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DJK Flörsheim: Hans Richter tritt zurück

Diese Entscheidung fiel nicht aus dem Bauch heraus, sondern mit klarem Blick auf die Situation beim Fußball-Verbandsligisten DJK Flörsheim. Nach der 1:4-Heimniederlage gegen den FC Gießen II verkündete Hans Richter seinen Rücktritt.
Er mochte einfach nicht mehr: Hans Richter gab sein Traineramt bei der DJK Flörsheim auf. Foto: Marcel Lorenz Er mochte einfach nicht mehr: Hans Richter gab sein Traineramt bei der DJK Flörsheim auf.
Flörsheim. 

Der Trainer teilte seinem Sportlichen Leiter und engen Vertrauten Dirk Ludwig noch am Sonntag nach der zweiten Niederlage in Folge und sechs Pleiten aus neun Partien mit, dass er sofort von seinem Amt zurücktreten wird. „Dirk kennt mich und konnte die Gründe nachvollziehen. Er hat gar nicht probiert, mich umzustimmen“, schildert Richter die Situation am Wochenende.

Während andere Trainer aus der Emotion heraus nach deutlichen Niederlagen ihre Konsequenzen ziehen, ist der Rücktritt Richters als Prozess zu betrachten. Nachdem er im Sommer als Gruppenliga-Meister noch den dritten Aufstieg in vier Jahren gefeiert hatte, wurde fast die komplette Mannschaft ausgetauscht. „Auch im letzten Jahr hat innerhalb der Mannschaft nicht alles gestimmt. Wir waren in der Rückrunde ein kleiner Kreis, der Qualität und Mentalität erfolgreich vereint hat“, berichtet der Trainer. In seiner neuen Mannschaft vermisste er weniger die fußballerische Klasse als die richtige Einstellung zum Sport. „Da geht es um grundlegende Werte, die ich als Trainer vermitteln wollte“, meint Richter, „es reicht nicht, mit 15 Mann an der gleichen Shisha zu ziehen. Man muss auch auf dem Platz sehen, dass alle an einem Strang ziehen. In den letzten Spielen war die Mannschaft auf dem Platz wie tot.“ Die fehlende Bereitschaft und ein teilweise respektloser Umgang untereinander – zuletzt beim 1:4, aber auch beim 0:4 in Dorndorf – gaben den Ausschlag. „Als Trainer hat man in solchen Situationen immer zwei Möglichkeiten. Entweder man tauscht die Spieler aus oder man macht Platz und setzt ein Zeichen“, beschreibt Richter seine Motive. Er betont aber, dass er die vier Jahre generell positiv in Erinnerung behalten wird. „Wir hatten viele schöne Momente. Meine Anfangszeit hat richtig Spaß gemacht. Die DJK liegt mir immer noch am Herzen und ich hoffe, dass sie die Kurve bekommt. So wie es zuletzt gelaufen ist, wird das Team nicht mehr viele Punkte holen.“

Auch von Vereinsseite gibt es für Richter nur lobende Worte. Auf der Facebook-Seite bedankt sich die DJK für die „herausragende Arbeit“: „Hans Richter hat unsere Fußballabteilung mit seiner fachlichen und menschlichen Kompetenz weit nach vorne gebracht.“ Vor dem Spiel in Waldbrunn übernimmt Co-Trainer Kristian Maslanka. „Er ist ein guter Mann, und ich glaube, dass er das Ruder herumreißen kann.“ Während seine ehemalige rechte Hand Maslanka die Wende beim Tabellen-13. schaffen soll, wird sich Richter zurückziehen, am Freitag seinen 59. Geburtstag feiern und „abwarten, was die Zeit so bringt“: „Fußball war immer ein Bestandteil meines Lebens. Es ist zu früh, um sich aus dem Geschäft zurückzuziehen.“ Weil das Verhältnis zu Teilen der Mannschaft intakt war und sich viele Spieler nach dem Rücktritt bei ihm meldeten, drückt er seinen Jungs weiter die Daumen. Am Sonntag in Waldbrunn könnte der Richter-Effekt eintreten. „Dann hätte das Ganze etwas bewirkt“, resümiert er.

(awo)

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