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Handball: Münster ist wieder Oberligist

Am Montagnachmittag zeichnete sich ab – dann wurde es Gewissheit. Der TV Gelnhausen gewann bei der HG Hamburg/Barmbek das Relegationsspiel gegen den Abstieg aus der 3. Handball-Liga mit 32:28, nachdem er zwei Tage vorher in eigener Halle mit 29:27 gewonnen hatte. Damit bleibt Gelnhausen in der 3. Liga.
Auf sie wird es in der kommenden Runde wohl noch mehr ankommen: Felix Ikenmeyer (links) und Sebastian Frieman. Foto: Marcel Lorenz Auf sie wird es in der kommenden Runde wohl noch mehr ankommen: Felix Ikenmeyer (links) und Sebastian Frieman.
Münster. 

Die TSG Münster wurde zum Nutznießer dieser Konstellation. Da der TV Gelnhausen durch den Rückzug der Handballfreunde Springe aus der 3. Liga Nord in der 3. Liga bleibt, gibt es keinen hessischen Absteiger mehr in die Oberliga. Somit gibt es dort nur zwei Absteiger, so dass die TSG Münster als Drittletzte der Oberliga noch den Klassenverbleib geschafft hat. In der Landesliga Mitte bleibt deshalb die HSG Wettenberg doch drin, zuvor war auch sie bereits als Absteiger aufgeführt worden.

„Nach zwei Wochen sind wir urplötzlich auferstanden“, erklärt Trainer Jens Illner, „dennoch gehe ich mit gemischten Gefühlen in die neue Saison. Ich freue mich darüber, denn ich bin damit als Trainer nicht abgestiegen. Auch für den Verein ist es wichtig, in der Oberliga zu bleiben, um seine Jugendarbeit auch wirklich mit Perspektive betreiben zu können. Ich hoffe aber, dass nun jeder erkannt hat, wie ernst es um die Erste Mannschaft steht. Es besteht ja die Gefahr, dass es hingenommen wird und eine Legende der Unabsteigbaren aufgebaut wird. Aber irgendwann erwischt es dann einen. Das hat man jetzt mit dem HSV in der Fußball-Bundesliga gesehen.“

Daher macht der Trainer deutlich: „Ich möchte nicht noch einmal so ein Desaster erleben. Nachdem das Ergebnis der Gelnhausener herumging, habe ich viele Glückwünsche bekommen. Nicht alle waren so gemeint.“ Illner möchte nicht mehr auf die 3. Liga schauen, verweist aber darauf: „Wir haben einen Nichtabstiegsplatz erreicht und zwei Mannschaften hinter uns gelassen.“

Illner gehört gemeinsam mit Alexander Preß und Ralf Molzahn bei der TSG Münster einem Spielausschuss an, der sich zum Ziel gesetzt hat, eine wettbewerbsfähige Mannschaft für die kommende Saison aufzustellen. „Wir wollen kein Schlachtvieh in der Oberliga sein. Die Klasse wird mit den Aufsteigern MT Melsungen II und der TuS Dotzheim sowie dem TSV Pfungstadt auf jeden Fall noch stärker besetzt sein.“ So ist das Ziel des Münsterer Trainers: „Wir wollen Talente einbauen, aber wir wollen auch konkurrenzfähig sein.“ Sein Team habe mit Bastian Schwarz (SG Bruchköbel), Lars Nickel (studienbedingt ins Ausland) und Holger Kruse (Auslandsaufenthalt) drei tragende Spieler verloren. „Das müssen wir kompensieren, und das wird schon schwer genug“, sagt Illner, „es müssen in dem Verein auch einmal Grenzen gesetzt werden, um den Aderlass, den die Mannschaft in den vergangenen Jahre hatte, zu stoppen“.

Und es tut sich bereits etwas. Mit Markus Aalborn kam aus beruflichen Gründen ein Torhüter von der HSG Plesse-Hardenberg aus der Oberliga Niedersachsen. Tim Kunz hat sein Praktikum in Stuttgart beendet und wird die TSG Münster im zentralen Rückraum unterstützen. Das hat er ja schon zu Drittliga-Zeiten gemacht. Kunz spielte zuletzt bei der HSG Rhein-Nahe Bingen. „Außerdem wollen wir vier ehemaligen A-Jugendlichen die Chance geben, mit uns in der Vorbereitung zu trainieren. Und drei bis vier talentierte A-Jugendliche sollen langsam an den Aktivenbereich herangeführt werden“, berichtet Jens Illner, „aber wir müssen auch noch externe Spieler bekommen. Doch zu diesem Zeitpunkt wird es schwierig, Spieler zu bekommen, die uns in der Oberliga helfen können. Daher müssen wir jetzt Gas geben“. Jetzt hofft der Trainer, dass sich eine Aufbruchstimmung bildet: „Das Umfeld des Vereins ist auch gefordert. Ich bin aber optimistisch, dass da ein Prozess in Gang kommt.“

Echte Herausforderung

Auch Abteilungsleiter Stefan Dobhan erhielt am Montagnachmittag die frohe Kunde: „Das ist für uns erst einmal toll. Wir hatten uns schon mit der Landesliga abgefunden und mit der Planung dafür begonnen. Aber wir hatten ja die Option noch und haben immer gesagt, dass wir die Oberliga in Angriff nehmen, wenn wir doch noch die Chance bekommen sollten, dort zu spielen.“ Dobhan weiß, wie schwer es wird, einen wettbewerbsfähigen Kader zu bekommen: „Außer unseren Abgängen, zu denen auch Moritz Völlger gehört, der studienbedingt kürzertritt, haben alle Spieler zugesagt. Nun müssen wir uns darum kümmern, dass wir die vakanten Positionen extern besetzen. Das wird eine echte Herausforderung, denn der Markt ist zu, und die guten Spieler sind unter.“ Doch auch Dobhan wird die Arbeit seiner Teamkollegen unterstützen.

Die Münsterer fangen am 5. Juni ihre erste Vorbereitungsphase bis Mitte Juli an. Ab 6. August geht es in die sechswöchige zweite Phase, ehe es wieder ernst wird für die TSG Münster – in der Oberliga.

(vho)

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