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Angeklagte bestreiten Überfall auf demenzkranken Mann

In einem Verhandlungssaal im Landgericht Frankfurt am Main steht ein Mikrofon. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv In einem Verhandlungssaal im Landgericht Frankfurt am Main steht ein Mikrofon.
Frankfurt/Main. 

Weil sie einen demenzkranken Hausbesitzer aus Bad Homburg misshandelt und beraubt haben sollen, müssen sich seit Dienstag zwei 28 und 31 Jahre alte Männer vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Laut Anklage sollen sie sich im April 2015 gemeinsam mit einem dritten Täter als Handwerker ausgegeben und damit das Vertrauen des 80-Jährigen gewonnen haben. Als sie schließlich in dessen Haus waren, sollen sie Kabelbinder und Schnüre zusammengerafft und den Mann im Badezimmer gefesselt haben. Mit 100 Euro Bargeld und der Scheckkarte sollen die Männer geflohen sein - der demente Rentner blieb hilflos zurück und konnte erst am nächsten Tag über das Badfenster einen Nachbarn alarmieren.

Die Anklage gegen die beiden Männer geht auf die Angaben eines dritten Mannes zurück, der im März vergangenen Jahres wegen einer ganzen Serie von Raubstraftaten zu mehr als acht Jahren Haft verurteilt worden war. In diesem Prozess nannte er die Namen der angeblichen Mittäter. Am Dienstag bestritten die beiden Angeklagten allerdings die Beteiligung an der Tat in Bad Homburg, die sie als „abscheulich” bezeichneten. Auch der zweite Anklagepunkt wurde von ihnen nicht eingeräumt. Demnach sollen sie als falsche Polizeibeamte in Schwalbach (Main-Taunus-Kreis) eine „Durchsuchungsaktion” vorgenommen und dabei zwei Scheckkarten entwendet haben.

Der derzeit inhaftierte dritte Mann aber bezichtigte im Zeugenstand die Angeklagten der Mittäterschaft. Man sei in jener Zeit als Außendienstmitarbeiter eines Rolladen- und Fensterunternehmens häufig zu dritt in besseren Wohngebieten unterwegs gewesen, wo man gezielt nach älteren, alleinstehenden Hausbewohnern Ausschau gehalten habe. Den mittlerweile verstorbenen dementen Mann habe man in seiner misslichen Lage sogar noch fotografiert und ausgelacht, sagte der Zeuge. Die Strafkammer hat bislang zwei Verhandlungstage anberaumt.

(dpa)
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