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Andreas Buro: Der Kämpfer für Weltfrieden ist tot

Andreas Buro, der große Mann der Deutschen Friedensbewegung ist tot. Der 87-Jährige erlag am Dienstag in seinem Haus in Hundstadt einem Krebsleiden.
Andreas Buro
Grävenwiesbach. 

Erst vergangene Woche hatte er angekündigt, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Aber schon am Dienstag verstarb der Friedensforscher Professor Dr. Andreas Buro. Mit ihm verliert die Friedensbewegung einen Vorreiter der ersten Stunde. Seine stets pazifistischen Äußerungen waren aber nie zu vernehmen, ohne dass er zugleich eine Lösung anbot. Und diese bestand meist darin, dass die Friedenslogik die Kriegslogik in Frage stelle. Sein Leitbild bezog sich dabei auf die zivile Konfliktbearbeitung, für Andreas Buro das Gegenkonzept der militärischen Konfliktaustragung. Am Ende seines Lebens war er überzeugt, dass ein großer Prozess des Umdenkens und der Umorientierung im Gange sei.

Der Friedensaktivist wurde am 15. August 1928 in Berlin geboren. Bereits Ende der 1950er Jahre engagierte er sich in der Friedenspolitik. Er war einer der Mitbegründer des Komitees für Grundrechte und stand in vorderster Reihe, als sich 1960 der erste Ostermarsch in Bewegung setzte, um sich öffentlich gegen Atomwaffen auszusprechen. Diesen Protestveranstaltungen schloss sich auch im Usinger Land, das zu seiner neuen Heimat geworden war, eine breite Basis an, zu der die Arbeiterbewegung genauso zählte wie die Intellektuellen des Hintertaunus. Er beeinflusste mit seinem Denken die Menschen- und Bürgerrechtsbewegung, war Mitbegründer der undogmatischen Neuen Linke in der Bundesrepublik.

Auch mit 85 Jahre arbeitete sein Verstand messerscharf, was er in vielen Vorträgen beweisen konnte. Er erhielt 2008 den Aachener und 2013 den Göttinger Friedenspreis. Seine Grundthese war stets: Deeskalation in Form von Kooperation anstatt Konfrontation. Dies hat Andreas Buro der Welt hinterlassen.

(msc)
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