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Busfahrerstreik: Busstreik ab Montag - Manche Städte rechnen mit Totalausfall

Für die Fahrer bei privaten Busunternehmen geht es um Geld, Pausenzeiten, Urlaubstage. Für die Fahrgäste lautet die Frage: Was tun, wenn das Kind zur Schule und man selbst zur Arbeit muss?
Bushaltestelle in der Haingrabenstraße Frankfurt / Praunheim, Symbolbild. Foto: Heike Lyding Bushaltestelle in der Haingrabenstraße Frankfurt / Praunheim, Symbolbild.
Frankfurt/Gießen.  Am ersten Schultag nach den Ferien werden in vielen Orten Hessens Schulkinder und Pendler vergebens auf den Bus warten. Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter privater Busunternehmen ab Montag zum unbefristeten Streik aufgerufen. Besonders betroffen sind die Fahrgäste in Frankfurt, Offenbach, Hanau und das gesamte Rhein-Main Gebiet, sowie Darmstadt, Marburg, Gießen, Fulda und im Main-Kinzig-Kreis.

Insgesamt sind die Beschäftigten von 20 Busbetrieben in Hessen zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Nordhessen ist von dem angekündigten Streik am wenigsten betroffen. In anderen Regionen warnen die lokalen Verkehrsgesellschaften vor massiven Einschränkungen. Sie empfehlen den Kunden, sich frühzeitig nach Alternativen umzusehen und sich am Montag kurzfristig über die aktuelle Lage zu informieren.

Verdi verhandelt mit dem privaten Busverkehrsverband über einen neuen Entgelttarifvertrag und den Manteltarifvertrag. Mit dem Streik will die Gewerkschaft ihre Forderungen unterstreichen: eine stufenweise Anhebung des Stundenlohns von 12,00 auf 13,50 Euro, Verbesserungen bei der Pausenregelung und ein zusätzlicher Urlaubstag.

Die hessischen Busunternehmer haben für die Aktion gerade zum Schulbeginn kein Verständnis. Der in Gießen ansässige Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer forderte Verdi auf, «mit realistischen Forderungen an den Verhandlungstisch zurückzukommen». Der Landesverband vertritt die Interessen von etwa 170 privaten Omnibusbetrieben mit rund 3000 Bussen in Hessen.

In FRANKFURT rechnet die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq damit, «dass am Montag von Betriebsbeginn an nahezu alle der 63 Frankfurter Buslinien bestreikt werden». Im Gegensatz zu kleineren Orten, wo es oft nur Busse gibt, können Frankfurter immerhin auf S- und U-Bahnen, Straßenbahnen und Regionalzüge ausweichen.

Im gesamten Rhein-Main-Verkehrsverbund werde es «zu beträchtlichen Einschränkungen» kommen, sagte RMV-Sprecher Sven Hirschler. Ersatzbusse gebe es nicht. «Wir können keine zusätzlichen Angebote durch nicht betroffene Verkehrsunternehmen bereitstellen lassen, weil wir weder wissen, wo tatsächlich gestreikt wird und wer tatsächlich betroffen ist», sagte Hirschler.

Auch die RhönEnergie FULDA rechnet mit «spürbare Einschränkungen». In welchem Umfang der Arbeitskampf den Busverkehr in und um Fulda beeinträchtigen werde, sei noch nicht abzusehen. «Es hängt davon ab, wie viele der zum Streik aufgerufenen Busfahrer sich tatsächlich an der Aktion beteiligen», teilte die RhönEnergie mit.

Auch die Stadt HANAU ist vom Streikaufruf betroffen. «Inwieweit ist aber noch offen», sagte Joachim Haas-Feldmann von der städtischen Pressestelle. Offen sei auch noch die Frage eines Ersatzverkehrs oder Notfallfahrplans. Bedient wird der öffentliche Busverkehr in der Brüder-Grimm-Stadt von zwei Gesellschaften - einer privaten und einer kommunalen, für die der Streikaufruf nicht gilt.

In DARMSTADT rechnet das Nahverkehrsunternehmen HEAG mobilo damit, dass alle etwa 80 Busse im Depot bleiben. Betroffen sein könnten auch einzelne Buslinien im Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie in den Kreisen Groß-Gerau und Bergstraße. Fahrgäste sollten auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Die Straßenbahnen fahren regulär.

In MARBURG gibt es Notfallpläne, die zum Tragen kommen, sollten die Busfahrer streiken. Allerdings wissen man noch nicht, ob und wie stark die Stadt betroffen sei, hieß es bei den Stadtwerken Marburg. Auch die Stadtwerke GIESSEN sind dabei, Informationen zu sammeln, wie Sprecherin Ina Weller sagte. «Wenn wir ein konkreteres Bild haben, macht es Sinn, zu überlegen, ob wir einen Notfallplan aufstellen.»

(dpa/lhe)

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