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Verkehrsminister: Digitale Helfer und selbstfahrende Autos: Al-Wazir stellt Vision für das Jahr 2035 vor

Mit dem selbstfahrenden Wagen auf einer Extra-Spur auf der Autobahn Richtung Arbeitsstelle, das Paket wird per Elektro-Rad nach Hause geliefert. Hessens Verkehrsminister entwarf ein Zukunftsbild.
So könnte die Zukunft aussehen: Eine Handy-App zeigt an, wie man von einem Ort zum anderen kommt: per Car-Sharing, Bahn oder Fahrrad. Leihräder beispielsweise könnten gleich gebucht werden. Foto: SUPPARSORN (132913764) So könnte die Zukunft aussehen: Eine Handy-App zeigt an, wie man von einem Ort zum anderen kommt: per Car-Sharing, Bahn oder Fahrrad. Leihräder beispielsweise könnten gleich gebucht werden.
Wiesbaden. 

Hessen Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) setzt für die Mobilität der Zukunft auf digitale und vernetzte Lösungen. In seiner Regierungserklärung am Dienstag vor dem Landtag hob Al-Wazir nicht nur die bisherigen und künftigen Millionen-Investitionen in Straßen, Schienen, Radwege und E-Mobilität hervor, sondern er entwarf eine Vision für das Jahr 2035 mit selbstfahrenden Autos und E-Lastenfahrrädern – sowie die daraus nötigen Konsequenzen für die hessische Verkehrspolitik.

Das sagt die Opposition

  SPD: Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel vermisste ein klares Konzept für eine aktuelle Verbesserung der Verkehrssituation.

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In Zukunft werde es „wahrscheinlich mehr Mobilität als heute geben, aber sie belastet weniger“, sagte Al-Wazir. Sicherlich werde nicht alles so eintreffen, sagte er. Doch seine Beschreibungen seien auch „keine Spinnereien eines grünen Verkehrsministers“, sondern Einschätzungen von Experten aus Wissenschaft, Unternehmen und Verbänden. Wir stellen einige Aspekte aus der Regierungserklärung vor:

Elektromobilität (Symbolbild).
Verkehr Kommentar: Wer Visionen hat, muss nicht zum Arzt

Es ist gut, technologische und digitale Ansätze und Forschungen weiter zu denken und die Entwicklung zu fördern. Tatsache ist aber auch, dass vieles im Argen liegt. Ein Kommentar von Wiebke Rannenberg.

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So könnte es in Hessen im Jahr 2035 aussehen: Wer von Gießen oder Frankenberg nach Frankfurt zur Arbeit will, lässt sich zu Hause von einem selbstfahrenden Auto abholen, das er beim Verkehrsverbund bestellt hat. Auf der Autobahn fädelt es sich auf eine Spur für autonome Wagen ein, die den Verkehr mit künstlicher Schwarmintelligenz untereinander regeln, während der „Fahrer“ seine E-Mails liest. In Frankfurt geht es an der Mobilitätsstation weiter per U-Bahn oder E-Leihfahrrad. Die schnellste und bequemste Lösung ermittelt die Smartphone-App.

  Auf dem Land transportieren die autonomen Fahrzeuge auch Schüler und ältere Menschen, Zugriff haben sie darauf über Car-Sharing im Dorf, das heißt, sie nutzen gemeinsam Autos, je nach Bedarf.

  Waren werden mit elektrischen Lastwagen an die Stadtgrenze geliefert und dort von digitalen Disponenten auf elektrische Lastenfahrräder verteilt.

  Um dieser Vision näher zu kommen, will die schwarz-grüne Regierung investieren: Für den Hessischen „Klimaschutzplan 2025“ kündigte Al-Wazir 21 Millionen Euro für „klimafreundliche Mobilität“ an. Dazu gehört unter anderem eine Steigerung der Förderung für E-Mobilität: Für 2018 soll die für 2017 geplante Summe von 2,3 Millionen Euro auf 6,9 Millionen Euro verdreifacht werden, hinzu kommen seit 2017 jeweils fünf Millionen Euro für die Förderung von E-Bussen. Geplant sei auch ein Programm, mit dem Handwerker beim Kauf eines E-Wagens unterstützt würden.

  Ausbau der Ladestationen. Derzeit gibt es laut Ministerium 104 in Hessen, es sollen vor allem auf dem Land mehr werden.

  Wenn 2020 mit dem Länderfinanzausgleich auch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz wegfällt, will Hessen mit einem neuen Mobilitätsinfrastrukturgesetz mit „mindestens 100 Millionen Euro im Jahr“ die Infrastruktur in den Kommunen fördern. Die Mittel müssten zur Hälfte in Straßen und zur Hälfte in den Nahverkehr investiert werden, sagte Al-Wazir.

  Falls der beim ersten Dieselgipfel vereinbarte Fonds für besonders belastete Kommunen umgesetzt werde, wolle das Land die Kommunen unterstützen: Der hessische Anteil solle genutzt werden unter anderem für Beratung, Mobilitätsstationen und ein Netz von Radschnellwegen in den Ballungsräumen bis 2015.

  Bei Straßen gilt der Grundsatz: Sanierung vor Neubau. So sollen zum Beispiel sechs Autobahnkreuze ausgebaut werden.

  Geprüft werden müsse, so der Minister, ob „wir mittelfristig einen Schienenring um Frankfurt brauchen“. Er sei sicher, dass auf Dauer „kein Weg daran vorbei führt“.

Lesen Sie dazu einen Kommentar auf Seite 2 und Beispiele, wie andere Städte auf den zunehmenden Verkehr reagieren, auf Seite 3.

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