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Geografische Herkunft der Kräutermischungen: Bislang kaum Interesse an EU-Siegel für «Frankfurter Grüne Soße»

«Grüne Soße» ist für viele eine kulinarische Institution der Frankfurter Region. Seit einem Jahr ist dafür ein EU-Siegel möglich, das diese geografische Herkunft schützt. Das Interesse daran ist bislang aber gering.
Ein Teller "Frankfurter Grüne Soße" mit Bratkartoffeln und Ei steht am 09.05.2011 in Frankfurt am Main in einem Lokal auf dem Tisch. Foto: Marc Tirl (dpa) Ein Teller "Frankfurter Grüne Soße" mit Bratkartoffeln und Ei steht am 09.05.2011 in Frankfurt am Main in einem Lokal auf dem Tisch.
Gießen.  Das EU-Siegel für die traditionelle «Frankfurter Grüne Soße» ist bei den regionalen Herstellern bislang auf wenig Interesse gestoßen. Erst ein Betrieb habe ernsthaftes Interesse bekundet, die Spezialität mit geschützter geografischer Angabe herzustellen, teilte das hessenweit zuständige Regierungspräsidium Gießen der Deutschen Presse-Agentur mit. Entsprechende Kontrollen der Hersteller könnten wohl Mitte bis Ende April beginnen – «ab einem ausreichenden Wachstum der Kräuter».

Vor einem Jahr hatte die EU die «Frankfurter Grüne Soße» unter besonderen Schutz gestellt. Demnach dürfen nur noch bestimmte Kräutermischungen den Namen tragen, die unter anderem strenge geografische Vorgaben erfüllen.

Bei der sogenannten Spezifikationskontrolle prüfen die Experten zum Beispiel, ob alle verwendeten Kräuter wirklich in Frankfurt oder angrenzenden Kommunen angebaut wurden. Es geht auch um das Mischungsverhältnis der sieben für «Grüne Soße» typischen Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Kresse, Pimpernelle, Borretsch und Sauerampfer.

Das Regierungspräsidium erklärte, theoretisch wären solche Kontrollen schon vergangenes Jahr möglich gewesen. Nur sei das Siegel für die Betriebe zu spät und überraschend gekommen, als dass sie sich dafür registrieren konnten. So hätten etwa die Gärtnereien, in denen die Kräuter wachsen, ihre Planung nicht mehr anpassen können. Die Betriebe hätten etwa noch «bis zu tausend Tonnen» altes Einwickelpapier gehabt. Es habe spezielles Einwickelpapier gefehlt, in das die Kräuter für die Soße laut EU-Vorgaben in Handarbeit eingeschlagen werden müssen.

Nun hatten die Betriebe und Gärtnereien der Region ein Jahr Zeit, um die Voraussetzungen für eine siegelkonforme Produktion zu schaffen. Aber die dafür zu erfüllenden, strengen Richtlinien scheinen die meisten nicht auf sich nehmen zu wollen.

Zur Untätigkeit verdammt ist das Regierungspräsidium deshalb nicht: Seit Einführung des Labels kontrollieren Mitarbeiter auf Wochenmärkten, im Einzelhandel oder in Gaststätten, ob der Name «Frankfurter Grüne Soße» missbräuchlich genutzt wird. Das ist etwa der Fall, wenn auf der Packung zwar «Frankfurter Grüner Soße» steht, zugleich aber «Ursprung Kräutermix aus EU-Ländern» vermerkt und der Hersteller nicht im geografisch festgelegten Gebiet um Frankfurt herum ansässig ist.

Solcher Missbrauch werde fortlaufend bei Qualitätskontrollen von Obst und Gemüse mitgeprüft, berichtete die Gießener Behörde. Wie viele Kontrollen es waren, könne man aber nicht sagen. Bei sechs Kontrollen stellten die Prüfer Verstöße fest. In einem solchen Fall werde eine Frist gesetzt, um die Kennzeichnung zu korrigieren. Werde diese nicht eingehalten und das Produkt weiter als «Frankfurter Grüne Soße» verkauft, sei das ein Verstoß gegen das Markengesetz – das Verfahren werde dann an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

(dpa)

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