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Boxen: So liefen die offenen Frankfurter Stadtmeisterschaften im Boxen

In Nied flogen die Fäuste: Es wurden die Frankfurter Stadtmeister ermittelt.
Der Nieder Christian Szarvas (rechts) zeigte gegen den Limburger Max Endert eine überzeugende Leistung. Foto: Marcel Lorenz Der Nieder Christian Szarvas (rechts) zeigte gegen den Limburger Max Endert eine überzeugende Leistung.
Frankfurt. 

Bis zum Anpfiff des DFB-Pokal-Finales sah es aus, als würde die Liebe der Boxfreunde zu ihrem Sport der Ausstrahlung von „König Fußball“ trotzen können. Obwohl die TV-Übertragung unmittelbar bevorstand, bevölkerten die Niddahalle mehr als 250 Besucher, die ihre Fighter bei der von der SG Nied ausgerichteten „Offenen Frankfurter Stadtmeisterschaft“ sehr temperamentvoll unterstützten. Manches Mal, wenn ihr jeweiliger Hoffnungsträger im Ring stand und sie sich vom Kampf mitreißen ließen, oder aber mit dem Urteil der Ringrichter nicht einverstanden waren, auch zu temperamentvoll.

Doch Punkt 20 Uhr änderte sich die Lage: In der schlagartig entvölkerten Niddahalle blieben außer den Aktiven und ihren Betreuern nur noch einige wenige echte Box-Fans, die trotz der Aussicht auf eine Pokal-Überraschung nicht die Seiten wechselten.

Neu bei diesem vom Hessischen Boxverband und der Sportjugend Frankfurt zum zehnten Mal organisierten Turnier war das Preisgeld für die erfolgreichsten teilnehmenden Vereine. „500 Euro gingen nach Wiesbaden, 300 nach Dietzenbach und 200 bekam Eintracht Frankfurt“, zählte Klaus Bugdohl auf. Der Stellvertretende Vorsitzende der Sportjugend Frankfurt und Trainer beim Gastgeber SG Nied sorgte für einen recht zügigen Ablauf der Kämpfe.

Aus sportlicher Sicht bot diese Meisterschaft sehr unterschiedliche Niveaus. Es waren etliche Anfänger dabei, auch viele „Haudrauf-Boxer“ ohne jegliche Technik und Taktik. Aber es gab auch einige ansprechende Kämpfe zu sehen.

Positiv fielen vor allem zwei Frankfurter Vereine auf. Bei den Boxern der TG Zeilsheim und von Spirit Frankfurt war die gute Ausbildung sofort zu erkennen. In Zeilsheim ist dafür Servet Köksal verantwortlich. Der frühere Bundesliga-Boxer vom CSC Frankfurt vergleicht Boxen mit Fechten. „Gute Beinarbeit, ein schnelles Auge, gute Kondition und blitzschnelle Reaktion. Die Anforderungen sind sehr ähnlich“, sagt der Trainer, der als seine besondere Aufgabe das Anliegen sieht, Kinder von der Straße in die Boxhalle zu bringen. „Sie brauchen Ziele, dann geraten sie nicht auf die schiefe Bahn.“ In seiner Gruppe seien zehn aktive Boxer.

Ehrung für Felipe Djuric

Der Beste von ihnen, der erst 14-jährige Felipe Djuric, war in der Niddahalle nur, um für seine vor Kurzem in Lindow/Brandenburg errungene Deutsche Kadetten-Meisterschaft (U 15) geehrt zu werden. Im Ring stellte sich Dileepen Manohoren vor, der seinen allerersten Fight souverän gewann. „Er trainiert nun ein halbes Jahr bei mir, macht natürlich noch viele Fehler, wie der Kampf offenbarte. Aber er hat sehr schnelle Beine, eine gute Reichweite, gute Voraussetzungen“, lobte Köksal den 20 Jahre jungen Halbweltergewichtler.

Gute Ansätze

Gleich sechs Boxer, das größte Aufgebot, brachte Ralph Bunn nach Nied, Vater der großen Profi-Hoffnung Leon Bunn. Ralph Bunn trainiert bei Spirit Frankfurt 40 Kämpfer. Drei gewannen, zwei hätten den von den Punktrichtern nicht gegebenen Sieg verdient gehabt, einer verlor eindeutig. Allen eigen waren die Ansätze der Technik, die ihnen im Training beigebracht wurde. Der Beste aus dem anwesenden Sextett, Superschwergewichtler Amin Camovic, machte Bunn jedoch wenig Freude, da er zu überheblich boxte und trotz klarer Überlegenheit unnötig riskierte, getroffen zu werden. Wenn er sich das abgewöhnt, könnte der 17-Jährige ein guter Boxer werden.

Von den 13 Frankfurter Vereinen oder Box-Abteilungen waren sechs mit 14 Kämpfern dabei. Spirit gewann drei Titel, Eintracht Frankfurt zwei, die TG Zeilsheim und die SG Nied je einen, die SG Sossenheim und Le Boxeurs Frankfurt gingen leer aus.

Einen Abbruchsieg in der ersten Runde feierte der erst 16-jährige Christian Szarvas von der SG Nied. Der Bantamgewichtler, der seit drei Jahren täglich trainiert, zählte wie der im Schwergewicht erfolgreiche Bilsen Planic zu den positiven Erscheinungen. Der 21-jährige Planic, dessen Gegner dreimal angezählt wurde, bevor das Handtuch flog, gehört unter dem Dutzend Boxern, die bei den Adlerträgern trainieren, zu den Hoffnungsträgern. Noch boxt er zu ungestüm, doch das verwundert nach erst eineinhalb Jahren zwischen den Seilen nicht.

Der erfolgreichste Frankfurter Verein, der CSC, schickt seit einigen Jahren keine Boxer zu dieser Veranstaltung.

(löf )

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