Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 21°C

Der längste Radweg der Region: Auf der Regionalparkroute das Rhein-Main-Gebiet entdecken

Wie vielfältig und abwechslungsreich das Rhein-Main-Gebiet ist, lässt sich am besten mit dem Fahrrad entdecken. Mit der Regionalpark-Route sind 550 Kilometer eines geplanten 1250 Kilometer umfassenden Radwegesystems rund um Frankfurt bereits ausgeschildert.
Foto: Pieren Regionalpark-Chef Kjell Schmidt (l.) und Michael Lederer laden zu einer Rundfahrt auf der 190 Kilometer langen Regionalpark-Route ein.
Frankfurt. 

Tagein und tagaus donnern Lastwagen und Pkw auf der Autobahn A 3 unter der Brücke hindurch. Mindestens vier Mal pro Stunde rauscht zudem ein ICE auf der parallel verlaufenden Hochgeschwindigkeitsstrecke von Frankfurt aus nach Amsterdam, Brüssel, Köln oder in andere deutsche Städte. In der Gegenrichtung geht’s zurück in die Bankenstadt.

Wer auf der Brücke der Regionalpark-Rundroute zwischen Weilbach und Wicker während seiner Radtour einen Stopp einlegt, sieht zudem unentwegt Flugzeuge vom Rhein-Main-Airport aus starten (oder landen). Es gibt nur wenige andere Plätze, wo der rasante Takt der Main-Metropole und der gesamten Rhein-Main-Region intensiver spürbar ist.

Direkt neben der Brücke schraubt sich spiralförmig der Radweg auf einen kleinen, künstlich angelegten Hügel: die „Aussichtsbastion“. Bänke unter schattenspendenden Bäumen laden trotz des pulsierenden Verkehrs zu einem Moment des Innehaltens ein. Dreht man den Blick um 180 Grad, so wandern die Augen über Felder, Wiesen und den Kirchturm von Weilbach hinweg nordwärts zum Taunus-Hauptkamm.

Der Regionalpark feiert seine Rundroute am 3. September

Das Fest auf den 190 Kilometern der Regionalpark-Rundroute ist das wohl längste Fest der Rhein-Main-Region. Die Regionalpark-Gesellschaft lädt am Sonntag, 3.

clearing

Mit dem Großen Feldberg liegen der „Hausberg“ der Frankfurter und zugleich das Herz des Naturpark Taunus zum Greifen nahe. „Von der Aussichtsbastion aus zeigt sich die Region mit all ihren Gegensätzen, den charmanten und den kantigen Aspekten“, sagt Kjell Schmidt. „Der Ausblick präsentiert sich so vielfältig, wie das gesamte Rhein-Main-Gebiet nun einmal ist.“

Der 36-Jährige ist als Geschäftsführer der Regionalpark Ballungsraum Rhein-Main GmbH quasi der Chef der größten Freizeitattraktion der Region. Überraschend, dass diese gar nicht so bekannt ist. Umso mehr ist es an der Zeit, die Regionalpark Routen bekannter zu machen. Seit Gründung im Jahr 2011 ist mit den Regionalpark-Routen im Ballungsraum ein Netz aus Radwegen entstanden, das altbekannte, verborgene oder neu inszenierte Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet.

„Die Radwege erschließen die verbliebenen und manchmal auch vergessenen vielfältigen Landschaften der Region und machen sie wieder erlebbar“, erläutert Schmidt das Konzept. Irgendwann einmal wird das Radroutennetz auf einer Länge von 1250 Kilometer das Rhein-Main-Gebiet für Radfahrer erschlossen haben.

Vom Frankfurter Grüngürtel, dem Vordertaunus und der südlichen Wetterau aus erstreckt sich der Regionalpark bis nach Rüdesheim im Rheingau. Von Mainz geht’s weiter ins Hessische Ried im Süden über Langen weiter gen Osten ins Kinzigtal nach Hanau, dem östlichsten Punkt. Frankfurt wird von hier aus entlang des Main-Radwegs angesteuert. „Bis heute sind rund 550 Kilometer Regionalparkrouten entstanden, auf denen Radfahrer 180 attraktive Ausflugsziele ansteuern können. Unterwegs erklären Info-Tafeln die Region und deren Geschichte und künstlerische Installationen laden zum Verweilen ein“, sagt Kjell Schmidt. „Die 190 Kilometer lange Regionalpark-Rundroute umschließt dabei 360 Kilometer Stich- und Querwege.“

Gewiss haben Radfahrer irgendwo schon einmal die Wegweiser mit dem roten Dreieck gesehen. Das Regionalpark-Logo leitet Radfahrer, aber auch Inliner und Spaziergänger in großen Teilen autofrei auf meist asphaltierten Wegen. Herz des Regionalparks ist das Besucherzentrum an den Weilbacher Kiesgruben mit Info-Zentrum, Abenteuerspielplatz, Gasthaus und dem markanten Aussichtsturm.

Freilich kann man aber auch von jedem x-beliebigen Punkt aus in die Rundroute starten, ebenso, wie auf die zahlreichen Thementouren und Abstecher zwischendrin. „Aufgabe, Sinn und Zweck des ausgeschilderten Regionalparks kann man beispielhaft an den rekultivierten Kiesgruben zwischen Weilbach und Hattersheim erklären“, sagt Schmidt. Der Rohstoffhunger der Menschen bei der Entwicklung einer Region war enorm. Für den Bau der Limesstadt in Schwalbach wurden zwischen 1962 und 1973 in den Weilbacher Kiesgruben die Baumaterialen gewonnen. Später wurden die Kiesgruben wieder mit dem Aushub vom U-Bahnbau verfüllt. Über einen Zeithorizont von mehreren Jahrzehnten wurden sie wieder renaturiert und sind heute unter Naturschutz gestellt.

Ziel der Regionalpark-Gesellschaft ist es also, dem Menschen Freiflächen wieder als Erholungsraum zurückzugeben und die Natur bewusst zu machen. Die Installationen und Infotafeln laden zum Nachdenken über die Ressourcen und Gestaltung der Region ein. „Wohnen, Verkehr, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft, Natur und Freifläche – alles braucht seinen Raum“, sagt der Regionalpark-Chef. „Die alles entscheidende Frage ist doch, wie viel von alledem der Mensch zum Leben braucht.“

 

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse