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Deutsche Bahn: Ausbau der Main-Neckar-Bahn verzögert sich

Barrierefreier Zugang, Steckdosen und kostenloses WLAN. Neue Züge und mehr Verbindungen sollen das Bahnfahren zwischen Rhein-Main- und Rhein-Neckar-Region ab Dezember 2018 komfortabler machen. Ganz wie geplant klappt die Umstellung auf den neuen Fahrplan aber nicht.
Deutsche Bahn stellt neue Doppelstock-Triebwagen vor Foto: Andreas Arnold (dpa) Im Frankfurter Hauptbahnhof stellte die Deutsche Bahn die neuen Doppelstock-Triebwagen vor, die auf der Strecke der Main-Neckar-Bahn sowie der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim rollen sollen.
Frankfurt. 

Mit neuen Zügen und mehr Verbindungen will die Deutsche Bahn die Ried- und Main-Neckar-Bahn attraktiver machen. 24 neue Triebzüge sollen ab Dezember nach und nach auf den Strecken eingeführt werden. Bei der Vorstellung der neuen Fahrzeuge am Samstag am Frankfurter Hauptbahnhof stellte sich heraus, dass Teile einer Verbindung erst im Dezember 2018 genutzt werden können, weil die DB Netz AG nicht rechtzeitig mit der nötigen Signaltechnik fertig wurde.

„Auch uns macht es keinen Spaß, wenn Züge zu spät kommen. Daher arbeiten wir Tag und Nacht daran, dass es besser wird“, sagte Frank Klingenhöfer, Chef der Regionalleitung DB Regio Mitte, bei der Vorstellung der neuen Doppelstock-Fahrzeuge. Die DB Regio Mitte betreibt nach dem Fahrplanwechsel im Dezember weiterhin die Ried- und Main-Neckar-Bahn, der neue Vertrag läuft bis 2032.

„Der Status Quo ist nicht so, wie wir es uns wünschen“, sagte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Die neuen Fahrzeuge seien eine große Verbesserung. Die von Bombardier Transportation hergestellten Doppelstock-Fahrzeuge vom Typ Twindexx Vario verfügen nach Angaben der Deutschen Bahn über „Komfortsitze“, eine leistungsstarke Klimaanlage, moderne Informationsdisplays und barrierefreie Zugänge. Fahrgäste können Steckdosen und kostenloses WLAN nutzen.

Empfänger auf den Dächern der Fahrzeuge greifen auf das Mobilfunknetz von Vodafone und Telekom zu. 50 Megabyte stehen jedem Nutzer ungedrosselt zur Verfügung. Wenn sie überschritten sind, wird die Übertragungsrate verlangsamt.

Neue Baureihe

Die 24 Triebzüge werden ab 10. Dezember nach und nach bis zum Frühjahr 2018 eingeführt. 250 Millionen Euro kosten die neuen Fahrzeuge. Die Länder Hessen und Baden-Württemberg beteiligen sich anteilsmäßig nach den in ihrem Gebiet verlaufenden Bahnstrecken. Zwei Drittel der Gleise der Main-Neckar- und der Riedbahn liegen in Hessen, ein Drittel in Baden-Württemberg. Die Bahn schult 60 Triebfahrzeugführer für die Baureihe.

Ab 10. Dezember gilt auf Ried- und Main-Neckar-Bahn außerdem ein Fahrplan mit dichterem Takt als bisher. Die Riedbahn verbindet Frankfurt über Groß-Gerau mit Mannheim, die westlich parallel verlaufende Main-Neckar-Bahn Frankfurt über Darmstadt mit Heidelberg. Ab Dezember fahren Züge im Halbstundentakt zwischen Darmstadt und Frankfurt. Die Verbindungen Frankfurt-Mannheim und Frankfurt-Heidelberg werden stündlich bedient. Am Wochenende gibt es zwei zusätzliche Nachtzugpaare zwischen Frankfurt und Mannheim.

Als „Wissenschaftsshuttle“ bezeichnete Christian Specht, Vorsitzender des Zweckverbandes Verkehrsbund Rhein-Neckar und erster Bürgermeister von Mannheim, die neuen Verbindungen. Die Wissenschaftsstandorte Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg und Mannheim würden so vernetzt. „ÖPNV-Förderung ist auch Bildungsförderung“, sagte er. Mit den neuen Verbindungen würde der historische Fehler ausgeglichen, das die Rhein-Neckar-Bahn Mitte des 19. Jahrhunderts nicht über Mannheim verlegt wurde, sondern weiter östlich „übers Feld“.

Von neuen Verbindungen profitieren soll der Raum Mannheim auch über ein „Flügelzugkonzept“. Mit den neuen Zügen ist es möglich, Zugteile schnell voneinander zu trennen. Geplant ist, Züge in Neu-Edingen/Friedrichsfeld in Zugteile nach Heidelberg beziehungsweise Mannheim aufzuteilen.

(lhe)
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