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Bahnlärm-Gegner kritisieren Resolution gegen Bahnlärm

Die Menschen im Mittelrheintal sind sich einig: Mit dem Bahnlärm kann es so nicht weitergehen. Uneins sind sie aber darüber, wie schnell welche Ziele erreicht werden können. Das zeigt die Kritik eines Bürgernetzwerks an einer Resolution anderer regionaler Vertreter.

Boppard. 

Es geht ein Riss durch die Gruppe der Bahnlärm-Gegner im Mittelrheintal: Das Bürgernetzwerk Pro Rheintal hat die jüngst von zahlreichen regionalen Vertretern unterzeichnete Resolution gegen den lauten Schienenverkehr kritisiert. Teile dieser Resolution seien nicht nachzuvollziehen und würden gar bei wichtigen Verhandlungspositionen gegen die Interessen der Region und ihrer Menschen verstoßen, teilte das Netzwerk am Dienstag in Boppard mit.

Am Vortag hatten mehr als 50 Vertreter von Kommunen, Initiativen, Kammern und Verbänden in St. Goar die Resolution unterschrieben. Zu den Unterzeichnern gehörten auch die Initiative Region Mittelrhein und der Präsident der Struktur und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Ulrich Kleemann. Dieser hatte als Vorbild im Kampf gegen Bahnlärm die Schweiz genannt. Dort sehe ein Gesetzentwurf von 2020 an neue Lärmgrenzwerte auf Bahnstrecken vor. Diese entsprächen einem faktischen Verbot der alten, lauten Graugussbremsen an Güterwaggons.

Daran stößt sich Pro Rheintal. Das Netzwerk stehe im Beirat «Leiseres Mittelrheintal» erfolgreich in Verhandlungen mit Bund, Bahn und EU, um den Lärm schon in den kommenden Monaten und Jahren auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, sagte der Vorsitzende Frank Gross. Ziel sei etwa, schon ab 2016 ein Nachtfahrverbot für laute Güterzüge und bis 2018 eine Umrüstung der Waggons auf leisere Bremsen zu erreichen. Darum sei es unverständlich, warum in der Resolution auf die Schweiz und eine mögliche Umrüstung bis 2020 verwiesen werde.

Der Beirat «Leiseres Mittelrheintal» war Ende 2012 gegründet worden. In ihm sitzen neben der Bahn Vertreter aus Politik und Bürgerinitiativen. Ende März hatte er sich auf eine Untersuchung über mögliche technische Mittel zur Verringerung des Lärms verständigt. Mitte Juni hatte die Bahn dann bekanntgegeben, in diesem und dem kommenden Jahr rund 20 Millionen Euro für Schutzvorrichtungen an den Schienen auszugeben. Ein Teil der Vorhaben wurde bereits umgesetzt.

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