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Autoindustrie: Absatzverluste: Opel drosselt Produktion

Von Nach den Sommerferien passt der Autobauer Opel die Produktion an den deutschen Standorten Rüsselsheim und Eisenach dem rückläufigen Absatz an, heißt es aus Unternehmenskreisen. Für den Betriebsrat ein Alarmsignal, für die Geschäftsleitung eine völlig undramatische Produktionssteuerung.
Symbolkraft? Eine rote Ampel leuchtet vor dem Schriftzug von Opel. Foto: Andreas Arnold (dpa) Symbolkraft? Eine rote Ampel leuchtet vor dem Schriftzug von Opel.
Rüsselsheim. 

Beim Blick auf die Zulassungszahlen bekommt so mancher Opelaner Schnappatmung. Denn die Marke mit dem Blitz-Logo verliert auf ihrem Heimatmarkt immer mehr Marktanteile. Im Juli verkaufte Opel hierzulande gut zehn Prozent weniger Autos, während der gesamte Inlandsmarkt um zwölf Prozent wuchs. Der Marktanteil, der in Opels Glanzzeiten in den 70er Jahren über 20 Prozent betrug, ist auf unter sechs Prozent geschrumpft. Im Juli sind die Rüsselsheimer von der tschechischen VW-Tochter Skoda überholt worden.

Doch oh Wunder: Das Automobilunternehmen, das seit einem Jahr zur französischen PSA-Group gehört, hat nach 16 verlustreichen Jahren in der Halbjahresbilanz einen Gewinn von immerhin einer halben Milliarde Euro ausgewiesen. Abzüglich der Einmalkosten für Umstrukturierung und Abfindungszahlungen bleiben stolze 100 Millionen Profit. Das sei kein Hexenwerk, versichert ein Opel-Sprecher. Vielmehr sei das ein erstes Ergebnis des Sanierungsprogrammes Pace!, das die Effizienz in den Werken steigern soll, des gemeinsamen Einkaufs innerhalb des PSA-Konzerns und der Nutzung gemeinsamer Plattformen für Modelle von Opel, Peugeot und Citroën. Dadurch konnte Opel schon die Entwicklungskosten des neuen Corsa, der im nächsten Jahr auf den Markt kommt, um die Hälfte reduzieren.

Taktzahl soll sinken

Einen Medienbericht, dass die Produktion in Rüsselsheim und Eisenach gedrosselt werden soll, will Opel nicht bestätigen. Der „Wiesbadener Kurier“ hatte gemeldet, im Stammwerk werde die Taktzahl von 55 auf 42 Fahrzeuge pro Stunde und in Eisenach von 37 auf 30 sinken. Im polnischen Gliwice sei der Schritt bereits vollzogen worden. In der Arbeitnehmerschaft wachse die Sorge, dass ein dauerhaftes Herunterfahren die Produktivität sinken lasse und Jobs und Standorte gefährde.

Opel versucht zu beruhigen, stellt klar, dass gerade erst mit dem Betriebsrat vereinbart worden sei, bis 2023 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. „Selbstverständlich passen wir in unseren Werken die Produktionsplanung regelmäßig an. Details zu diesen internen Planungen wollen wir nicht äußern“, teilte uns die Geschäftsleitung dazu mit. Die Wettbewerbsfähigkeit der Produktionswerke in ganz Europa habe sich im Rahmen der Umsetzung des Strategieplans Pace! deutlich verbessert, hieß es weiter.

PSA-Konzernchef Carlos Tavares hat sich auf die Fahne geschrieben, aus Opel eine profitable Marke zu machen. Bisher ist die Rechnung aufgegangen. Und selbst bei rückläufigen Verkäufen steigt der Gewinn. Das sei so geplant gewesen, so ein Opel-Sprecher. Der Rückgang der Pkw-Neuzulassungen sei zu großen Teilen durch geringere Händler-, Hersteller- und Autovermieterzulassungen bedingt. Die Verkäufe in diesen wenig profitablen Kanälen wurden nach Opel-Angaben um elf Prozent reduziert. Positiv in der Ergebnisrechnung habe sich der Trend zu höherwertigen Ausstattungen niedergeschlagen. Die Kunden bestellten mehr Extras als früher. Zudem habe es eine leichte Preisanpassung gegeben.

WLTP kein Bremsklotz

Ein Ende der Absatzrückgänge komme in Sicht, sagte der Sprecher. Im zweiten Halbjahr schalte Opel auf Angriffsmodus. Im Unterschied zu Konkurrenten wie VW, Audi oder Mercedes macht den Rüsselsheimer der hohe Prüfaufwand für die neue Messung der Abgaswerte nach WLTP-Standard nicht zu schaffen. 95 Prozent aller Modelle hätten bereits die neue WLTP-Typengenehmigung. WLTP sei für Opel daher kein Bremsklotz.

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