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ESC-Streber-Wissen: Alles, was Sie zum Eurovision Song Contest wissen müssen

Von Am Samstag ist es wieder so weit und der Eurovision Song Contest lockt wieder Millionen Menschen auf der ganzen Welt vor den Fernseher. Sollten Sie zu denen gehören, denen der ESC etwas fremd ist, können das schnell für Irritationen sorgen. Wir haben für Sie daher die wichtigsten Fragen beantwortet, damit Sie auch als ESC-Laie mit Fachwissen punkten können.
Seinen Sieg beim ESC feierte Salvador Sobral gemeinsam mit seiner Schwester Luisa auf der Bühne in Kiew. Sie schrieb den Gewinnersong für ihren Bruder. Foto: DOLZHENKO/EPA/REX/Shutterstock (Rex Features) Seinen Sieg beim ESC feierte Salvador Sobral gemeinsam mit seiner Schwester Luisa auf der Bühne in Kiew. Sie schrieb den Gewinnersong für ihren Bruder.

Warum findet der ESC dieses Jahr in Lissabon statt?

Der Eurovision Song Contest (kurz: ESC) findet immer in dem Land statt, aus dem der Sieger des vergangenen Jahres kommt. Im vergangenen Jahr gewann der portugiesische Sänger Salvador Sobral mit der emotionalen Jazz-Ballade „Amar Pelos Dois“. In welcher Stadt der ESC genau stattfindet, entscheidet das austragende Land selbst. Meist fällt die Wahl auf die Hauptstadt des Landes. Jedoch nicht immer: Nach dem Lena-Sieg ließ Deutschland den ESC 2011 in Düsseldorf stattfinden.

Netta Barzilai, Israels Kandidatin für den Eurovision Song Contest. Bild-Zoom Foto: Daniel Kaminsky
Netta Barzilai, Israels Kandidatin für den Eurovision Song Contest.

Wer sind in diesem Jahr die Favoriten?

In der Regel beweisen die Buchmacher ein gutes Gespür für den Ausgang des Wettbewerbes. In diesem Jahr sind sich die Wettanbieter einig und sehen Norwegen. Estland und Zypern vorne. Großer Favorit auf den Sieg ist bei allen Israel. Auch diverse Social-Media-Rankings und Fanclub-Votings zeigen: Israel hat am meisten Fans. Doch aufgepasst: So ging es im vergangenen Jahr auch Italien und schlussendlich landete Francesco Gabbani nur auf Platz sechs. Abgerechnet wird wie jedes Jahr erst auf der Bühne des großen Finals. Bis dahin bleibt alles offen.

Der ESC ist in jedem Jahr ein buntes Festival des Vielseitigkeit.
Eurovision Song Contest 2018 Hier gibt es ein Public Viewing zum ESC 2018

Für viele Fans bedeutet der Eurovision Song Contest vor allem auch eins: Party machen! Wo man sich in Frankfurt gemeinsam bei Public Viewings den Wettbewerb ansehen kann, erfahren Sie hier.

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Wie wird über den Sieger entschieden?

Jedes Land, das am ESC teilnimmt, darf über den Sieger abstimmen. Dabei vergibt jedes Land zwei Punktesätze mit den Punkten 1 bis 8, 10, und 12. Ein Punktesatz wird per Televoting vergeben. Im vergangenen Jahr gefiel den deutschen Fernsehzuschauern der Portugiesische Act am Besten. Daher gingen 12 Punkte aus Deutschland an Portugal. Auf Platz zwei lag beim deutschen Televoting Belgien und erhielt acht Punkte etc. Mit insgesamt 367 Punkten lag Portugal im vergangen Jahr auch auf Platz 1 im Zuschauervoting. Jedes Land vergibt jedoch noch einen zweiten Satz Punkte, der von einer Expertenjury vergeben wird. Das soll einer gewissen Qualitätssicherung dienen.

Der junger Sänger begeisterte Europa im Mai mit einer Ballade beim Eurovision Song Contest (ESC) in Kiew. Bild-Zoom Foto: Julian Stratenschulte (dpa)
Der junger Sänger begeisterte Europa im Mai mit einer Ballade beim Eurovision Song Contest (ESC) in Kiew.

Die deutsche Expertenjury besteht in diesem Jahr aus den Sängern und Songwritern Max Giesinger und Mike Singer, der Ravensburger Songschreiberin Lotte, Schlager-Ikone Mary Roos und Revolverheld-Manager Sascha Stadler. Die Jury bestimmt ihre Favoriten bereits am Freitag im sogenannten "Jury-Finale". Samstagabend werden dann zunächst die Jurypunkte aus dem jeweiligen Ländern verkündet, ehe sie mit den Televoting-Ergebnissen addiert werden.  

Alexander Rybak gewinnt den nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. Foto: Audun Braastad/NTB scanpix/dpa
Eurovision Song Contest 2018 Das sind die 10 Highlights des ESC 2018

Der Eurovision Song Contest lädt nicht nur zum Feiern und Tanzen ein, sondern auch zum Diskutieren. Welcher Song gefällt am Besten? Wie Schrill darf es sein? Und wie wird Deutschland abschneiden? Unsere ESC-Experten Pia Rolfs und Dominik Rinkart prognostizieren zehn Höhepunkte.

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Wer darf alles beim ESC mitmachen?

Teilnahmeberechtigt sind alle Länder, die Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU) sind. Diese Länder sind nicht deckungsgleich mit der politischen EU oder dem geografischen Europa. So gehören auch einige Länder Nordafrikas (Ägypten, Algerien, Tunesien und Marokko) dazu. Im Osten erstreckt sich der Kreis der Teilnahmeberechtigten von Jordanien und Israel bis nach Aserbaidschan. Jedes EBU-Mitglied darf am ESC teilnehmen, muss aber nicht. So sagen immer mal wieder einzelne Länder ihre Teilnahme aus diversen Gründen ab. Meist spielt Geldmangel eine Rolle, aber auch politische Konflikte können ein Grund sein.

Der 28-jährige Michael Schulte hat sein Lied „You Let Me Walk Alone“ seinem verstorbenen Vater gewidmet.
„Wir sind aus dem Punktekeller raus“

Die letzten Jahre des Eurovision Song Contests waren deprimierend für die Deutschen, doch nun könnte sich das Blatt wenden. Die Ballade von Michael Schulte wird durch einen überzeugenden, anrührenden Bühnenauftritt ergänzt, meint „Dr. Eurovision“ Irving Wolther nach den ersten Proben. Im Gespräch mit Redakteurin Pia Rolfs erklärt er aber, von welchem weiteren entscheidenden Kriterium das deutsche Abschneiden noch abhängt.

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2015 nahm zum ersten Mal auch Australien am ESC teil. Da der ESC in Australien sehr beliebt ist, durfte das Land, anlässlich des 60. Jubiläums, am ESC teilnehmen. Aus der Ausnahme wurde eine Sonderregel. Australien muss sich seitdem jedoch zunächst im Halbfinale beweisen. Sollte der Australische Act gewinnen, würde der ESC im Folgejahr jedoch weiterhin in einem europäischen Land australischer Wahl stattfinden. Da die Gesamtzahl der Teilnehmenden Länder einen Abend sprengen würde, gibt es seit 2008 zwei Halbfinals aus denen die jeweils besten Zehn ins Finale einziehen. Die Reihenfolge in der aufgetreten wird, wird per Losverfahren festgelegt. Lediglich das Gastgeberland sowie die sogenannten Big-Five (Deutschland, Groß-Britannien, Frankreich, Spanien, Italien) sind automatisch fürs Finale qualifiziert, da diese Länder den größten Anteil des EBU-Etats stemmen.

Welche Regeln müssen die Künstler beachten?

Rund um einen Auftritt beim ESC gibt es klare Regeln. So dürfen maximal sechs Personen auf der Bühne stehen. Die Interpreten müssen mindestens 16 Jahre alt sein, nach oben gibt es keine Altersgrenze, für Jüngere gibt es den „Junior Eurovision Song Contest“. Das Lied muss live gesungen werden und darf keine politischen Botschaften enthalten. Diese Regel wird immer wieder diskutiert, da es zumeist sehr auf Interpretation beruht, was eine politische Botschaft ist. Der georgische Beitrag aus dem Jahr 2009, mit dem Titel „We don´t wanna Put In“ durfte zum Beispiel nicht teilnehmen, da die im Titel versteckte Kritik am russischen Präsidenten dann doch zu offensichtlich war.

Stefan Hantel alias Shantel hat ein eigenes Erfolgsrezept für Musik.
„Alles gut gemeint, aber nicht sexy“

Beim Finale des Eurovision Song Contest am 12. Mai in Lissabon ist Deutschland vertreten, aber auch Frankfurt ist auf ganz eigene Art beim Wettbewerb dabei. Was nicht einmal viele Fans wissen: Der Frankfurter Künstler Stefan Hantel (Künstlername Shantel) hat am moldawischen Beitrag mitgewirkt. Im Gespräch mit Redakteurin Pia Rolfs erzählt der 50-Jährige, wie es dazu kam und erklärt, warum Frankfurt in Deutschland die besten Zutaten für den ESC hätte.

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Des Weiteren dürfen die Lieder maximal drei Minuten lang sein und müssen Originalversionen sein. Auch diese Regel sorgt immer wieder für Gesprächsstoff und den Vorwurf dieses oder jenes Lied sei „geklaut“. Zudem dürfen die ESC-Lieder frühestens am 1. September des Vorjahres veröffentlicht werden. Es gibt jedoch keine Regel, die besagt, dass es einen nationalen Vorentscheid geben muss. In vielen Ländern wird der Teilnehmer daher einfach von der jeweiligen Rundfunkanstalt beschlossen. In Deutschland verzichtete der NDR zuletzt im Jahr 2009 auf einen öffentlichen Vorentscheid und scheiterte krachend.

 Es rufen doch sowieso alle nur für ihr Nachbarland an!

Das ist eine weitverbreitete These. Und tatsächlich lässt es sich gelegentlich beobachten, dass ein Land seinem Nachbarland hohe Punkte gibt, obwohl das vermeintlich ungerechtfertigt erscheint. Diese Beobachtung tritt jedoch nicht nur bei Osteuropäischen Ländern auf, sondern in allen Teilen Europas gleichermaßen. Das muss auch nicht zwingen Klüngelei sein, sondern kann auch einfach mit Sympathien für die jeweilige Songauswahl zu tun haben. Statistisch lässt sich übrigens nicht erkennen, dass „Nachbarschaftshilfe“ ein Lied eklatant nach vorne bringt. Um vorne zu landen, muss ein Lied ohnehin aus ganz Europa Punkte bekommen. Ganz vorne in der ewigen ESC-Bestenliste stehen mit Irland und Schweden auch zwei Länder, die nicht unbedingt für ihre Vielzahl an Nachbarstaaten bekannt sind. Eine gute Performance ist also nach wie vor das wichtigste Kriterium.

Warum sind die alle so verrückt drauf?

Der ESC ist ein Festival der guten Laune. Keiner nimmt etwas erster als unbedingt nötig. Gemeinsam feiern und Freude an der Musik stehen seit jeher für die ESC-Gemeinde im Vordergrund. Hoch professionale Hochglanz-Performances gehören dabei genauso zu einem ESC-Abend, wie verrückte Gestalten in albernen Kostümen und skurrilen Lieder sowie herzergreifende Balladen. Vielfalt ist das A und O.       

Dieser Artikel erschien in einer früheren Fassung erstmals am 12. Mai 2017

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