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„Jugend forscht“ –: Die Neugier treibt junge Tüftler aus Hessen an

Jugend forscht“ gilt als größter wissenschaftlicher Nachwuchswettbewerb in Europa. In Hessen gab es so viele Anmeldungen wie noch nie. Offenbar sind Naturwissenschaften wieder gefragt.
Sophie Zercher, Caroline Schmidt und Niklas Dietzel (von links) zeigen ihr automatisiertes Spielzeug für Hunde, das den Hund beschäftigt, wenn Herrchen nicht zuhause ist. Die Roboterkugel „Sphero SPRK“ soll chemische und akustische Reize auslösen und kann über eine App gesteuert werden. Foto: Arne Dedert (dpa) Sophie Zercher, Caroline Schmidt und Niklas Dietzel (von links) zeigen ihr automatisiertes Spielzeug für Hunde, das den Hund beschäftigt, wenn Herrchen nicht zuhause ist. Die Roboterkugel „Sphero SPRK“ soll chemische und akustische Reize auslösen und kann über eine App gesteuert werden.
Darmstadt. 

Ihre Themen haben sie oft im Alltag entdeckt: Wie wird ein Getränk in einer Thermoskanne wieder warm? Können Rettungsschläuche bei einem Brand in einem Hochhaus helfen? Und dann noch die Frage, wie ein Mars-Rover einem Stein ausweichen kann. Rund 80 Jugendliche wetteifern in Darmstadt darum, beim Bundesfinale Ende Mai in Erlangen dabei zu sein.

Vorgestellt werden zwei Tage lang 40 Projekte aus sieben Fachgebieten. Die Nachwuchsforscher müssen sich Jurys stellen: Zehn Minuten dürfen sie ihr Vorhaben erläutern, dann müssen sie noch einmal zehn Minuten Fragen beantworten.

Sulfat in der Kanne

Nanea Drubel (14), Xenia Epp (14) und Fiona Klein (15) von der Elisabethschule in Marburg präsentieren für ihr Problem im Bereich „Chemie“ eine Edelstahlröhre mit Natriumthiosulfat als Lösung. Diese passt in eine 0,75-Liter-Thermoskanne. Xenia drückt oben an der Röhre einen roten Knopf – und schon komme eine Technik ins Spiel, „wie die Handwärmer im Winter“, sagt Fiona zum Auftakt des zweitägigen Wettbewerbs am Dienstag.

Landeswettbewerb "Jugend forscht" Hessen Bild-Zoom Foto: Arne Dedert (dpa)
Marcel Krippner (rechts) und Lukas Klinger entwickelten eine Steuerung für einen Mars-Rover, die autonom handeln kann.

In der Röhre werde ein Funke ausgelöst, das Natriumthiosulfat dann warm, das Getränk somit auch. Dieses Tüftelei könne bis zu 15 Grad Wärme zuliefern. „Wir wollten Tee nicht einfach wegschütten“, meint Xenia. „Um die 40 Grad ist Tee noch lecker“, sagt Nanea. „Unter 35 Grad nicht.“

Aus eigener Beobachtung sind auch Maike Haupt (16) und Jolanda Krönke (16) vom Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim auf ihr Projekt im Bereich „Arbeitswelt“ gekommen: „Evakuierung mal ganz anderes – ein Rettungsschlauch für Hochhäuser“. Sie erproben, ob sich solche Schläuche aus Stretch-Stoff an Hochhäusern draußen anbringen lassen, damit Bewohner bei Bränden gerettet werden können. „Ich wohne in der Nähe eines Hochhauses, habe Brände gesehen“, sagt Jolanda.

Hintergrund: Anmeldezalen

Bei „Jugend forscht“ wollen zahlreiche junge Leute mitmachen – in Hessen wie in Deutschland. Die Anmeldezahlen: Jahr Deutschland Hessen

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Marcel Krippner (18) und Lukas Klinger (17) tüfteln im Bereich „Technik“ an einem Mars-Rover. Sie wollen wissen wie es ist, wenn dieser sich auf dem Roten Planeten quasi von selbst bewegen kann. „Er weicht mit Hilfe von Sensoren Hindernissen aus, etwa einem Stein“, sagt Marcel. Das Duo kommt vom Schülerforschungszentrum in Kassel.

Strenge Jury

An diesem Mittwoch wird bekanntgegeben, wer zum Bundesfinale nach Erlangen darf. Sieben Teams können es sein, jeweils eines aus jedem Bereich. 2016 waren es nur sechs. „Die Jury kann auch streng sein“, sagt der Leiter von „Jugend forscht“ in Hessen, Oliver Karplak.

Beim Start in Hessen war die Zahl der Anmeldungen so hoch wie nie: 590 Bewerber, 103 mehr als im Vorjahr. Karplak erklärt sich dies mit einem wachsenden Interesse an Naturwissenschaften. Der Schulunterricht sei heute dank vieler Experimente auch spannender als früher. „Naturwissenschaften zum Anfassen“, beschreibt das der 38-Jährige.

Schüler präsentieren ihr Projekt „Das Abenteuer eines Notizzettels”. Foto: Arne Dedert
Wer fährt zum Finale? Hessen ehrt „Jugend ...

Die Gewinner der hessischen Ausgabe von „Jugend forscht” werden heute in Darmstadt gekürt. Dieses Mal haben sich rund 80 Jungforscher zum Landesfinale getroffen, die Jurys begutachten an den beiden Tagen 40 Projekte.

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