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Al-Wazir für Energieeffizienz: Das Land der Rechenzentren

Der "Green Cube" in Darmstadt kühlt seine gigantischen Rechner mit Wasser statt mit Luft. Vorbildlich, freut sich Wirtschaftsminister Al-Wazir. Denn die in Hessen stark wachsende Branche der Rechenzentren müsse effizienter mit Energie umgehen.
Hochleistungsrechenzentrum Green Cube Bilder > Foto: Alexander Heinl (dpa) Kabinen mit Computerservern des „Green Cube“ – ein Hochleistungsrechenzentrum, das unter anderem für die Speicherung und Auswertung von Daten des Teilchenbeschleunigers „Fair“ erbaut wird – reihen sich im GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt aneinander.
Frankfurt/Darmstadt. 

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) will Hessen als führenden Standort für Rechenzentren ausbauen und setzt dabei auf einen effizienteren Umgang mit Energie. Die Zunahme des Datenverkehrs lasse einen deutlichen Anstieg des Stromverbrauchs erwarten, sagte Al-Wazir gestern bei einer Fachtagung mit dem Thema „Rechenzentren als Herzstück der digitalen Transformation“ in Frankfurt. „Allein bis 2020 sind fast 20 Prozent prognostiziert.“ Die Branche müsse sich daher auch mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit weiter mit Energieeffizienz auseinandersetzen.

Hessen sei bei den Rechenzentren der „Top-Standort“ in Deutschland: Rund 40 Prozent der großen Zentren mit mehr als 5000 Servern hätten ihren Sitz in dem Bundesland. Die Investitionen in diese Standorte stiegen nach Einschätzung von Experten bis 2016 um zehn Prozent – und damit stärker als im Bundesdurchschnitt (sechs Prozent). Das Wachstum basiere vor allem auf Cloud-Services und Colocation. Bei letzterem mietet ein Kunde eine Fläche für seinen Server in einem Rechenzentrum. „Hessen ist auch in diesen Bereichen deutschlandweit an der Spitze“, betonte Al-Wazir.

Info Hessen ganz weit vorn

Hessen gehört in Deutschland zu den wichtigsten Standorten für Rechenzentren. Von den Standorten mit mehr als 5000 Servern sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 40 Prozent in Hessen. Gemessen an der IT-Fläche steht ein Viertel der Kapazitäten in Hessen.

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„Trotz der relativ hohen Energiekosten in Deutschland sind Frankfurt und die Rhein-Main-Region für die Betreiber von Rechenzentren attraktiv“, sagte Al-Wazir. Denn die Region verfüge über eine hochwertige Versorgungsstruktur und viel Know-how. „Außerdem spielt das hohe Niveau hinsichtlich Datenschutz und Rechtssicherheit eine wichtige Rolle für die Attraktivität des Standorts.“

Gutes Vorbild

Zu den vorbildlichen Projekten beim Umgang mit Energie zähle der sogenannte Green IT-Cube. Dieser soll zu einem der leistungsfähigsten wissenschaftlichen Rechenzentren der Welt werden. Das sechsstöckige Gebäude war am Freitagvormittag auf dem Campus des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt eröffnet worden. Der Green IT-Cube kühlt seine Rechner anstelle mit Luft deutlich energiesparender mit Wasser.

Als ein anderes positives Beispiel nennt das Wirtschaftsministerium das Rechenzentrum des EDV-Centrums für Kirche und Diakonie. Dies konnte die Leistungsfähigkeit steigern und gleichzeitig den Energieverbrauch um 35 Prozent senken. Dies sei unter anderem mit einer Virtualisierung aller Systeme gelungen. Diese Virtualisierung habe zu einer sehr hohen Auslastung geführt. Somit müssten weniger ungenutzte IT-Kapazitäten in Betrieb gehalten und gekühlt werden.

Das größte kommunale Rechenzentrum Hessens in Kassel (ekom21) habe bei einer grundlegenden Modernisierung von 2009 bis 2011 sowohl die Zahl seiner Server als auch den Stromverbrauch (von 220 auf 45 Kilowatt) deutlich verringert.

Abluft als Heizung

Dafür wurden rund 1,5 Millionen Euro in Baumaßnahmen und 900 000 Euro in neue Technik investiert. Zu den energieeffizientesten Rechenzentren der Republik zähle das „Smart RZ“ der SMA Solar Technology AG. Es nutze die zulässigen Temperaturen von bis zu 30 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 20 bis 80 Prozent für die direkte freie Kühlung durch eine Lüftungsanlage aus. Die warme Abluft des Rechenzentrums werde für die Hallenheizung genutzt. lhe

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