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Zum Schulstart: Bewerbermangel: Rund 100 Stellen für Grundschullehrer unbesetzt

Es ist für den Kultusminister eine ungewohnte Situation: Das Geld und die Stellen sind da - aber es gibt zu wenig Lehrer. Die Opposition fordert mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Mangel.
Grundschullehrerin in Frankfurt (Oder). Foto: Patrick Pleul/Archiv Grundschullehrerin in Frankfurt (Oder). Foto: Patrick Pleul/Archiv
Wiesbaden.  Wegen eines Mangels an Bewerbern sind an hessischen Grundschulen zum Start ins neue Schuljahr rund 100 Lehrerstellen nicht besetzt. Dies entspricht rund einem Prozent aller Stellen für Grundschullehrer im Land, wie Kultusminister Alexander Lorz am Donnerstag in Wiesbaden erklärte. Die Grundversorgung beim Unterricht sei aber nicht gefährdet, betonte der CDU-Politiker. Dies habe eine Abfrage bei allen 1068 Grundschulen ergeben.

Für die übrigen Schulformen erwartet der Minister, dass alle Stellen besetzt werden können - auch wenn es zum Start ins neue Schuljahr an einigen Schulen noch etwas klemmen könnte. «Geld und Stellen sind nicht das Problem, wir müssen vielmehr bei der Personalgewinnung Kreativität entwickeln», sagte der Minister.

Nach vorläufigen Zahlen werden nach den Sommerferien ab kommender Woche rund 771 000 Kinder und Jugendliche die öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Hessen besuchen. Dies entspricht in etwa der Summe vom vergangenen Jahr. Die Zahl der Erstklässler erhöht sich laut Ministerium um gut 1000 auf 54 000. An den 1800 Schulen stehen insgesamt rund 53 000 Lehrerstellen bereit - nach den Worten von Lorz so viele wie nie zuvor.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen, kritisierte, die Landesregierung kaschiere einen eklatanten Lehrermangel. Rund 5500 Lehrkräfte hätten keine komplette Ausbildung, sondern lediglich eine Unterrichtserlaubnis. Bleibe eine Stelle unbesetzt, dann treffe das vor allem Grundschulen mit kleinem Kollegium hart. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Wolfgang Greilich, verwies auf eine «massive Überlastung» von Lehrern, etwa beim gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern. Die Landesregierung müsse die Klagen endlich ernst nehmen.

Lorz erläuterte, dass in den beiden zurückliegenden Jahren rund 38 000 neue Schüler als Seiteneinsteiger in die Klassen gekommen seien - nicht nur Flüchtlinge, sondern auch viele Kinder und Jugendliche aus EU-Ländern. Diese Schüler brauchen intensiven Deutschunterricht, müssen oft Lesen und Schreiben lernen.

Nach den Worten des Kultusministers greifen die Maßnahmen der Landesregierung gegen den Lehrermangel. So ließen sich derzeit unter anderem 130 Lehrer anderer Schulformen zum Grundschullehrer weiterbilden. Auch die Kapazitäten bei der Lehrerausbildung seien ausgeweitet worden.


(dpa)
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