Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 8°C

Fußfesseln: Bad Vilbel: Überwachungsstelle zieht um

Von In der Kurstadt Bad Vilbel wird es bald keine zentrale Überwachungsstelle für die Aufenthaltsüberwachung von "Fußfesselträgern" mehr geben. Kommen Mitarbeiter "hinter dicke Mauern"?
Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Bayerns Justizminister Winfried Bausback 2015 bei einem Besuch in Bad Vilbel.
Bad Vilbel. 

Die Tage der Zentrale für die Aufenthaltsüberwachung in Bad Vilbel sind gezählt. Wie diese Zeitung aus verlässlicher Quelle erfuhr, müssen sich die 17 Mitarbeiter in absehbarer Zeit auf einen Umzug vorbereiten.

Hintergrund für diesen Ortswechsel seien in erster Linie Sicherheitsgründe, wie aus Justizkreisen zu erfahren war. Im Klartext bedeutet das: Die Räumlichkeiten in Bad Vilbel könnten nicht effektiv geschützt werden und seien darüber hinaus zu klein. Deshalb soll sich künftig die Überwachungsstelle „hinter dicken Mauern“ befinden.

Noch nicht spruchreif

Das könnte bedeuten, dass sich die Bad Vilbeler „Fußfesselüberwacher“ bald in einem hessischen Hochsicherheitsgefängnis wiederfinden. Aber das sei alles „noch nicht spruchreif“, wie aus Justizkreisen zu erfahren war. Über den möglichen Umzug wurden die Mitarbeiter bereits in dieser Woche informiert. In Kürze ist noch ein weiteres Gespräch mit den Mitarbeitern anberaumt worden.

In der Tat: Die Brisanz der Arbeit sieht man dem kleinen Büro nicht an. Es ist nur eine enge Erdgeschosswohnung in einem Justizgebäude in Bad Vilbel, früher lebte hier einmal der Hausmeister.

Hier gehen im Minutentakt die Daten der Personen ein, die eine elektronische Fußfessel tragen. Gesendet wird die Richtung und Geschwindigkeit der Bewegung der betreffenden Person. Auf den Bildschirmen erscheint diese dann als kleiner Pfeil auf einer Satellitenaufnahme. Im Falle eines Falles ruft ein Mitarbeiter der Überwachungsstelle den Fußfesselträger auf dem Handy an. Meldet der sich nicht, verständigt er sofort die Polizei vor Ort, um den Gesuchten aufzuhalten.

Dann klingelt der Alarm

Via Satelliten wird alle 15 Minuten der Aufenthaltsort der Fußfesselträger geortet. Nähert sich ein Träger der für ihn verbotenen Zone oder verlässt ein zugewiesenes Gebiet, klingelt in der Überwachungszentrale der Alarm. Derzeit überwachten die Mitarbeiter der Bad Vilbeler Überwachungsstelle bundesweit 89 Straftäter, für die Gerichte das Tragen einer Fußfessel angeordnet haben. In Hessen seien es 16 Personen, die mit einer Fußfessel überwacht würden.

Die bei der IT-Stelle der hessischen Justiz in Bad Vilbel angesiedelte Überwachungsstelle hat 2012 den Betrieb aufgenommen. Ihre Aufgabe ist es, die eingehenden Ereignismeldungen rund um die Uhr entgegenzunehmen und „im Hinblick auf möglicherweise notwendige Maßnahmen der Gefahrenabwehr oder der Führungsaufsicht zu bewerten“, so das Justizministerium. Die hessischen Erfahrungen hätten bestätigt, dass durch die telefonische Kontaktaufnahme zum Fußfesselträger ein Teil „der Vorkommnisse“ direkt geklärt und dadurch Eskalationen vermieden werden könnten.

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse