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Schulserie: Die Vorzeige-Schule in Bad Homburg

Der Hochtaunuskreis hat mit seinem Bauprogramm „Schulen für das 21. Jahrhundert“ Maßstäbe gesetzt. Wie gut Schüler und Lehrer untergebracht werden können, zeigt das Beispiel der Friedrich-Ebert-Schule in Bad Homburg.
Bad Homburg. 

Nein, das Märchen von den goldenen Wasserhähnen auf den Schultoiletten des Hochtaunuskreises ist nichts weiter als – ein Märchen. Denn, wohlhabender Landkreis hin oder her, auch dieser Schulträger muss rechnen. Aber es gibt einige Beispiele für schöne Schulen, zum Beispiel die Friedrich-Ebert-Schule (FES) in Bad Homburg.

Schulserie Im Keller der Schule schimmelt's, oben wird gelernt

Schule soll Spaß machen, aber dazu muss das Gebäude intakt sein. Manche Schulen im Rhein-Main-Gebiet sind in einem beklagenswerten Zustand. Eine davon ist die Friedrich-Fröbel-Schule im Frankfurter Stadtteil Niederrad. Die Elternsprecherin dort sagt: „Den Kindern fehlt wohl die Lobby.“

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Die alte Grundschule war in die Jahre gekommen, so dass sich der Kreis im Oktober 2011 für eine Sanierung und ein Teilneubau entschied. So wurde aus der maroden eine Vorzeigeschule. 12,5 Millionen Euro investierte der Kreis in das Projekt. Sieben Millionen davon gab die Stadt Bad Homburg als zinsloses Darlehen, der Kreis hatte damals nicht genügend Geld. Darüber hinaus beteiligte sich die Stadt mit zwei Millionen Euro für die Betreuung.

Für das Geld gab’s einen Neubau, in dem im Erdgeschoss Aula und Mensa untergebracht sind, Klassenzimmer und Bibliothek im ersten Stock, im zweiten das Betreuungszentrum für 120 Kinder. Insgesamt wurden 16 Klassenräume und zehn Differenzierungsräume geschaffen – „da kommt man auch mal hin, wenn man Mist gemacht hat“, erklärt Viertklässler Emil (9). Es gibt Zimmer für Elterngespräche, ein Fachraum für Musik, ein Chorraum, eine Schulküche, und im Erdgeschoss die „Lern-Bar“. So hat die FES ihr inklusives Konzept getauft.

„Das klingt nach Luxus, ist es aber nicht, sondern angesichts vieler Herausforderungen ein Muss“, sagt Schulleiterin Charlotte Göttler-Fuld und zählt auf. Vor zwei Jahren noch hatte die Schule 330 Schüler, mittlerweile sind es 40 mehr – Tendenz steigend. 20 davon sind zwar Kindergartenkinder aus einem „Vorlaufkurs“, die schon in Deutsch unterrichtet werden, um dem Unterricht von der ersten Klasse an folgen zu können. „Aber für die müssen wir ja auch Klassenräume und Lehrerstunden vorhalten“, sagt Göttler-Fuld. Das gelte auch und vor allem im Bereich Inklusion. Der Hochtaunuskreis ist Modellregion Inklusion und die FES eine der Einrichtungen, an denen beeinträchtigte Kinder regelbeschult werden, weil dort eben die räumlichen und baulichen Voraussetzungen gegeben sind. Etwa ein spezieller Aufzug, der auch im Brandfall fährt.

Weiter Sanierungsbedarf

Aber natürlich kommt die Modernisierung allen Schülern zugute. „Wir haben in unseren Klassen viel Platz“, sagt Viertklässler Matthis (10). Emil (9) ist begeistert vom PC-Raum, Leo (9) findet das Klettergerüst im Pausenhof „spitzenmäßig“ und die Angebote in der Nachmittagsbetreuung „super“.

Der Hochtaunuskreis ist Vorreiter beim Thema Schulbau. Die Behörde ist, wie generell die Landkreise, als Schulträger für Gebäude, Ausstattung, für Betreuung und Schulessen oder für die Kosten der Schülerbeförderung zuständig. Im Jahr 2000 hatte der Kreis unter dem damaligen Landrat Jürgen Banzer (CDU) das Programm „Schulen für das 21. Jahrhundert“ gestartet, und bisher knapp 800 Millionen Euro in Schulen investiert. Allerdings drücken den Kreis auch Schulden in Höhe von einer Dreiviertel Milliarde Euro, die auch aus dem Schulbauprogramm resultieren. Und auch dort gibt es Schulen, die auf Sanierung und Erweiterung warten – unter anderem die Francke-Schule in Bad Homburg, die aus allen Nähten platzt.

Hintergrund: Was eine Schule kostet

12,5 Millionen Euro hat die Grundsanierung der Friedrich-Ebert-Schule in Bad Homburg gekostet. Ist das viel oder wenig? Für 12,5 Millionen Euro bekommt man in der Stadt zwei neue Feuerwehrgerätehäuser und kann zudem zwei sanieren. Oder man bekommt ein Rathaus. In etwa diese Summe legte Investor Werner Wicker in Bad Homburg auf den Tisch, als er das sanierungsbedürftige Gebäude 2014 von der Stadt kaufte. Bei Schulen sind 12,5 Millionen Euro ein guter Mittelwert – auch wenn man mit Vergleichen vorsichtig sein muss, weil die Gegenbeiten sich stark unterscheiden. Die Wiesbachschule in Grävenwiesbach zum Beispiel, eine Grundschule für 200 Schüler, wurde bis 2008 um ein Betreuungszentrum und einen Verwaltungstrakt erweitert. Der Altbau aus den 70er-Jahren wurde 2011 saniert, die Sporthalle ebenfalls. Gesamtkosten: 8,8 Millionen Euro.

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