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Justizauktion bringt Hundertausende Euro: Diebesgut unterm Hammer

Bei Versteigerungen im Internet geht es um Schnäppchen und den Kick des letzten Angebots, bevor der Zuschlag erteilt wird. Besondere Raritäten bietet die Auktionsplattform der Justiz.
Justizauktion Foto: Martin Gerten (dpa) Die Startseite von www.justizauktion.de: 203 Gegenstände aus Hessen wurden im vergangenen Jahr über die Auktionsplattform versteigert.
Wiesbaden. 

Teurer Schmuck, Nobelkarosse, Pelzmäntel, Laptops – die Liste des Diebesgutes, das bei Auktionen der Justiz unter den Hammer kommt, ist lang, bunt und teils sehr exklusiv. 203 Gegenstände aus Hessen wurden im vergangenen Jahr über die Auktionsplattform www.justizauktion.de versteigert. Der Erlös lag nach Angaben des Wiesbadener Justizministeriums bei fast 171 500 Euro.

Anders als bei anderen Internetauktionen handelt es sich bei den Verkäufern der angebotenen Dinge ausschließlich um Mitglieder der Justiz mit ihren Gerichten, Staatsanwaltschaften und Vollstreckungsbehörden. Vom Gerichtsvollzieher beschlagnahmte Wertgegenstände werden dabei ebenso versteigert wie Diebesgut ohne Eigentümer oder ausrangiertes Justizmobiliar sowie Gegenstände, die im Verlauf eines Strafverfahrens zugunsten des Staates eingezogen wurden.

Es gibt dabei jedoch auch eine rote Linie: Waffen sowie pornografische und gewaltverherrlichende Schriften oder Datenträger werden bei der Internetauktion nicht angeboten. Offizielle Begründung in den Richtlinien des Anbieters: Gegenstände, deren Versteigerung das Ansehen der Justiz schaden könnten, kommen nicht auf die Plattform.

Die Liste der Angebote ist dennoch umfangreich und originell, beschränkt sich aber bei Weitem nicht nur auf Luxusgegenstände wie Uhren, Autos, Plasmafernseher, Motorräder oder Musikinstrumente im Wert von mehreren tausend Euro. Ein Zehnerpack Zahnpasta, chirurgische Gesichtsmasken für den Operationssaal und Kaffeepäckchen konnten zuletzt genauso ersteigert werden wie eine in die Jahre gekommene Geige, eine Tätowiermaschine und auch ein Gabelstapler.

Das eingenommene Geld geht bei Gegenständen aus Zwangsvollstreckungen an die Gläubiger. Bei Asservaten und ausrangiertem Mobiliar der Justizbehörden fließen die Einnahmen dem Land zu. An der Versteigerung nach öffentlichem Recht beteiligen sich alle Bundesländer und auch Österreich. Betrieben wird die Plattform vom Justizministerium Nordrhein-Westfalen.

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