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10.000 bei Demo gegen Fluglärm - "Wir bleiben dran"

Beim Thema Fluglärm kehrt keine Ruhe ein. Im Kampf um mehr Ruhe gingen am Samstag in Mainz 10.000 Menschen auf die Straße. Ihre Forderungen: Ein absolutes Nachtflugverbot, ein Ausbaustopp und die Stilllegung der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen.
Mainz. 

10.000 Menschen sind am Samstag in Mainz gegen Fluglärm auf die Straße gegangen. "Wir haben im Traum nicht erwartet, dass so viele Leute kommen", sagte Jochen Schraut von der Bürgerinitiative gegen Fluglärm Mainz Oberstadt. Die Polizei bestätigte die Teilnehmerzahl und sprach von einer friedlichen Aktion. Unter dem Motto "Mainz zieht Rot!" hatten die Bürgerinitiativen aus Mainz, Rheinhessen und dem Rheingau dazu aufgerufen, für absolute Nachtruhe zwischen 22.00 und 06.00 Uhr zu demonstrieren. Gefordert werden auch ein Ausbaustopp und die Stilllegung der neuen Landebahn.

"Viele Menschen leiden stark unter der Entwicklung des Flughafenausbaus. Sie wollen ihre Region und ihre Gesundheit verteidigen", erklärte Schraut. Ihre Forderungen unterstrichen die Menschen lautstark mit Trillerpfeifen und Vuvuzelas. Symbolisch zeigten sie den Verantwortlichen für die Lärmbelastung, unter anderem dem Flughafenbetreiber Fraport, rote Karten, die zuvor verteilt worden waren. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) kündigte an, die Stadt werde sich weiter juristisch gegen den Fluglärm wehren.

Der rheinland-pfälzische Umweltstaatssekretär Thomas Griese (Grüne) warf der hessischen Landesregierung vor, trotz Nachtflugverbots nicht von ihrem "einseitig verkehrsfreundlichen Kurs" abgewichen zu sein. Bei der Umweltministerkonferenz vom 20. bis 22. Juni in Schleswig werde Rheinland-Pfalz einen weiteren Antrag für besseren gesetzlichen Lärmschutz einbringen. Luftverkehrsbehörden und Flugsicherungsbehörden müssten verpflichtet werden, vermeidbaren Fluglärm zu verhindern.

Lärm macht krank

Nach Einschätzung des Mainzer Medizinprofessors Manfred Beutel kann Fluglärm nachhaltige gesundheitliche Schäden wie Stress und höheren Blutdruck verursachen. "Es gibt zuverlässige Zusammenhänge zwischen Lärmbelästigung und dem Anstieg von Blutdruck", sagte der Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin der Uniklinik Mainz der dpa. Er fordert mehr Maßnahmen gegen Fluglärm durch den Flughafen. "Man muss wirklich anstrengen, dass man die gesetzlichen Schutzzeiten von 22.00 bis 06.00 Uhr einhält."

Der Flughafen Frankfurt ist nach eigenen Angaben die größte lokale Arbeitsstätte in Deutschland: 500 Unternehmen beschäftigen am Airport rund 71.000 Mitarbeiter. Der vom Land Hessen (31,49 Prozent) und der Stadt Frankfurt (20,11 Prozent) beherrschte Flughafenbetreiber Fraport steckt in einem gewaltigen Investitionsprogramm zum Ausbau des größten deutschen Drehkreuzes. Wichtigstes Element ist die im Oktober 2011 eröffnete vierte Bahn, ein drittes Terminal mit einer Kapazität von 25 Millionen Passagieren ist fest geplant. Mit dem Ausbau will sich Fraport auf den weltweit erwarteten Anstieg der Passagierzahlen vorbereiten.

(dpa)
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