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Kreisstadtlauf 2015: „Zwei Sterne aufwärts“

Was eine erleben kann, wenn sie sich unters sportliche Volk mischt, beschreibt die Kreisblatt-Mitarbeiterin, die die 10 Kilometer von Hofheim nach Höchst meisterte.

Hofheim. Kaum nervöses Trippeln in der Wartezone, sondern rundherum entspannte, fröhliche Gesichter voller Vorfreude auf einen schönen Lauf bei perfektem Wetter. Gemeinsam wird bis Null runtergezählt, auf den Startschuss achtet kaum noch jemand, und die ersten stürmen los. Während die direkt Führende im Stil einer Geherin unterwegs ist und mit großem Abstand gewinnen wird, packen auch die anderen einen strammen Schritt aus. „Besonders schön finden wir, dass man am Vatertag etwas mit der ganzen Familie machen kann“, sagt Claudia Vieweger, deren Mann und Tochter ebenfalls mitlaufen – beziehungsweise -walken. „Uns hat das letztes Jahr hier so gut gefallen, daher sind wir wieder mit dabei, und wir geben alles – um das Ziel in spätestens 1:27 Stunden zu erreichen“, erzählt Siggi Block. Nicht schlechter als im letzten Jahr abzuschneiden, steht bei den meisten ganz oben auf dem Plan. „Aber es geht auch um den Spaß, die Bewegung und den guten Zweck“, betont Nathalie Kranichsfeld. Wobei an der Ausrüstung nicht gespart wurde: „Wir haben Apps dabei und können unsere Geschwindigkeit kontrollieren. Wenn wir merken, dass wir langsamer werden, geben wir eben ein bisschen Gas“, lacht Elena Erle.

Sputen muss sich auch einer, der uns auf Höhe der Polizeistation in Hofheim joggenderweise entgegenkommt, seine Startnummer in der Hand. Aber vielleicht läuft er sich ja nur warm . . . Auffallend wenige Männer jedenfalls gehören der Walker-Gruppe an, aber diejenigen – wie beispielsweise Markus Müller – lassen es ganz geruhsam angehen. Quasi in letzter Minute zur Teilnahme entschieden hatte sich Petra Geulen: „Ich las das im Höchster Kreisblatt und habe dann kurzentschlossen meine Freundin Annett Wiesenhütter zur Anmeldung überredet.“ „Und mir fiel keine gute Ausrede ein“, lacht diese. „Jetzt ist es wunderschön, und wir wollten schon immer mal hier mitten auf der Straße laufen“. Eine Straße, die mitten durch Erdbeer-Verkaufsstände führt. „Geld ist da, aber kein Platz zum Tragen“, bedauert Sandra Meyer, und erzählt, dass jedes Jahr bei den Läufern auch eine Männergruppe mit Bollerwagen dabei ist.

Mit drei Nichten ist Daniela Hanefl unterwegs und hat – nicht ganz ernstgemeint – nur einen Wunsch: „Hauptsache, wir kommen durch.“ Nach nur vier Kilometern gibt es am Nassauer Hof in Zeilsheim schon die erste private Verpflegungsstelle: Tanja Scholz, Steffi Scholz und Karin Katzensteiner vom Radsporthaus Kriegelstein versorgen sich mit Eiskaffee und Traubenzucker. Wenige Meter weiter freut sich Familie Schmidt am Gartenzaun, bewaffnet mit Tröte, auf Tochter und Schwiegersohn. Solcherlei Motivation haben die Top-Läufer nicht nötig, die uns nun an der Kirche in Zeilsheim überholen. Doch auch das kann die Polizisten des 17. Reviers kaum zu Jubelstürmen hinreißen: „Ich finde das faszinierend“, meint einer leicht gequält, und gibt zu, dass er gerne selber mitgelaufen wäre, wenn er nicht arbeiten müsste. Das Reden wollen sie lieber den Kollegen „mit zwei Sternen aufwärts“ überlassen, aber so schnell werden sie mich nicht los – und zeigen sich später im Zielbereich auch gleich deutlich entspannter.

„Hauptsache, dabei sein und ankommen“, ist das Motto für Stephanie Doll und ihre Mitstreiterinnen Renate Reisinger und Doris Lehmann vom Frauensportstudio „Fit for Femme“ in Hofheim: „Heute geht es darum, nach überwundener Krankheit die zehn Kilometer zu schaffen. So ist dieser Lauf immer unser jährliches Highlight.“

Kurz vor der Durchquerung des Industrieparks Höchst überholt uns auch der Rückwärtsläufer im Trikot des Eschathlon – um sich direkt vor unseren Augen der Länge nach hinzulegen. Nichts passiert, er rappelt sich auf und läuft weiter.

Allgemein wird neben mir viel geschwitzt und geschnauft, die Schritte werden schon deutlich schwerer und die Köpfe röter, aber manche unterhalten sich auch noch ganz locker. Die Ankunft am Mainufer in Höchst entschädigt dann sowieso für viele Strapazen, denn hier herrscht Volksfestatmosphäre. Im Zielbereich warte ich noch auf die letzten Finisher der Walking-Gruppe: Claudia Widmann und Iris Rügner absolvieren die zehn Kilometer in gut zwei Stunden. Beide waren zum ersten Mal mit dabei, wollen nächstes Jahr auf jeden Fall wiederkommen und sind begeistert: „Die Leute auf der Strecke waren total nett.“

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