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Unterwegs mit der HLB: Eigenversuch: Weit gekommen mit dem RMV

Von Zwischen Dillenburg und Darmstadt, Gersfeld und Gernsheim war am Wochenende für alle Zeitkartenkunden des RMV das gesamte Tarifgebiet freigegeben. Genutzt wurde das Angebot am Samstag noch nicht so recht. Den Eindruck konnte zumindest bekommen, wer wie unsere Mitarbeiterin Sandra Kathe, mit der Hessischen Landesbahn die Lahnregion erkundete.
Die pittoreske Strecke zwischen Limburg und Fulda ist eine derer, die RMV-Abokunden am Wochenende kostenlos zurücklegen konnten.
Frankfurt. 

Gründe, an diesem Samstagmittag um die Frankfurter Innenstadt einen Bogen zu machen, gibt es für mich einige. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen sind die Parks und das Mainufer voll. In den Läden bilden sich lange Schlangen von Einkaufswütigen. Und an einen ruhigen Kneipennachmittag ist dank des Eintracht-Heimspiels auch nicht zu denken. Warum also nicht einfach die Einladung annehmen und bei einer Landpartie testen, wie weit man an einem Tag durchs RMV-Gebiet kommt?

Der Plan ist eine Tour durch Mittelhessen, über Gießen entlang der Lahn bis nach Limburg und von dort aus über die Landeshauptstadt zurück in die Mainmetropole. Eine Strecke von über 150 Kilometern, die mich mit meiner Jahreskarte, die nur für das Frankfurter Stadtgebiet inklusive Flughafen gilt, alleine 35 Euro für ein Hessenticket kosten würde.

Schlechter Aprilscherz?

Schon in der S-Bahn Richtung Friedberg, die sich spätestens nach Passieren der Tarifgrenze so gut wie geleert hat, erhärtet sich jedoch der Verdacht, dass der gemeine Jahreskartenbesitzer das Ganze entweder für einen schlechten Aprilscherz hält, bereits in die Osterferien unterwegs ist, oder einfach andere Ausflugziele im Kopf hat als eine Erkundungstour durch Mittelhessen.

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Die pittoreske Strecke zwischen Limburg und Fulda ist eine derer, die RMV-Abokunden am Wochenende kostenlos zurücklegen konnten.

Was schade wäre, denn von den genau 300 Ausflugstipps auf der Internetseite des RMV liegen etliche auf der Route Richtung Limburg – die Wetzlarer Altstadt, das Weilburger Schloss direkt über der Lahn oder die Burg Runkel, die sich auf dem Foto auf der RMV-Ausflugsseite von ihrer fotogensten Seite zeigt.

Der erste Umsteigestop ist Gießen, wo mit dem Mathematikum das erste mathematische Mitmachmuseum der Welt jährlich über 150 000 Besucher anlockt. Dann doch sicher auch an diesem Vormittag. Auf dem kurzen Fußweg vom Bahnhof aus wird schnell klar, dass die Besuchermassen aber auch hier eher auf sich warten lassen. Gerade einmal eine Familie ist aus dem Zug aus Friedberg die wenigen hundert Meter bis vor das Museum gelaufen und probiert schon vor dem Eingang einen der mathematischen Versuche aus. Vielleicht läge das kaum sichtbare Interesse an der Aktion, die auch der Familienvater aus Bad Vilbel und seine Familie nutzen, an den anbrechenden Ferien, mutmaßt er.

Info: Freie Fahrt als Dankeschön

Besitzer von Zeitkarten des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) konnten am ersten Aprilwochenende umsonst im ganzen Verbundgebiet fahren.

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Zurück am Bahnhof verspricht der „Mittelhessenexpress“ seine Passagiere bis nach Dillenburg kurz vor die nordrhein-westfälische Grenze zu bringen. Mir genügt die eine Station bis nach Wetzlar, deren historische Innenstadt um Längen ruhiger ist, als das Treiben in Frankfurt. Und schließlich stehen mit Limburg und Wiesbaden ja noch zwei weitere Stationen auf dem Plan, der ab hier, so behauptet es zumindest das Smartphone, dann doch noch gehörig schief läuft.

Letzter Halt: Weilburg

Statt der im Netzplan angegebenen Regionalbahnen, die von Limburg aus wieder Richtung Süden fahren, schlägt die RMV-App Busse mit einer Fahrzeit von über zwei Stunden vor, dazwischen eine Verbindung mit der Regionalbahn bis Frankfurt-Höchst und ab hier in die Landeshauptstadt. So lohnenswert der Besuch beider Orte auch sein mag, für einen Tagesausflug hätte sich Dillenburg doch besser geeignet. So wird mein letzter Halt Weilburg. In der knappen Stunde Wartezeit auf den Lahnexpress in die Gegenrichtung bleibt Zeit, einige Meter des Lahnufers und die Innenstadt des kleinen Städtchens mit Landfeeling zu erkunden. Dann fahre ich die Strecke statt des geplanten Rundwegs einfach wieder zurück.

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So voll wie hier am Gleis in Weilburg hat unsere Mitarbeiterin Mittelhessen dennoch nur selten erlebt.

Auf dem Rückweg nickt der erste Kontrolleur meine Jahreskarte ab und bestätigt, dass die Aktion tatsächlich kein Aprilscherz gewesen ist, wie die beiden fußballbegeisterten Frauen auf dem Weg ins Waldstadion schon sorgenvoll orakelt hatten. Die beiden hätten gut Lachen gehabt, mussten sie sich doch dank Stadiontickets, die auch im ganzen RMV gelten, schließlich keine Sorgen machen.

Gemeinsam mit ihnen geht’s in Frankfurt Hauptbahnhof angekommen wieder zurück aufs S-Bahngleis stadtauswärts, das – gut sieben Stunden nach meiner Entscheidung zur Stadtflucht – noch immer in Eintrachtfarben gehüllt ist. Dass hier in zwei Minuten die nächste S-Bahn Richtung Heimat fährt, zeigt schließlich doch noch die Vorzüge der überfüllten Großstadt – und irgendwie auch, dass der RMV gerade hier im Regelfall einen ganz guten Job macht.

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