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Al Wazir Flughafen Ökostrom: Al-Wazir versucht den grünen Spagat

Energiewende und Frankfurter Flughafen: Tarek Al-Wazir hat in der neuen Regierung schwere Brocken am Hals. Im Interview spricht er über die neue Annährung zwischen Flughafen und Region.
Tarek Al-Wazir will den Augleich zwischen Flughafen und Region schaffen. Tarek Al-Wazir will den Augleich zwischen Flughafen und Region schaffen.
Wiesbaden.  Der Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir setzt in seinem Bemühen um weniger Lärm am Frankfurter Flughafen auf eigene Vorschläge. «Wir müssen selbst Vorstellungen entwickeln», sagte der Grünen-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. Es habe keinen Sinn, die «Allianz für Lärmschutz» erneut zusammenzurufen. Das Bündnis mit der Luftfahrtbranche hatte CDU-Regierungschef Volker Bouffier vor zwei Jahren geschmiedet, als er mit der FDP regierte. Al-Wazir gibt sich zudem optimistisch, bei Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Verständnis für Hessens Interessen in der Energiewende zu finden.

Am kommenden Dienstag hält Ministerpräsident Volker Bouffier seine Regierungserklärung, die ja auch Ihre ist. Haben Sie daran mitschreiben dürfen, damit das grüne Element sichtbar wird?

Al-Wazir: Ich habe den Entwurf gesehen. Zu Beginn einer Wahlperiode kann es eigentlich nur um den Koalitionsvertrag und seine Inhalte gehen. Eine Regierungserklärung ist ein Gesamtkunstwerk. Jedes Ministerium leistet seinen Beitrag, und es muss viel gesagt werden.

Sie wollen als grüner Verkehrsminister dafür sorgen, dass es am Frankfurter Flughafen leiser wird. Wie sieht Ihr Zeitplan aus?

Al-Wazir: Ich werde in den kommenden Wochen viel Kommunikation leisten müssen. Ich werde mit den Fluggesellschaften, mit Fraport, der Flugsicherung, der Fluglärmkommission und auch den Bürgerinitiativen reden. Mir ist es ernst mit dem Ziel aus dem Koalitionsvertrag, die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens zu erhalten und gleichzeitig den Lärmschutz zu verbessern.

Wie unterscheiden sich Ihre Versuche von der «Allianz für Lärmschutz»?

Al-Wazir: Um ein Beispiel zu nennen: Bei den Vorschlägen der Allianz zur abwechselnden Nutzung von Bahnen ging es vor allem um Starts am Morgen. Bei den Lärmpausen, die wir wollen, geht es beispielsweise auch um die Landungen nach 5.00 Uhr. Wir müssen selbst Vorstellungen entwickeln und darauf eine Diskussion aufbauen, die breiter ist als bisher, und die Bürgerinitiativen und Kommunen mit einbeziehen. Ziel ist eine Befriedung durch einen neuen Ausgleich zwischen Flughafen und Region. Das wird nicht einfach, aber ich bin sicher, dass eine neue Landesregierung und ein grüner Minister durchaus Chancen haben.

Der Grünen-Abgeordnete Frank Kaufmann sagt, dass die Zahl der Ausnahmegenehmigungen für Starts und Landungen in der Nacht halbiert werden könnten. Sehen Sie das auch so?

Al-Wazir: Der Planfeststellungsbeschluss und die darin festgelegten Ausnahmegründe gelten. Ich habe aber natürlich ein Interesse daran, dass die Ausnahmen auch Ausnahmen bleiben. Und wenn dort Auffälligkeiten festgestellt werden, wenn das bei bestimmten Fluggesellschaften oder Flügen öfter vorkommt, dann kann man durchaus nachfragen, ob deren betriebliche Abläufe optimiert werden können. Bisher habe ich dazu keinen Anlass gehabt: Im Januar gab es kaum Ausnahmen, weder bei Starts noch bei Landungen.

Sehen Sie eine Möglichkeit, den Fluglinien entgegenzukommen, damit nicht vollbesetzte Flieger mit Beginn des Nachtflugverbots um 23.00 Uhr hängenbleiben?

Al-Wazir: Das kommt zum Glück nur noch selten vor. Die Betriebsabläufe haben sich eingespielt, die Abflugzeiten wurden vorgezogen. Über Änderungen können wir nur reden, wenn beide Seiten dadurch gewinnen - die Fluggesellschaften wirtschaftlich, die Bürger durch weniger Lärm.

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