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Dächer abgedeckt, Bäume umgestürzt, viel Neuschnee, aber das ganz große Chaos blieb aus: "Egon" sorgt für eine stürmische Nacht

Flug- und Bahnausfälle, Schulschließungen, Verkehrsunfälle – die Auswirkungen von Tief „Egon“ in Hessen sind vielfältig. Nach dem Sturm folgt der Schnee.
Sturmschäden in Wiesbaden Bilder > Foto: Wiesbaden112 GbR (dpa) Ein umgestürzter Baum liegt in Wiesbaden auf einem Auto.
Kassel. 

Der Wintersturm „Egon“ und teils heftiger Schneefall haben in Teilen Hessens zu Verkehrsbehinderungen und Schulausfällen geführt. Größere Unfälle mit Schwerverletzten oder besonders lange Staus gab es aber nicht, wie die Polizei berichtete. Das befürchtete ganz große Chaos blieb aus.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wurden in Südhessen und Wiesbaden Orkanböen gemessen. Auf der Wasserkuppe fielen 25 Zentimeter Neuschnee. Auch in Waldeck-Frankenberg und im Taunus schneite es teils heftig.

Im TAUNUS fuhren sich im Berufsverkehr Busse und Lastwagen fest, dadurch kam es zu erheblichen Behinderungen. Vor allem in den höher gelegenen Straßen des Usinger Landes kam es zu Schneeverwehungen, die den Berufsverkehr massiv beeinträchtigten. Vor allem auf der B 456 und den quer verlaufenden Land- und Kreisstraßen zwischen den Ortschaften blieben Autos liegen oder wurden am Straßenrand abgestellt. Der allmorgendliche Saalburgstau begann nicht erst am Fuße der Saalburg, sondern schon deutlich früher. Die Autos stauten sich bereits auf der B

Bilderstrecke Stürmisches Wintertief: "Egon" setzt Hessen ordentlich zu
Auf der B 456 wurden diese beiden Fahrzeuge am frühen Morgen bei Schneetreiben und Glätte an der Einmündung nach Hundstadt an einer Bushaltestelle abgestellt. Auch am Vormittag war die Fahrbahn noch schneebedeckt.Auch am Vormittag gab es auf der L3063 zwischen Usingen-Wilhelmsdorf und Grävenwiesbach-Heinzenberg trotz Räumdienst-Einsatz bei Minusgraden weiterhin schneebedeckte Fahrbahnen und Schneeverwehungen.Auf der K759 rutschte ein Fahrzeug am frühen Morgen bei Schneetreiben und Glätte zwischen Hundstadt und der Einmündung in die B456 in den Graben. Auch am Vormittag war die Fahrbahn noch schneebedeckt.

456 zwischen Grävenwiesbach und Usingen ab der Abfahrt „Am Hohen Berg“ hinab nach Usingen. Auch auf der L 3041 ging es ab Neu-Anspach nur im Schneckentempo bis zur Auffahrt auf die B 456 am Fuße der Saalburg. Im weiteren Verlauf dieser Landstraße krochen die Autos Stoßstange an Stoßstange durch das Köpperner Tal in Richtung Friedrichsdorf.

Auch im MAIN-KINZIG-KREIS gab es über 80 Einsätze. Auf der L 3189 zwischen Altenstadt und Florstadt fiel gegen fünf Uhr ein Baum auf ein fahrendes Auto – verletzt wurde niemand. In Niddatal- Ilbenstadt macht sich ein Trampolin aus einem Garten selbständig und musste von der Bundesstraße zurück in den Garten geräumt werden. Zu einem vom Haus gewehten Aluminiumdach Am Sportfeld in Bad Vilbel rückte die Polizei gegen drei Uhr aus. Ein Dachpaneel wehte es gegen 3.15 Uhr auch in Nidda von einem Hausdach. Es landete auf einem Fahrzeug, dessen Scheibe dabei zu Bruch ging. Die K 872 zwischen Niederdorfelden und Maintal erwischte es besonders schwer: Die Straße bleibt das komplette Wochenende über voll gesperrt – 50 bis 80 Bäume müssen dort von der Straße geräumt werden. Autofahrer sollen die L 3205 als Umleitung nutzen.

In SÜDHESSEN gab es allein am frühen Morgen mehr als 100 Alarme – meist umgestürzte Bäume oder umgewehte Straßenschilder, wie die Polizei mitteilte. Im Odenwald wurden mehrere Straßen gesperrt.

In OSTHESSEN gab es laut Polizei „massive Verkehrsproblemen“. Auf der Autobahn 7 (Fulda-Würzburg) stellten sich an der Landesgrenze zu Bayern auf der eis- und schneeglatten Fahrbahn einige Lastwagen quer und blockierten den Verkehr. Schwere, mit Schneeketten ausgerüstete Lkw des Technischen Hilfswerks kamen zum Einsatz, um die Laster aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Auf glatter Fahrbahn ist ein junger Autofahrer tödlich verunglückt. Der 21-Jährige habe am Freitag zunächst ein anderes Fahrzeug überholt und dann die Kontrolle über seinen Wagen verloren, berichtete die Polizei in Fulda. Sein Auto geriet auf einer Landstraße zwischen Wisselsrod und Dipperz ins Schleudern und prallte gegen einen entgegenkommenden Wagen. Dabei wurde der aus Ebersburg stammende 21-Jährige in seinem Auto eingeklemmt, er starb noch an der Unfallstelle. Die 70-jährige Fahrerin des entgegenkommenden Wagens wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

In der Hohen Rhön waren viele Straßen verschneit und vereist. „Je höher man kommt, desto schwieriger wird die Lage“, sagte ein Polizeisprecher in Fulda. Im Vogelsberg stürzten Bäume unter der Schneelast um und blockierten den Verkehr.

In NORDHESSEN gab es dagegen nur wenige Behinderungen, die Polizei sprach von einem „normalen Wintertag“. Die Bundesstraße 253 war zwischen Battenberg und Biedenkopf für den Schwerlastverkehr nicht zu befahren, wie ein Polizeisprecher sagte. Weil dies einige Lastwagenfahrer dennoch versucht hätten und nicht weitergekommen seien, habe die Bundesstraße gesperrt werden müssen. Bei Grebenstein rutschte ein mit 45 Kindern besetzter Schulbus in einen Graben. Es blieb aber bei einem Blechschaden, verletzt wurde niemand. Vor allem in den Höhenlagen um den Meißner und in Willingen fiel viel Schnee.

Rund um WIESBADEN gab es wegen starker Schneefälle und Sturmböen viele Auffahrunfälle. Meist handelte es sich um Blechschäden, teilweise hätten Menschen leichte Blessuren erlitten, sagte ein Polizeisprecher. Zwischen Hofheim und Langenhain rutschte ein Linienbus von der Fahrbahn in den Straßengraben. Im Bus waren keine Fahrgäste, der Fahrer erlitt leichte Verletzungen.

Wie die Feuerwehr in OFFENBACH mitteilte, wurde in Dreieich-Buchschlag ein Zug mit 23 Fahrgästen evakuiert. Dieser war mit einem Baum kollidiert.

Vielen Schülern in Hessen bescherte „Egon“ einen freien Tag. In Dutzenden Städten habe es schulfrei gegeben, sagte ein Ministeriumssprecher in Wiesbaden. Im Odenwaldkreis fiel der Unterricht komplett aus. Betroffen waren auch sieben Schulen im Vogelsbergkreis sowie einige Schulen in Mittel- und Osthessen, im Rhein-Main-Gebiet, im Wiesbadener Raum und im Raum Diez/Aar sowie im Westerwald. Eine falsche Facebook-Seite sorgte an einer LIMBURGER Schule für Aufregung: Die verkündete bereits am Donnerstagabend, dass der Unterricht am nächsten Tag ausfalle. Das Dementi kam nicht bei allen an, doch der Unterricht lief wie geplant.

Am Flughafen in FRANKFURT wirbelte „Egon“ den Flugplan erheblich durcheinander. 125 der rund 1100 Flüge seien annulliert worden, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. „Der Sturm war so stark, dass die Flugzeugabfertigung zeitweise eingestellt werden musste.“ Am Vormittag entspannte sich die Lage am größten deutschen Flughafen wieder etwas. Durch die Ausfälle müsse aber im Laufe des Tages mit weiteren Verzögerungen gerechnet werden.

Auch bei der Bahn sorgte das Unwetter für Probleme: Die Strecken Darmstadt-Bensheim und Gießen-Frankfurt mussten früh morgens für einige Zeit gesperrt werden. Die Deutsche Bahn empfahl allen Reisenden, sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindung zu informieren. Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) meldete wetterbedingte Verspätungen und Ausfälle. lhe/map/arz/cris

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