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Gesundheit: Digitalisierung verändert Gesundheitswesen immer stärker

Von Die digitale Revolution schreitet in großen Schritten voran. Vor allem im Gesundheitsbereich tut sich eine Menge, wie sich auf einem Kongress zum Einsatz digitaler Technologien zeigte. So manchem geht die Entwicklung aber nicht schnell genug.
Symbolbild Foto: Patrick Seeger/Archiv Symbolbild
Frankfurt. 

Ein kleiner Einblick in die Zukunft der Arzt-PatientenKommunikation: Ein Arzt möchte die Nachsorgetherapie eines Krebspatienten engmaschig kontrollieren. Und zwar nicht durch Gespräche vor Ort in der Praxis, sondern auf elektronischem Weg, sprich über eine App, die eigens dafür auf dem Smartphone installiert wird. „Theoretisch geht das jetzt schon“, sagt Michael Brockt. Seine Firma „Concat AG“ aus Bensheim biete jedenfalls über ein Partnerunternehmen eine solche sichere Möglichkeit an. Die sei nicht nur verschlüsselt, gleichzeitig könnten Arzt und Patient dadurch wertvolle Zeit sparen.

Die Kommunikations-App made in Hessen ist nur eine von vielen Innovationen, die gestern auf dem „E-Health-Kongress“ in Frankfurt präsentiert wurden. Rund 300 Fachleute diskutierten dabei am Sitz der Industrie und Handelskammer auf der fünften Auflage der Fachtagung für digitale Technologien im Gesundheitswesen über neueste Entwicklungen im Bereich der Telemedizin, über Vernetzungsprojekte oder die Sicherheit von Patientendaten.

Ein Tenor der Veranstaltung war, dass die Technologien nun endlich zur Anwendung kommen müssten. Die Diskussionen in den vergangenen zehn bis zwölf Jahren hätten die Thematik nicht so weit vorangebracht, „wie wir uns das vorstellen“, sagte Stefan Grüttner, hessischer Gesundheitsminister und Schirmherr der Veranstaltung, die bereits zum fünften Mal stattfand.

Stärker für Bürger nutzen

„Wir bringen die Digitalisierung des Gesundheitswesens intensiv voran, um eine wohnortnahe, medizinisch hochwertige Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen“, sagte der CDU-Politiker, der sich seit einiger Zeit intensiv dem Thema verschrieben hat. Einer der Meilensteine war dabei der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung über die Gründung eines sogenannten Hessischen Kompetenzzentrums für Telemedizin und E-Health im vorigen Jahr.

An die Akteure des Gesundheitswesens richtete Grüttner den Appell, vorhandene digitale Lösungen stärker für die Gesundheitsversorgung der Bürger zu nutzen. Vor allem in ländlichen Regionen müsse es gelingen, durch den Einsatz technischer und mobiler Anwendungen die Versorgung trotz des demografischen Wandels weiterhin möglichst wohnortnah sicherzustellen. Hier müsse die Telemedizin stärker als Standortfaktor thematisiert werden.

Zugleich machte Grüttner deutlich, dass die Datensicherheit höchste Priorität habe. „Sowohl der Transfer als auch der Speicherort müssen allerhöchsten Datenschutzanforderungen genügen“, sagte er. Deshalb setze sich die Landesregierung auf der Bundesebene für die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen ein.

„Wir müssen dafür sorgen, dass der Patient Herr seiner Daten ist“, sagte auch Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse, die zum ersten Mal Mitveranstalter des Kongresses war. Daher brauche man eine gesetzliche Regelung. Baas äußerte in diesem Zusammenhang die Befürchtung, dass Drittanbieter wie Google oder Apple hierzulande auf den Zug aufspringen könnten und den Markt beherrschen könnten.

Aussteller aus Hessen

Wer sich auf dem Frankfurter Kongress umschaute, gewann den Eindruck, dass unabhängig von politischen Diskussionen über Datensicherheit die Digitalisierung im Gesundheitsbereich unaufhaltsam voranschreitet. Hessen und das Rhein-Main-Gebiet gehören dabei zu den dynamischen Regionen. Das zeigte sich daran, dass allein zehn der 40 Aussteller aus dem Bundesland stammten.

Die Gesundheitsbranche sei eine der Kernbranchen im Ballungsgebiet, sagte Wolfram Wrabetz, Vizepräsident der IHK Frankfurt, und unterfütterte dies mit Zahlen: 91 000 Beschäftigte erreichten eine Bruttowertschöpfung von rund zehn Milliarden Euro. Weitere 149 000 Arbeitsplätze mit einem Umsatz von elf Milliarden Euro hingen direkt von der Branche ab.

„Wir möchten eine Pilotfunktion haben“, gab Florian Gerster, Vorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main, eine ambitionierte Zielvorgabe aus.

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