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Hessischer Landtag: Bauarbeiten am Wiesbadener Schloss kommen voran

Wenn alles nach Plan läuft, können die Mitarbeiter des hessischen Landtags 2020 wieder ins Wiesbadener Stadtschloss einziehen. Die Bauarbeiten machen Fortschritte.
Stadtschloss Wiesbaden verhüllt Foto: Andrea Löbbecke (dpa) Eine Hülle verdeckt die Bauarbeiten am Landtag.
Wiesbaden. 

Fast sieht es so aus, als sei alles beim Alten. Doch in Wirklichkeit ist es nur eine Hülle. Seit einigen Tagen verdeckt eine Plane, auf die das historische Gebäude aufgedruckt ist, das Baugerüst um das Wiesbadener Stadtschloss mit dem Landtag. Dahinter laufen die Sanierungsarbeiten, verpacken Arbeiter Möbel und Vorhänge. Im Keller beginnen derweil schon die ersten Brandschutzvorbereitungen. „Wir sind ein wenig in Verzug, weil sich die Vergabeverfahren hingezogen haben, können aber den Zeitplan weiter einhalten“, sagte Landtagssprecher Pascal Schnitzler.

Das denkmalgeschützte Gebäude ist seit 1946 Sitz des Parlaments. Die Sanierung ist nötig, weil Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg nicht fachgerecht repariert worden waren. Eine Bombe hatte den Ostflügel des Stadtschlosses erheblich beschädigt. Durch eindringende Feuchtigkeit entwickelte sich im Dachstuhl und in Teilen der Wände ein holzzerstörender Pilz (Hausschwamm), der über Jahrzehnte unentdeckt geblieben war. Erst als 2008 Sanierungsarbeiten anstanden, wurde der Hausschwamm gefunden.

Kran im Hof

Ende September werde ein Turmdrehkran im Innenhof aufgestellt, erklärte Schnitzler. Er soll über den kompletten Baustellenbereich schwenken können und das alte Dach abtragen. Zwischen Mitte und Ende Oktober montieren die Arbeiter je nach Wetterlage ein Schutzdach, um anschließend die bisherige Dachkonstruktion zurückzubauen. Das befallene Holz, das dabei abtransportiert wird, muss in spezielle Hüllen verpackt werden, damit sich der Pilz nicht verbreitet.

Im Rahmen der Arbeiten sollen unter anderem wieder Büros unter dem Dach eingerichtet werden. Momentan sitzen 16 Mitarbeiter des hessischen Landtags in 36 Containerelementen, die als Ersatzbüros dienen. Insgesamt mussten 30 Mitarbeiter ihre Schreibtische räumen. Außerdem werden der Brandschutz in dem historischen Gebäude modernisiert und im Innenhof Rückhaltebecken für Wasser errichtet. Der neue Dachstuhl des Ostflügels ist als Stahlkonstruktion vorgesehen.

Kosten: 18,1 Millionen

Die Sanierungsarbeiten sollen bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Wenn alles gut läuft, kann ab Herbst 2019 das Gerüst abgebaut werden. Die Kosten werden auf insgesamt rund 18,1 Millionen Euro beziffert, davon 11,2 Millionen Euro für die Sanierung.

Während der Bauarbeiten kann der hessische Landtag weiterhin im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Auch den historischen Musiksaal, in dem der erste hessische Landtag im Jahr 1946 tagte, können sich die Besucher anschauen, das Stadtschloss allerdings derzeit nur virtuell. lhe

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