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Symposium zur Sexualerziehung stößt auf Kritik: Alle gegen „Demo für alle“

Von Vier von fünf Fraktionen wollen an einem Fest gegen den Sexualkunde-Kongress rechter Gruppen in Wiesbaden teilnehmen. Ihnen geht es um Akzeptanz und Vielfalt – in ungewöhnlicher Eintracht.
Bundesparteitag der Grünen Foto: Bernd Thissen (dpa) Der Grünen-Landesvorsitzende Kai Klose setzt sich besonders engagiert für die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften ein.
Wiesbaden. 

„Demo für alle“ heißt das Bündnis rechter Gruppierungen, das seit dem vergangenen Jahr gegen den hessischen Lehrplan für Sexualerziehung zu Felde zieht. Nach einer Demonstration im Herbst haben die Veranstalter für kommenden Samstag erneut nach Wiesbaden eingeladen – diesmal zu einem Kongress gegen Vielfalt in der Sexualpädagogik.

Info: Umstrittene Sexualpädagogik

Das Symposium „Sexualpädagogik der Vielfalt – Kritik einer herrschenden Lehre“ findet am kommenden Samstag von 11 bis 19 Uhr im Wiesbadener Kurhaus statt.

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Für alle Abgeordneten im Landtag sprechen sie aber gewiss nicht: In einer Aktuellen Stunde sprachen sich gestern im Gegenteil alle Fraktionen gegen ihre Intentionen aus und wandten sich einmütig gegen jede Form der Diskriminierung von Homosexuellen oder anderen Minderheiten. Vier der fünf Landtagsparteien kündigten überdies an, an dem als Gegenkundgebung geplanten Regenbogenfest vor dem Wiesbadener Kurhaus teilzunehmen.

Es waren die Grünen, die das Thema als Aktuelle Stunde auf die Tagesordnung des Landtags setzen.

Gegen Hass

Ihr Landesvorsitzender Kai Klose erinnerte an die Demonstration vor dem hessischen Kultusministerium im Oktober gegen die angeblich geplante „Frühsexualisierung“, bei der auch vom Verfassungsschutz beobachtete Rechtsaußen-Gruppen wie die „Identitäre Bewegung“, der „Dritte Weg“ oder ein führender NPD-Funktionär teilnahmen. „Wer Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzt, zieht genau solche Typen an“, rief Klose aus und griff die „Demo für alle“ weiter an: „Ihr wollt Hass nach Hessen tragen und ausgrenzen.“

In der Wortwahl stand dem Grünen der FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders kaum nach. Wenn Rassismus, Antisemitismus und Homophobie ihre „hässliche Fratze“ zeigten, sei es notwendig, dass die Politik ein klares Zeichen dagegen setze, sagte er. Wie zuvor Klose kündigte auch der Liberale die Teilnahme parteinaher Gruppen am Regenbogenfest an. Das soll zeitgleich zu dem Kongress stattfinden, der unter dem Motto steht: „Sexualpädagogik der Vielfalt – Kritik einer herrschenden Lehre“.

Kommt auch die CDU?

Da würden Homosexuelle für krank und heilbar erklärt, als ob „schwul sein ansteckend wäre“, erregte sich Lenders. Und Corrado Di Benedetto von der SPD wies darauf hin, dass der Kongress vom ehemaligen CDU-Mitglied Hedwig von Beverfoerde angemeldet wurde. Ihr gehe es um Ausgrenzung aller Lebensformen, die nicht ihrem ultrakatholischen Familienbild entsprächen. Die SPD unterstütze dagegen den Lehrplan von Kultusminister Alexander Lorz (CDU), der auf ein diskriminierungsfreies Bild auch homosexueller Beziehungen abziele. Auch Di Benedetto und der Linke Ulrich Wilken riefen zur Teilnahme an dem Regenbogenfest auf.

Letzterer äußerte die Hoffnung, dabei auch CDU-Mitglieder zu treffen. Doch darauf gingen die Redner der CDU nicht ein. Aber auch Sozialminister Stefan Grüttner und die Abgeordnete Irmgard Klaff-Isselmann wandten sich entschieden gegen die Diskriminierung von Menschen mit anderen Lebensentwürfen. „Hessen lebt Toleranz und Vielfalt“, sagte die CDU-Politikerin. Und der Sozialminister warnte vor Vorurteilen und Ausgrenzung. Grüttner stellte sich auch ausdrücklich vor den Lehrplan seines Kabinettskollegen Lorz, der laut Klose von der „Demo für alle“ 2016 als „Volksverderber“ diffamiert wurde. Dabei gehe es doch nur darum, neben der traditionellen Familie auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften als gesellschaftliche Realität anzuerkennen, betonte Grüttner.

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