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Infrastruktur: Diese Brücken in Hessen sind marode

Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua stellt sich auch in Hessen die Frage nach dem Zustand der Brücken.
Herzstücks-Ost wird abgerissen Foto: Andreas Arnold (dpa) 55 Brücken müssen in Hessen kontinuierlich überwacht werden.
Wiesbaden. 

Als Präsident der Straßenbaubehörde „Hessen Mobil“ ist sich Burkhard Vieth sicher: „Was in Genua geschehen ist, kann hier nicht passieren.“ In der italienischen Stadt hat ein Brückeneinsturz mindestens 40 Menschen in den Tod gerissen. Vieth steht auf der Baustelle der etwa 310 Meter langen Salzbachtalbrücke in Wiesbaden, die zu den schlechtesten in Hessen gehört, abgerissen und bis Mitte 2024 neu gebaut werden soll.

„Schlechter Zustand heißt aber nicht einsturzgefährdet“, sagt Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der schildert, wie Brücken in Hessen kontrolliert werden. Gerade Bauten aus den 1960er und 1970er Jahren seien vom Zuwachs des Verkehrs und von den schwerer und zahlreicher gewordenen Lkw betroffen. „Es gibt teilweise dringenden Handlungsbedarf“, sagt Al-Wazir. Allein in diesem Jahr hätten sich die Kosten dafür auf 225 Millionen Euro summiert. „Das wird so weitergehen, damit wir dem Sanierungsstau begegnen. Wir können aber sagen, dass unsere Brücken sehr gut überwacht werden.“

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2017 wurden 135 Brückenerhaltungsarbeiten begonnen. 94 wurden abgeschlossen, 41 Projekte laufen 2018 weiter. Hinzu kommen 108 neue Vorhaben wie die Talbrücke Langenschwarz (A 7), die Überführung der B54 bei Haiger (A 45, B 54) und die Verstärkung der Bergshäuser Brücke (A 44).

Die Salzbachtalbrücke sei ein Beispiel, wie Hessen sich um die Brücken kümmert und sie überprüft, erklärt „Hessen Mobil“. Kontrolleur Sebastian Krahle wird von einem Steiger nach oben gefahren und checkt mit einem Hammer einen oberflächlichen Riss. „Der Hammer ist bei uns der Klassiker. Bei Hauptprüfungen, sie sind alle sechs Jahre fällig, müssen wir an jedem Zentimeter handnah rankommen“, erklärt Krahle die Vorgehensweise. Nach einem Hauptcheck schließe sich nach drei Jahren eine einfache Prüfung an. Da werde nach neuen Fehlern geschaut und, ob sich bei den alten Mängeln etwas verschlechtert hat. Krahle hat die rund 5500 Brücken im Land im Blick, an Autobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen. Von diesen seien etwa 370 reparaturbedürftig. 55 Brücken, davon 49 an Autobahnen, seien in besonders schlechtem Zustand. Die Folgen: regelmäßige Kontrolle und oft ein Neubau.

Auch im Fall Salzbachtalbrücke, die laut Vieth „einige Kopfschmerzen bereitet“. Sie wurde 1963 fertiggestellt und für 23 000 Fahrzeuge am Tag ausgelegt – inzwischen sind es 90 000. Der Spannbeton ist zu dünn. Er platze auf, beim Streuen im Winter wurde das Salz zu einem Problem. Abriss und Neubau sind schon bis ins Detail geplant.

(dpa)

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