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Nach neun Jahren: Ralf Horst erklärt seinen Rücktritt zum Saisonende

Bald neun Jahre ist Ralf Horst schon Trainer beim Fußball-Verbandsligisten Viktoria Kelsterbach. Nun begibt sich der dienstälteste Verbandsliga-Trainer aus dem Fußballkreis Main-Taunus in der Rückrunde „auf Abschiedstournee“.
Hat frühzeitig deutlich gemacht, dass nach der Saison Schluss für ihn bei Viktoria Kelsterbach ist: Trainer Ralf Horst. Foto: Marcel Lorenz Hat frühzeitig deutlich gemacht, dass nach der Saison Schluss für ihn bei Viktoria Kelsterbach ist: Trainer Ralf Horst.
Kelsterbach. 

Der Verein und er haben sich auf ein Ende der Ära Horst geeinigt. „Zu 80 Prozent ist die Entscheidung bei mir gefallen, weil ich etwas Neues probieren möchte“, erklärt der scheidende 41 Jahre alte Trainer, „der Rest kommt dann natürlich auch wegen meiner Familie dazu“.

Dem selbstständigen Versicherungskaufmann und zweifachen Familienvater wird ab Sommer ohne Trainerjob alleine deswegen nicht langweilig, weil er seinen Sohn Luca mehrmals pro Woche zum Training von Eintracht Frankfurts U 13 fährt. Im Riederwald begann er selbst seine aktive Fußballer-Karriere und wurde danach – 2009 – als Spieler von Verbandsligist Kelsterbach kurzerhand zum Trainer gemacht. „Ich bin heute noch dankbar für das Vertrauen, das der Verein mir entgegengebracht hat“, erklärt Horst.

Zusammen mit seinem Bruder Kai führte er den Verbandsliga-Aufsteiger aus der Abstiegszone langsam, aber sicher in die höchsten Gefilde der Liga. In der Staffel Mitte erreichte Horst in seinen sieben Amtszeiten bis 2016 die Platzierungen 14, Zehn, Drei, Drei, Elf, Zwei und schließlich 2015/16 Eins. Der Aufstieg in die Hessenliga war neben den Offensiv-Cup-Siegen 2011, 2012 und 2015 der größte Triumph für Horst und sein Team.

In der Hessenliga bedeutete Rang 16 die direkte Rückkehr in die Verbandsliga Mitte und einen personellen Umbruch. Weil die goldene Kelsterbacher Spielergeneration mit Manuel May, Jonas Scheitza oder Dominic Machado nicht oder nur noch sporadisch zur Verfügung stand, war dieser Schritt unumgänglich. Auch diesen steinigen Weg ging der Trainer mit und stellte eine Mannschaft auf die Beine, die in der aktuellen Saison einen nahezu perfekten Start hinlegte. Erst als sich Horst eine Auszeit nahm und von seinen Co-Trainern Holger Müller, Dominic Machado und Dominique Groß vertreten wurde, zeigte die Formkurve der Viktoria nach unten. Gegen Ende des letzten Jahres fing sich der ehemalige Hessenligist wieder und steht nun auf Rang sieben in den Startlöchern. „Dass es für mich die letzte Halbserie ist, soll für die Mannschaft keinen Leistungs- oder Motivationsabfall bedeuten“, stellt Ralf Horst klar, „im Gegenteil habe ich meinen Spielern gesagt, dass wir diese Saison gemeinsam und so gut wie möglich zu Ende bringen“.

Zunächst mal gehe es darum, die 40-Punkte-Marke schnell zu knacken und das Thema Abstieg abzuhaken. „Dann schauen wir weiter.“ Ohne Tobias Döringer (beruflich nach Wien) und Paulinus Fung (Trennung in beiderseitigem Einvernehmen), dafür aber mit den Winterneuzugängen Ilias Seta Manousaridis, Sven Schreiber (beide RW Frankfurt II), Jackie Reljic, Nabil Kabbouz (beide VfB Unterliederbach) und Fabio Borges (FC Erlensee) sollen die Weichen für eine gute Zukunft gestellt werden. „Stand jetzt habe ich im Sommer keinen anderen Trainerjob“, stellt Horst klar. Abgesehen von einigen losen Anfragen möchte er den Trainermarkt in Ruhe sondieren. „Ich bin weder auf eine Altersklasse festgelegt, noch auf eine Liga“, denkt Horst auch an mögliche U17 oder U19-Jobs oder eben an ambitionierte Herren-Teams oberhalb der Kreisoberliga. „Klar ist, dass die Viktoria als Verein immer in meinem Herzen sein wird“, betont der scheidende Trainer.

Auch sein langjähriger Sportlicher Leiter Tim Teske stellt klar, dass ihm – stellvertretend für den gesamten Verein – die Trennung schwer fällt. „Wir danken Ralf für seine jahrelange tolle Arbeit.“ Dennoch müsse man in Kelsterbach auch nach vorne schauen. Möglichst schon vor dem Punktspielstart am 25. Februar gegen BG Marburg möchten Teske und der Vorstand die Nachfolge geklärt haben. „Er selbst hat eine interne Lösung vorgeschlagen, und auch wir erachten das als sinnvoll“, verrät der Sportliche Leiter eine Tendenz. Die Gespräche mit langjährigen und verdienten Vereins-Akteuren wie Dominic Machado und Dominique Groß werden zeigen, ob sich die aktuellen spielenden Co-Trainer ein solches Engagement vorstellen können, „und ob es generell passt“ (Teske). Weil Horst selbst diesen Weg vor neun Jahren vorgezeichnet hat, ist ein Nachfolger aus dem eigenen Stall bei der Viktoria die wahrscheinlichste Variante. . .

(awo)

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