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Wassermangel im Edersee: Edersee-Anlieger kämpfen für mehr Wasser - Behörden suchen Lösung

Der Edersee in Nordhessen ist so leer wie lange nicht. Gewerbetreibende und Wassersportler fürchten um den Tourismus. Sie wollen mit einer Petition Druck auf Bund und Land ausüben.
Der nordhessische Edersee. Foto: Uwe Zucchi/Archiv Der nordhessische Edersee.
Edersee. 

Nach wiederholter Kritik von Edersee-Anliegern beraten Behörden über den Wassermangel in dem nordhessischen See. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt und das Regierungspräsidium Kassel befänden sich derzeit mit der Interessengemeinschaft Oberweser in intensiven Gesprächen, sagte Claudia Thoma, Sprecherin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt am Donnerstag. Man prüfe, «ob weitere Veränderungen der Bewirtschaftung möglich sind, um noch mehr Wasser für die Ederseeregion und die Weserschifffahrt zu sparen».

Mit einer Petition im Internet kämpfen Touristikanbieter, Firmen und Wassersportler in Nordhessen für mehr Wasser im Edersee: Man fordere rechtliche Mittel, um die eigenen Belange bei der Bewirtschaftung des Stausees durchzusetzen, sagte Thomas Hennig von der Wassersportgemeinschaft Eder-Diemelsee. Am Donnerstag hatten über 8000 Menschen die Petition auf der Webseite Open Petition unterzeichnet, knapp 5000 aus der Region.

Der Edersee ist nur zu 24 Prozent gefüllt. Trotzdem wird immer wieder Wasser abgelassen, um die Schifffahrt auf der Oberweser zu sichern. Der Wassermangel im Edersee schade Bootsverleihen, Surfschulen, der Gastronomie und den Campingplätzen, monieren die vom Tourismus abhängigen Gewerbetreibenden, die mit Umsatzeinbrüchen kämpfen. 150 Millionen Euro Wertschöpfung und 3000 Arbeitsplätze hingen am Tourismus. Sie seien wegen des «Missmanagements» bei der Wasserwirtschaft gefährdet, sagte Hennig.

Die Wassersportgemeinschaft vertritt nach eigenen Angaben unter anderem 10 000 Wassersportler, vier Segel- und Surfschulen, acht Bootsverleihbetriebe, 15 Campingplätze und 60 Hotel- und Gaststättenbetriebe. Die Petition läuft noch knapp einen Monat im Internet. Auch in der realen Welt sammele man Unterschriften, 2000 seien es bisher. Eigentlicher Adressat der Aktion ist laut Hennig der Bund als Besitzer der Talsperre: Es solle die Betriebsvorschrift für den Edersee ändern.

Laut Sprecherin Thoma wurden die Vorgaben für die Wasserabgabe bereits mehrfach verändert, beispielsweise durch eine Herabsetzung der Mindestabgabe aus dem See. Eine erneute Anpassung wäre im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidium Kassel und dem Kraftwerksbetreiber am Stausee unter Abwägung aller Interessen möglich.

Für eine Änderung sei aber ein Pilotverfahren nötig, erklrte Thoma. Eine neue Praxis der Wasserabgabe müsste also getestet werden. Klar sei auch: «Die Rechtssicherheit der Schifffahrt auf Nutzung der Weser und der Hochwasserschutz sind wesentliche Aspekte für die Bewirtschaftung», erläuterte sie. Eine maßgebliche Änderung zugunsten des Tourismus läge nicht in der Bundeszuständigkeit, sondern sei eine Landesangelegenheit.

(dpa)
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