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Rollbahn-Sanierung startet: Acht Großbaustellen am Frankfurter Flughafen

Rollbahn-Sanierung am Frankfurter Flughafen: Bis Oktober soll neuer Asphalt eine Fläche von 40 000 Quadratmetern bedecken. Das entspricht der Größe von mehr als fünf Fußballfeldern. Gearbeitet wird nur in der Nacht.
Mit Baggern und Spezialmaschinen brechen Arbeiter die Asphaltdecke auf dem Vorfeld des Flughafens auf. Foto: Boris Roessler Mit Baggern und Spezialmaschinen brechen Arbeiter die Asphaltdecke auf dem Vorfeld des Flughafens auf.
Frankfurt. 

Die rund 25 bis 30 Zentimeter dicken Meißel dringen durch die dicke Asphaltdecke wie ein Messer durch Pizzateig. Staub liegt in der Luft, wirbelt im Scheinwerferlicht. Der Boden vibriert auch noch in 30 Metern Entfernung angesichts der Wucht, mit der die Geräte der Asphaltoberfläche auf einem Stück der Rollbahn N3 auf dem Frankfurter Flughafen zu Leibe rücken. Gleich mehrere Meißel-Bagger sind im Einsatz, scheinen sich regelrecht auf ihren Ketten aufzubäumen.

Auf dem Baufeld ist angesichts der parallel arbeitenden Maschinen Präzision der Männer in den Baggerkabinen ein Muss - ebenso wie zügige Arbeit. Denn wenn um 6.15 ein A380 der Fluggesellschaft Singapur Airlines landet, muss er über die derzeitige Baustelle zu seiner Halteposition rollen können. «Das A und O ist: wir müssen pünktlich raus und die Fläche so hinterlassen, dass die Flieger rüber rollen können», betont Projektleiter Alexander Betz. Ein gut eingespieltes Team sei daher eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit.

Rollbahn N3 ist ein sogenannter Taxiway für die Gebäudepositionen am Flugsteig B und C, verbindet aber auch die großen Ost-West-Rollbahnen miteinander. Das macht sie zu einer der Hauptverkehrsachsen zu den Terminals 1 und 2. Die «Lebenszeit» einer Flughafen-Rollbahn beträgt etwa 20 bis 25 Jahren, dann ist eine grundlegende Sanierung erforderlich.

Damit der Flugbetrieb am größten deutschen Verkehrsflughafen nicht beeinträchtigt wird, geht das nur in Nachtarbeit. In der Nacht zum Donnerstag warten etwa 50 Bauarbeiter mit ihrem schweren Gerät bereits am Rand des Vorfelds, während die letzten Flieger starten und landen. Das Nachtflugverbot beginnt um 23 Uhr, doch das sogenannte «erweiterte Nachtbaufenster» ermögliche Arbeiten in der Zeit von 22 bis 6 Uhr, erklärt Betz. Der Flugbetrieb wird dann auf andere Abschnitte verteilt. Für die Baufirmen ist es Betz zufolge nicht immer einfach, Mitarbeiter zu finden, die zu monatelanger Nachtarbeit bereit seien - allein für die Arbeiten an der N3 sind 135 Baunächte vorgesehen.

In diesem Jahr gibt es acht Großbaustellen auf dem Frankfurter Flughafen, die Bauarbeiten an der Rollbahn N3 sind mit einer Gesamtfläche von 40 000 Quadratmetern die größten. Das entspricht der Fläche von mehr als fünf Fußballfeldern - Nacht für Nacht wird ein eher kleines Teilstück in Angriff genommen. «Jedes Jahr wird eine neue Fläche fällig», sagt Sylvia Schlömer, Leiterin des Infrastrukturmanagements beim Flughafenbetreiber Fraport. Angesichts der Größe des Flughafens geht die Arbeit nie aus. «Wir fangen dann wieder von vorne an.» Tagsüber steht die Rollbahn uneingeschränkt für den Flugbetrieb zur Verfügung.

Kleinteilig und arbeitsteilig geht es auf der Baustelle zu: Während die Asphaltdecke noch aufgemeißelt wird, tragen Schaufelbagger den entstandenen Bauschutt bereits ab und verladen ihn auf bereitstehende Fahrzeuge. Nach knapp zehn Minuten machen die schon wieder dem nächsten Fahrzeug Platz. Kaum ist die Baugrube groß genug, wird sie von einem Raupenfahrzeug nivelliert. Ein GPS-Gerät sorgt für die punktgenaue Tiefe, ehe Schotterschicht und Asphalt aufgefüllt werden.

«Jede Grunderneuerung bedeutet auch eine Verbesserung der Rollbahn», sagt Schlömer. Bisher war die Asphaltdecke der Bahn 30 Zentimeter dick, auf den erneuerten Abschnitten sind es 50 Zentimeter, die darunter liegende Schotterschicht ist noch einmal 30 Zentimeter dick. «Teilweise können wir auch den recycelten Asphalt der bisherigen Decke in der Schotterschicht einsetzen», sagt Projektleiter Betz. Während der Bauarbeiten, die im April begonnen haben und noch bis Oktober dauern werden, werden gewaltige Materialmengen bewegt - insgesamt werden 140 000 Tonnen ein- und ausgebaut.

Allein 750 Tonnen Asphalt werden Nacht für Nacht aufgetragen. Das Material wird vorproduziert, damit es gegen ein Uhr nachts verbaut werden kann und dann eine Temperatur von 125 bis 135 Grad hat. Bis sechs Uhr morgens muss es auf 80 Grad abgekühlt sein, damit die Flugzeuge darüber rollen können.

(dpa)

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