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Ehefrau mit Dolch niedergemetzelt: Mann schweigt vor Gericht

Ein Afghane wird von seiner Frau verlassen. Für ihn ist die Familienehre beschädigt. Er greift aus Rache zu einem Dolch und sorgt in der Hanauer Innenstadt für ein blutiges Massaker. Das Opfer erleidet 40 Schnitte und Stiche. Ein Kriminologe erklärt die Tat.
In Hanau startet ein Prozess gegen einen Mann, der seine Frau umgebracht haben soll. Foto: David Ebener/Archiv In Hanau startet ein Prozess gegen einen Mann, der seine Frau umgebracht haben soll.
Hanau. 

Durch eine brutale Bluttat aus Rache mit einem Dolch an seiner Ehefrau hat ein Ex-Soldat aus Afghanistan in Hanau für Entsetzen gesorgt. Doch zum Prozessbeginn schwieg der 58 Jahre alte Angeklagte. In der am Dienstag vor dem Landgericht Hanau begonnenen Verhandlung machte er keine Angaben zu dem Gewaltexzess, den er in Vernehmungen bereits gestanden hat. Auch zur Prozess-Fortsetzung am 11. Juni wolle er keine Wortmeldung abgeben, sagte sein Anwalt.

Es war eine blutrünstige und Aufsehen erregende Tat, die sich am Abend des 6. Dezembers 2017 laut Ermittlern in der Hanauer Innenstadt abspielte. Bei einer Zusammenkunft auf dem Altstädter Markt metzelte der Mann seine Frau (52) förmlich nieder. Erst schnitt er ihr mit dem beidseitig geschliffenen Dolch durchs Gesicht. Dann fügte er dem zu Boden gegangenen Opfer mit der knapp 20 Zentimeter langen Klinge rund 40 Stich- und Schnittverletzungen in Kopf, Hals und Oberkörper zu. Sie erlag rund drei Stunden später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Der mutmaßliche Dolch-Mörder räumte die Tat danach in Vernehmungen freimütig ein. Er erklärte, dass er die Trennung von seiner Frau nicht habe akzeptieren wollen. Die von ihr herbeigeführte Trennung sei ein Angriff auf die Familienehre gewesen. Dafür habe er sich rächen wollen. In der Anklage heißt es, der Mann sei grausam und aus niedrigen Beweggründen vorgegangen.

Oberstaatsanwalt Dominik Mies sagte, das Ausmaß der Brutalität sei bemerkenswert gewesen. Wie im Rausch habe er fünfmal mit der Waffe in die Schädelhöhle gestochen. „Bei einem der Hiebe durchstieß er sogar den Schädel - vorn rein, hinten raus”, erklärte er bereits zur Anklageerhebung.

Fachleute sprechen bei solch einer Explosion an Gewalt und solcher Vielzahl von tödlichen Verletzungen von „Übertöten”. Der Wiesbadener Kriminalpsychologe Rudolf Egg sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Das Übertöten des Opfers ist ein Zeichen von hoher Aggressivität des Täters. Anhand der massiven Verletzungen zeigt sich, dass er das Opfer nicht nur töten, sondern zerstören wollte. Er wollte damit wohl seine Verachtung und Wut zum Ausdruck bringen.” Womöglich habe er sich im Kern seiner Persönlichkeit verletzt gefühlt und diese besonders expressive Form der Gewalt angewandt.

Den Dolch hatte sich der Afghane laut Anklage im September 2017 zugelegt. „Ein beidseitig geschliffener Dolch erschien ihm wohl geeigneter als ein normales Küchenmesser”, erklärte Egg.

Der Aufsehen erregenden Bluttat ging ein Beziehungsstreit zwischen den 2010 nach Deutschland gekommenen Eheleuten voraus. Das Opfer lebte mit zwei Töchtern in Hanau. Am Abend des 6. Dezember sollte es zu einer Aussprache kommen. Sie mündete in dem brutalen Gewaltexzess.

(dpa)

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