Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 28°C

Vorbereitungen fürs Landesfest laufen auf Hochtouren: Angst vor Kostenexplosion: Reibereien vor dem Hessentag

Der Hessentag ist nicht mehr fern: In rund vier Wochen steigt das gigantische Landesfest in Rüsselsheim. Doch üben sich die Stadtpolitiker bis dahin noch im Streiten.
Foto: Robin Göckes Noch ist Platz zum Flanieren, doch in vier Wochen steppt hier der Bär: Rüsselsheim hat sich für den Hessentag schick gemacht.
Rüsselsheim.   

Brummm, kawumm, krrrr. Ganz schön laut hier, in Rüsselsheim. Noch rund vier Wochen bis zum Hessentag, doch statt Bierzeltgarnituren und Blaskapellen belagern derzeit noch Bagger, Bauarbeiter und Sicherheitszäune den Friedensplatz in der Opel-Stadt. In Hektik verfällt in Rüsselsheim dennoch niemand: Laut Stadtverwaltung sollen die Verschönerungsarbeiten rechtzeitig fertig sein.

Seit Beginn des Jahres 2015 ist klar, dass Rüsselsheim den Hessentag 2017 vom 9. bis zum 18. Juni austragen wird. Und in der Zwischenzeit wurde hier kaum ein Stein auf dem anderen gelassen: So wurden unter anderem das Mainufer umgestaltet, die Frankfurter Straße saniert, der Friedensplatz aufpoliert. Eine Mammutaufgabe für eine ziemlich in den Miesen hängende Schutzschirmkommune. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird die Gesamtverschuldung der Stadt Rüsselsheim zum Ende des Jahres 2020 rund 452 Millionen Euro betragen – kein Wunder also, dass da viele Rüsselsheimer bereits vor der Bewerbung um das Landesfest fragten: „Müssen wir uns da auch noch den Hessentag ans Bein binden?“ Die Stadtverordnetenversammlung entschied sich im Jahr 2014 mit einer Mehrheit von 24 Stimmen für eine Bewerbung, und der Zuschlag kam.

Darf vorerst nicht nach Rüsselsheim kommen: Kollegah.
Wissenschaftliche Kontroverse im "Rind" Kollegah: Der Prototyp des Gangsta-Rappers

Die Debatte um den Rapper Kollegah und den Hessentag geht weiter: Jetzt diskutierten Rüsselsheimer gemeinsam mit dem Soziologen Martin Seeliger über das Phänomen Gangsta-Rap.

clearing

Seitdem wurde der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) nicht müde, zu verkünden, dass Rüsselsheim mit einer schwarzen Null aus dem Hessentag rausgehen werde.

Die Argumente: Für städtebauliche Infrastrukturprojekte in Vorbereitung auf den Hessentag wurden der Stadt vom Land 6,5 Millionen Euro zugesprochen, der Autobauer Opel stellt für die Großveranstaltung unter anderem Hallen und Flächen mit insgesamt knapp 200 000 Quadratmetern kostenfrei zur Verfügung. 3,5 Millionen Euro muss die Kommune für das Landesfest aus eigenen Mitteln bereitstellen. Dieses Geld will die Stadt durch den Verkauf von Eintrittskarten wieder einnehmen.

350 000 Euro Defizit

Doch schon jetzt ist klar: Der Plan, den Hessentag ohne Minus abzuschließen, geht nicht auf. Durch die Terroranschläge in Nizza und Berlin hat sich das Sicherheitskonzept für solche großen Straßenfeste verändert. Die Kosten sind entsprechend gestiegen. Derzeit steht ein Defizit von 350 000 Euro für Rüsselsheim im Raum. Einige Stadtverordnete kritisieren Oberbürgermeister Burghardt scharf, die Kostenentwicklung für das Landesfest nicht transparent zu kommunizieren. Ein scharfer Streit entbrannte in der Stadt.

Bild-Zoom
Burghardt wies die Kritik jedoch stets zurück: „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in Rüsselsheim jemals so transparent über ein Projekt informiert hätten.“ Manche Stadtverordneten sehen das allerdings etwas anders: So traten die Fraktionen SPD, Grüne und WsR bereits vor rund zwei Monaten nach einer denkwürdigen Stadtverordnetenversammlung aus dem Hessentagsbeirat aus.

Die Fraktionen nannten den Beirat eine „Alibi-Veranstaltung“. Die Stadtverordneten befürchten eine Kostenexplosion und verweisen auf vergangene Feste: So habe Hofgeismar 2015 einen Verlust von knapp 1,68 Millionen Euro gemacht, Bensheim im Jahr 2014 gar rund fünf Millionen Euro.

Mehr Werbung gefordert

Mitglieder des Magistrats vermissen von den Planern des Hessentags ein überzeugendes Konzept für das Einwerben der Sponsoringleistungen, auch reicht ihnen die Werbung für die Konzerte in der Hessentagsarena nicht aus. In diesen Diskussionen wird scharf geschossen, womöglich auch im Hinblick auf die anstehende OB-Wahl, die am selben Tag wie die diesjährige Bundestagswahl am 24. September stattfinden wird.

Dennoch schworen sich die Rüsselsheimer Politiker bei ihrer jüngsten Stadtverordnetenversammlung auf das Fest ein: „Der Hessentag muss ein großer Erfolg werden“, sagte Burghardt etwa. „Er ist so wichtig wie kaum ein anderes Projekt in den vergangenen 20 Jahren für die Stadt.“

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse