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Interview: Türk Gücü Friedbergs Torjäger Younes Bahssou über den Fehlstart und den nötigen Teamgeist

Fünf Jahre Hessenliga, in denen Younes Bahssou nach den Stationen Rot-Weiß Darmstadt, TSG Hoffenheim II und Wormatia Worms ab der Saison 2013/2014 für den SV Wiesbaden und Borussia Fulda insgesamt 98 Treffer erzielte, haben ihn abgehärtet.
-21- Mario RHEIN (Spvgg. Neu-Isenburg) gegen -9- Younes BAHSSOU (Türk Gücü Friedberg), Hessenliga - Türk Gücü Friedberg gegen Spvgg. Neu-Isenburg, Ober-Rosbach, Sportplatz Ober-Rosbach, 05.08.18 Foto: A. Chuc (www.chuc.de) -21- Mario RHEIN (Spvgg. Neu-Isenburg) gegen -9- Younes BAHSSOU (Türk Gücü Friedberg), Hessenliga - Türk Gücü Friedberg gegen Spvgg. Neu-Isenburg, Ober-Rosbach, Sportplatz Ober-Rosbach, 05.08.18
Friedberg. 

Es mag mehrere Gründe geben, weshalb Hessenliga-Aufsteiger Türk Gücü Friedberg zunächst im Hessenpokal gegen Rot-Weiß Hadamar scheiterte, aus den ersten vier Hessenliga-Pflichtspielen lediglich einen Zähler holte und jüngst im Kreispokal als Titelverteidiger beim drei Klassen tiefer spielenden Kreisoberligisten SV Nieder-Weisel mit 0:1 die Segel streichen musste. Younes Bahssou, der von Borussia Fulda gekommene Torjäger der Kreisstädter, trägt daran die geringste Schuld.
„Es läuft noch nicht so, wie wir uns das eigentlich vorgestellt hatten“, meinte der 28-jährige Marokkaner, der übrigens über die doppelte Staatsbürgerschaft verfügt, im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Uwe Born.

Herr Bahssou, in der Hessenliga sind Sie für die jeweiligen Gegner wahrlich kein unbeschriebenes Blatt. Das macht die Aufgabe, vorne ausreichend oft in die Vollen zu treffen, gewiss nicht einfacher.

YOUNES BAHSSOU: Damit kann ich umgehen. Klar, man kennt mich und weiß, dass ich vornehmlich fürs Toreschießen verantwortlich bin. Aber ich kenne meine Gegenspieler mindestens genauso gut. Und darauf kommt’s für mich in erster Linie an.

In drei Einsätzen für Türk Gücü Friedberg gegen Neu-Isenburg, Ginsheim und Alzenau erzielten Sie stets einen Treffer. Dennoch verbuchte der Klub einen Fehlstart. Wo klemmt’s noch?

BAHSSOU: Die Automatismen greifen noch nicht so richtig. Viele neue Spieler und die relativ kurze Vorbereitungszeit sind Fakten, die es dabei zu bedenken gilt. Grundsätzlich bin ich jedoch der Meinung, dass wir gut aufgestellt sind und unser Kader in Sachen Qualität Hessenliga-Ansprüchen genügen sollte. Das haben wir in den Spielen gegen Neu-Isenburg und Alzenau bereits bewiesen. Gegen Neu-Isenburg standen wir dicht vor dem Sieg, in Alzenau wäre ein Remis das gerechtere Resultat gewesen. Uns fehlt sozusagen die Initialzündung, um das Potenzial in vollem Umfang abzurufen.

Ihr Wechsel von Borussia Fulda zu Türk Gücü Friedberg kam für die Kenner der Szene doch ziemlich überraschend . . .

BAHSSOU: Erstens boten mir die Friedberger eine gute Perspektive. Zweitens gaben verkehrstechnische Überlegungen den Ausschlag. Ich wohne in Darmstadt. Die Tatsache, mehrmals in der Woche nicht mehr nach Fulda, sondern lediglich nach Ober-Rosbach fahren zu müssen, spielte gewiss eine große Rolle.

Ist die These, dass die Stärke eines Stürmers ausschließlich an der Anzahl seiner geschossenen Tore gemessen wird, eigentlich noch zeitgemäß?

BAHSSOU: Das müssen sie unsere Trainer fragen. Bezüglich dieser Problematik gibt es wohl verschiedene Ansichten. Ich persönlich bin mir jedenfalls nicht zu schade, gegebenenfalls den besser postierten Mitspieler zu bedienen.

Stichwort Teamspirit. Sind Eigenschaften dieser Art für Hessenliga-Mannschaften, die doch eher Zweckbündnissen gleichen, noch wichtig?

BAHSSOU: Auf jeden Fall. Qualität alleine bringt gar nichts, wenn’s teamintern nicht funktioniert. Man kann nur als Mannschaft gewinnen. Bei Türk Gücü Friedberg wird durchaus darauf geachtet, auch mal außerhalb des fußballspezifischen Tagesgeschäfts gemeinsame Aktionen zu starten. Kennt man Spieler, mit denen man in anderen Vereinen spielte, ist das ebenfalls von Vorteil. In diesem Zusammenhang empfand ich die Rückkehr von Kevin Bassey Effiong als enorm wichtig. Ich kenne ihn aus gemeinsamen Zeiten beim SV Wiesbaden. Er ist für uns ein echter Gewinn.

Als nächste Pflichtaufgabe steht das zweite Saisonduell gegen den Wetterau-Rivalen FV Bad Vilbel auf dem Programm. Beim 0:3 im ersten Vergleich lief ohne Ihre Präsenz nicht viel zusammen. Es ist davon auszugehen, dass Sie am Samstag auf dem Bad Vilbeler Niddasportfeld mit von der Partie sind. Zählt Jonas Grüter auf Bad Vilbeler Seite zur Startelf, treffen Sie auf einen alten Bekannten.

BAHSSOU: Stimmt. Jonas und ich haben seinerzeit für den SV Wiesbaden gespielt und zwecks Kostenersparnis eine Fahrgemeinschaft gebildet. Und wir sind heute noch freundschaftlich verbunden und schätzen uns sehr. Aber am Samstag wird das für 90 Minuten ausgeblendet. Ich beabsichtige nämlich, ihm eins auszuwischen und mit meiner Mannschaft in Bad Vilbel zu gewinnen. Gelingt uns das, wäre es die Initialzündung, die wir so dringend benötigen.

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