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Verbot: Drei Polizeieinsätze in Hessen nach bundesweitem Verbot der Osmanen

Erpressung, Drogenhandel, Zwangsprostitution: Hessens Polizei ist schon mehrfach gegen die «Osmanen Germania» vorgegangen. Der Verein ist jetzt verboten worden. Das hat Folgen auch in Hessen, wo die türkisch-nationalistische Gruppierung ihren Hauptsitz hatte.
Symbolbild Foto: Boris Roessler (dpa) Symbolbild
Berlin. 

Das bundesweite Verbot der rockerähnlichen Gruppe «Osmanen Germania» hat in Hessen zu drei Polizeieinsätzen geführt. In Dietzenbach (Kreis Offenbach), dem ehemaligen Sitz des sogenannten World Chapters der Osmanen, und in Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis) seien am Dienstagmorgen die Verbotsverfügungen zugestellt worden, berichtete ein Sprecher des Landeskriminalamts in Wiesbaden. In Hirzenhain (Wetteraukreis) seien Räume durchsucht worden. Ob es sich dabei um ein Vereinshaus oder eine Wohnung handelte und was beschlagnahmt wurde, war zunächst unklar.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte den türkisch-nationalistischen Verein zuvor mit einer Verfügung vom 19. Juni verboten. Von der Gruppe gehe eine schwerwiegende Gefährdung für die Allgemeinheit aus, hieß es zur Begründung aus Berlin.

Das Verbot sei am Dienstag ab 6 Uhr mit Durchsuchungen in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz vollstreckt worden, teilte das Innenministerium in Wiesbaden mit. «Die Durchsuchungen dienten der Sicherstellung und Beschlagnahme von Vereinsvermögen und Kennzeichen des Vereins.» 24 Ermittler seien in Hessen im Einsatz gewesen.

Das Bundesinnenministerium geht von mindestens 300 Mitgliedern in 16 Captern bundesweit aus. In Hessen sind es nach Einschätzung des Innenministeriums deutlich weniger als 100 - «unterer zweistelliger Bereich». Seit Mai 2015 wird der Osmanen Germania Boxclub (OGBC) auch vom Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet.

In Stuttgart stehen seit März acht mutmaßliche Mitglieder vor Gericht, darunter der World Präsident und sein Vize aus Hessen sowie ein dritter, der zur weltweit höchsten Führungsebene gerechnet wird. Den Männern wird unter anderem versuchter Mord, Erpressung, Drogenhandel, Zwangsprostitution sowie Zuhälterei und Freiheitsberaubung vorgeworfen.

Mit dem bundesweiten Verbot würden die «kriminellen Machenschaften» der Osmanen endgültig beendet, lobte Innenminister Peter Beuth (CDU). «Die hessische Polizei hat den Osmanen-Rockern frühzeitig auf den Füßen gestanden.»

Seit November 2015 seien bereits rund 80 Ermittlungsverfahren gegen Osmanen eingeleitet worden. Die Gruppe sei mit Razzien, Kontrollen und dem «unmissverständlichen Auftreten der Polizei» bereits nachhaltig geschwächt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen worden.

Im November 2016 und im Juni 2017 habe es bereits bundesweite Durchsuchungen gegeben, darunter auch in Hessen. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt. Ergebnisse gibt es aber noch nicht. Der Komplex werde voraussichtlich bis Herbst abgeschlossen sein, sagte Oberstaatsanwalt Robert Hartmann am Dienstag.

(dpa)

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