unsere erste Mannschaft ist das Aushängeschild“, betont Rodler, der aktuell gemeinsam mit Christian Neubauer die Sportliche Leitung des FCE bildet. Die Meisterschaft in der Verbandsliga Mitte und die Rückkehr in die Hessenliga nach fünf Jahren sei in Eddersheim ab er nur die Spitze des Eisbergs: „Mindestens genauso wichtig ist uns zum Beispiel die Zweite Mannschaft“, betont Rodler. „Die hat in der Gruppenliga ohne finanzielle Entschädigung sicher die Klasse gehalten. Und das in einer Liga, wo erste Mannschaften mit wesentlich höheren Etats spielen.“

Auch die Dritte ist Meister

Dass die Dritte Mannschaft als souveräner Meister der C-Liga, und damit 2018/19 B-Ligist sein wird, erfüllt Rodler genauso mit Stolz, wie die drei Meisterschaften der FCE-Jugendteams. „Unser Unterbau ist sehr wichtig“, betont der Sportliche Leiter, „deswegen ist es toll, dass die A- und die B-Jugend nach ihren Gruppenliga-Meisterschaften in der kommenden Saison Verbandsliga spielen. Abgerundet wird das Ausnahme-Jahr beim FCE mit der Meisterschaft der D-Junioren, die in die Kreisliga aufstiegen. „Erfolgreicher geht’s eigentlich nicht“, sagt Rodler. Er selbst stellt seine Arbeit als Sportlicher Leiter und Kaderplaner der ersten Mannschaft hinten an. „Im Vergleich zum Präsidenten Günther Fuchs, der es geschafft hat, dass 2019 der Bau unserer neuen Umkleidekabinen beginnt, dem zweiten Vorsitzenden Andre Erle, der sich mit Kassierer Markus Nau ums Finanzielle kümmert oder unseres Sponsors Uwe Hoffmann bin ich ein kleines Licht“, stellt Rodler klar. Der Erfolg in Eddersheim habe so viele Väter, dass es sowieso schwer sei, alle Namen zu nennen und allem Einsatz, der von jedem Einzelnen gebracht wird, entsprechend zu würdigen. „Unseren Verein zeichnet es einfach aus, dass sich viele Leute engagieren und ehrenamtlich ihr letztes Hemd für den FC Eddersheim geben.“ So habe der Bauausschuss alleine zehn Mitglieder oder der Vergnügungsausschuss 20 Leute, die sich engagieren.

Dieser besondere Geist, der an der Staustufe schon seit Jahren herrscht, steckte auch Rouven Leopold und seine Mannschaft an. Nachdem der ehemalige Eschborner im Winter 2016/17 an die Staustufe kam und gefühlt im ersten, halben Jahr zunächst Lehrgeld bezahlte und die Runde als Achter abschloss, zogen das Trainerteam und auch die Mannschaft die richtigen Schlüsse. Nur weil auch die Sportliche Leitung an den richtigen Stellschrauben drehte und eine Achse auf die Beine stellte, die ihres Gleichen sucht, konnte die erste Verbandsliga-Meisterschaft der Vereinsgeschichte klargemacht werden. Angefangen bei den Neuzugängen Pero Miletic im Tor und Patrick Hilser als Aggressiv-Leader defensiv vor der Abwehr, weiter über den ehemaligen Bruder-Leichtfuß Niklas Rottenau, der von Leopold zum Jung-Kapitän ernannt wurde und nicht nur mit guten Leistungen, sondern auch als Vorbild mit Einsatz und Willen auf und neben dem Platz voranging, bis hin zu Turgay Akbulut, der mit 52 Treffern in einer Saison eine neue Bestmarke – gefühlt für die Ewigkeit – aufstellte. „Ein Puzzleteil hat plötzlich einfach zum anderen gepasst“, beschreibt Rodler den aufgegangenen Entwicklungsplan und die Entstehung einer Top-Mannschaft. „Wir haben schon früher die meisten Tore in der Liga geschossen. Nun haben aber auch alle defensiv gedacht und wir haben mit nur 26 Gegentreffern die wenigsten kassiert.“ Dabei sah es zu Saisonbeginn gar nicht gut aus. Nach dem 1:1 in Biebrich und vor allem dem 0:2 in Dietkirchen, das gleich mit drei Eddersheimer Platzverweisen einherging, standen Leopold und seine Schützlinge mit dem Rücken zur Wand. „Die Reaktion darauf war das 6:2 gegen Dorndorf und ab diesem Zeitpunkt gab es keine Rückschläge mehr“, erinnert sich Rodler. Keines der folgenden 29 Spiele verlieren die Eddersheimer und erreichen einen sagenhaften Punkteschnitt von 2,73 Zählern pro Spiel. Die Verfolger SF/BG Marburg und FSV Fernwald können nicht folgen, so dass der FCE schon drei Spieltage vor Schluss die Meisterschaft feiern darf. „Wir haben auch schon seit dem Winter unsere Fühler ausgestreckt, um die Mannschaft für die kommende Saison zusammenzustellen“, verrät Rodler. Mit viel Geschwindigkeit auf den Außenbahnen und noch mehr Qualität im Kollektiv möchte das beste Main-Taunus-Team und der einzige Hessenligist im Großraum Frankfurt die Liga 2018/19 aufmischen. „Dafür mussten wir auch einige unpopuläre Entscheidungen treffen und uns von Spielern trennen, die gerne geblieben wären“, erklärt Rodler. Dass beispielsweise Alexander Scholz trotz seiner 18 Saisontreffer nicht mit Eddersheim in die fünfte Liga gehen wird, tat beiden Seiten weh. Gut, dass er mit Ginsheim einen anderen Hessenligisten gefunden hat. „Wir fliegen aber Mitte Juni für fünf Tage nach Mallorca und haben dort eine bunte Mischung aus der Ersten, Zweiten und Dritten, sowie viele Vereinsverantwortliche dabei“, berichtet Rodler. Dass zu diesem 30-Mann-starken Trupp auch der scheidende Scholz gehört, sagt viel über den Gemeinschaftssinn und den speziellen Eddersheimer Spirit aus…

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