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Kreisstadt-Lauf: Mit dem Kinderwagen über die Ziellinie

Ein 79-jähriger Schlussläufer und eine kinderreiche Mutter - 1.500 Läufer machten den Kreisstadt-Lauf in Höchst zu einem bunten Fest. Für große Freude sorgte auch die faire Geste des Siegers.
Strahlender Sonnenschein und viele laufbegeisterte Teilnehmer ließen den 17. Kreisstadt-Lauf gestern wieder zu einem echten Highlight werden. Bilder > Foto: Maik Reuß Strahlender Sonnenschein und viele laufbegeisterte Teilnehmer ließen den 17. Kreisstadt-Lauf gestern wieder zu einem echten Highlight werden.
Höchst/Hofheim. 

Der 22-Jährige Afrikaner, der für die BSG Autohaus Luft startet, lief nach 33:48 Minuten auf dem Höchster Schlossplatz über die Ziellinie. Auf den zweiten und dritten Platz verwies er Jasper Püschel (Physio Vit Flörsheim; 33:57 Minuten) und Heiko Özaykut (TV Waldstraße Wiesbaden; 34:01 Minuten). Als schnellste Frau war die Kenianerin Betty Chepkwony nach 36:54 Minuten im Ziel. In der Gesamtwertung belegte sie den zehnten Platz.

Viel wichtiger als alle sportlichen Resultate waren aber die mehr als 20 000 Euro, die auch in diesem Jahr uneingeschränkt der Stiftung Leberecht, die sich um körperlich und geistig behinderte Kinder kümmert, zur Verfügung gestellt werden.
Als Reinhard Kuckert, Vorstandsmitglied der Frankfurter Volksbank, die Läufer gestern um 10 Uhr auf die Strecke geschickt hatte, zeichnete sich schnell ab, dass der Sieg auch in diesem Jahr wieder nur über den einzigen Kenianer im Teilnehmerfeld führen würde. An seine Fersen heftete sich von Beginn an Heiko Özaykut, der schon im vergangenen Jahr den dritten Platz beim Kreisstadt-Lauf belegt hatte.
 

War der erste Läufer auf dem Schlossplatz: Hillary Maiyo. Bild-Zoom Foto: Marcel Lorenz
War der erste Läufer auf dem Schlossplatz: Hillary Maiyo.

Der erst 18-jährige Jasper Püschel, der am vergangenen Wochenende über die doppelte Distanz beim Frühjahrs-Volkslauf in Langenhain triumphiert hatte, hielt zunächst einigen Abstand, bevor er den Anschluss nach etwas mehr als zwei Kilometern endgültig hergestellt hatte. Schon zu diesem Zeitpunkt stieg sein Durchhaltevermögen, das ihm am Ende eine persönliche Bestzeit einbringen sollte, ins Unendliche. „Auf der Trainingsstrecke bin ich schon einmal besser gelaufen. Offiziell war das über diese Distanz aber meine beste Zeit“, sagte Püschel, der sich im Vergleich zum Vorjahr um eine halbe Minute verbesserte.

Während man ihm und dem 43-jährigen Wiesbadener aber jederzeit die Anstrengung ansah, hatte man bei Hillary Maiyo stets das Gefühl, dass er noch einen Zahn zulegen könne. Als Püschel nach knapp vier Kilometern kurz ausrutschte und stürzte, nahm der Kenianer als fairer Sportsmann für wenige Sekunden das Tempo aus dem Rennen, erkundigte sich mit zwei prüfenden Blicken, ob dem jungen Flörsheimer nichts passiert war, und nahm dann wieder Fahrt auf. Diese Achtung vor seinen Mitstreitern merkte man dem Kenianer auch nach dem Zieleinlauf in seinen Aussagen an. „Beide sind ein tolles Rennen gelaufen und waren wirklich hartnäckige Gegner“, zollte der Sieger seinen Verfolgern großen Respekt.

Bilderstrecke Beste Bedingungen beim 17. Höchster Kreisstadtlauf
Der 17. Höchster Kreisstadtlauf konnte an Christi Himmelfahrt, 14. Mai, unter besten Wetterbedingungen starten. 1500 Läufer und Walker liefen mit. Manche "Teilnehmer"......ließen sich aber auch chauffieren...Der 23-jährige Kenianer Hillary Maiyo gewann den Lauf mit einer sagenhaften Zeit von 33.51 Minuten.

Trotz alledem konnten sowohl Püschel als auch Özaykut, der im nächsten Monat bei den hessischen Meisterschaften für Furore sorgen möchte, dem entscheidenden Antritt des Siegers an der Brücke über die Gleise am Bahnhof Farbwerke nicht mehr folgen. Kurz nachdem das Trio den Feldweg zwischen Zeilsheim und Höchst in Richtung Industriepark verlassen hatte, schaltete Hillary Mayo mit energischen und raumgreifenden Schritten plötzlich den Turbo ein und untermauerte seine Ambitionen eindrucksvoll. „Eigentlich ist er am Anfang ganz moderat angelaufen, aber dann hat er richtig Gas gegeben, und es wurde unglaublich schwer. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass noch mehr ging“, ärgerte sich Özaykut über seine Endzeit. Tatsächlich war Maiyos Landsmann Elisha Rotich, der den HK-Kreisstadt-Lauf im vergangenen Jahr gewonnen hatte, im Vergleich 40 Sekunden schneller, und Özaykut wäre mit seiner Endzeit aus dem letzten Jahr (33:21 Minuten) bei der gestrigen Auflage ganz nach vorne gelaufen.

Klar die beste Frau im Feld: Betty Chepkwony. Bild-Zoom Foto: Marcel Lorenz
Klar die beste Frau im Feld: Betty Chepkwony.

Dem Kenianer kamen ohnehin die Witterungsbedingungen entgegen. Während Püschel und Özaykut mit der Sonne, die sich besonders auf der langgezogenen Geraden zwischen Hofheim und Zeilsheim bemerkbar machte, zu kämpfen hatten, empfand Maiyo das Wetter als optimal. „Ach, das war doch noch gar nichts“, lachte der Mann, der in seinem Heimatland ganz andere Temperaturen und vor allem Streckenprofile gewohnt ist. „Insgesamt war das ein sehr einfacher Lauf“, resümierte der junge Sieger, der noch hinzufügte, „dass ich nächstes Jahr auch gerne wieder dabei wäre“. Da er als Erster im Ziel war, konnte er sich folgerichtig auch den besten Platz am Höchster Mainufer sichern.

Nach und nach gesellten sich immer mehr Läufer und Walker auf den Schlossplatz, stärkten sich noch mit kühlen Getränken und pilgerten in Scharen zur Partymeile, wo sie bei Live-Musik und frisch Gegrilltem den Lauf noch einmal Revue passieren lassen konnten.

Auf dem Höchster Schlossplatz empfing eine lautstarke Gruppe den 79 Jahre alten Horst Jendrasch, der wie schon in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Tochter Irena als Schlussläufer ins Ziel kam. Auch diese Leistung war bemerkenswert und verdiente großen Respekt aller Beteiligten und wurde genauso bejubelt, wie die Mutter, die einen Kinderwagen mit drei Kindern über die Ziellinie schob. Beim HK-Kreisstadt-Lauf – das ist so und wird auch im nächsten Jahr bei der 18. Auflage so bleiben – gibt es eben nur Gewinner, die Platzierung spielt allenfalls eine untergeordnete Rolle.

Die Ergebnislisten als .pdf zum Download

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