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Frankfurter Hauptbahnhof: 900 Einbrüche: Polizei schnappt Serientäter

Er stemmte hundertfach Wohnungstüren auf und stahl, was er nur bekommen konnte. Jetzt hat die Polizei den mutmaßlichen Serieneinbrecher geschnappt. Die Schlinge hatte sich zuletzt immer enger um den 40-Jährigen gezogen.
Einbruch Foto: Nicolas Armer (dpa) Wie dieser Mann soll der Verdächtige immer wieder Wohnungstüren aufgebrochen haben.
Frankfurt/Darmstadt. 

Die Polizei hat am Frankfurter Hauptbahnhof einen mutmaßlichen Serieneinbrecher festgenommen. Der 40 Jahre alte Mann soll mehr als 900 Wohnungseinbrüche in Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen begangen haben. Die Ermittler waren ihm seit einem halben Jahr auf den Fersen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag in Darmstadt mitteilten. Der Verdächtige war 2004 schon einmal wegen einer ähnlichen Einbruchsserie zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Damals konnte die Polizei dem wohnsitzlosen Mann rund 1200 Taten nachweisen.

Die Ermittler waren misstrauisch geworden, als sich im Dezember vor allem im Rhein-Main-Gebiet plötzlich Einbrüche häuften, die immer nach dem gleichen Muster verliefen: Der Täter hebelte in Sekundenschnelle Wohnungstüren auf und nahm aus den Fluren mit, was er finden konnte. War nichts Wertvolles dabei, zog er weiter und versuchte beim nächsten Haus sein Glück.

Schlinge zog sich zu

Gingen die Türen nicht sofort auf, ließ der zunächst Unbekannte ebenfalls von seinem Vorhaben ab. Allein in der Darmstädter Heimstättensiedlung soll er 93 Taten verübt haben, darunter 90 Einbruchsversuche.

Das alles brachte die Polizei auf die Spur des 40-jährigen Mannes. Während der länderübergreifenden Fahndung zog sich die Schlinge immer enger um den Mann: Am Dienstag fiel er in Düsseldorf einer Polizeistreife auf, konnte aber zunächst entkommen. Am Mittwoch endete seine Flucht in Frankfurt, wo er am Vormittag gefasst wurde. Am Donnerstag kam der mutmaßliche Serientäter vor den Untersuchungsrichter. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht in fünf Fällen ein „dringender Tatverdacht auf einen versuchten Einbruchdiebstahl“.

Weitere Fälle?

Wegen der gleichen Handschrift und der „hohen Schlagzahl“ könnten dem Verdächtigen möglicherweise jedoch noch hunderte weiterer Fälle zur Last gelegt werden, sagte der Sprecher der Behörde. Die Ermittlungen müssten dann zeigen, ob und in welcher Höhe der Beschuldigte Beute machte. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann eine Haftstrafe von mindestens sechs Monaten. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch von einer mehrjährigen Freiheitsstrafe aus. lhe

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