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Deutsche-Börse-Aktionäre geben Kengeter zweite Chance

Joachim Faber. Foto: Arne Dedert/Archiv Joachim Faber. Foto: Arne Dedert/Archiv
Frankfurt/Main. 

Die Aktionäre der Deutschen Börse haben sich trotz der geplatzten Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) größtenteils hinter Vorstandschef Carsten Kengeter gestellt. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Frankfurt wurde er mit 83,92 Prozent der anwesenden Stimmen entlastet. Aufsichtsratschef Joachim Faber wurde von den Aktionären mit 86,95 Prozent der Stimmen entlastet. Die anderen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bekamen ähnliche Werte. Die Entlastung hat dabei vor allem eine symbolische Bedeutung.

Zuvor wurde deutliche Kritik laut, dass das Risiko eines Brexit in den Fusionsverhandlungen unterschätzt worden sei. Die Deutsche Börse hatte mit der Londoner Börse einen Branchenriesen schmieden wollen. Die Entscheidung der Briten, aus der EU auszutreten, erschwerte das Vorhaben aber. Vor allem die Frage nach dem Sitz der gemeinsamen Dachgesellschaft war ein Streitpunkt. Erschwerend kamen die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen Kengeter hinzu wegen eines millionenschweren Aktienkaufs kurz vor der Bekanntgabe der Fusionspläne. Letztlich platzte die Fusion, nachdem die LSE eine Auflage der europäischen Wettbewerbshüter nicht erfüllen wollte.

Aufsichtsratschef Faber stellte sich hinter Kengeter und verteidigte die Entscheidung, den früheren Investmentbanker vor zwei Jahren zum Börsenchef gemacht zu haben. Es sei dabei nicht um die Erfahrung bei Firmenfusionen gegangen, sondern darum, einen Vorstandsvorsitzenden zu finden, der große Erfahrung im internationalen Kapitalmarkt vorweisen konnte - „nämlich da, wo unsere Kunden tätig sind”. Auch habe der neue Chef ausreichende Führungserfahrung mitbringen müssen.

„Und als letztes hatten wir ein Kriterium, was sich dann als relativ schwierig herausstellte”, sagte Faber. „Wir wollten, dass dieser Kandidat entweder einen deutschen Pass hat oder zumindest der deutschen Sprache mächtig ist.” Der Aufsichtsrat habe dabei an die Interessen der Region Rhein-Main und des Finanzplatzes Deutschland gedacht. „Da gibt es nicht sehr viele Kandidaten auf der Welt”, führte Faber aus. Mit Kengeter sei jemand gefunden worden, „den ich wirklich aus diesen Gründen als ein Ausnahmetalent bezeichnen kann”.

(dpa)
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