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Bistum Limburg: Ein Jahr im Amt: "Bischof Bätzing passt zu Land und Leuten"

Rund 2000 Katholiken aus dem Bistum Limburg werden morgen Bischof Georg Bätzing feiern. Das Kreuzfest in Eibingen fällt zufällig auf den Jahrestag seiner Bischofsweihe und Amtseinführung. Joachim Heidersdorf, der Leiter unserer Limburger Redaktion, hat führende Vertreter der Diözese und den Bürgermeister der Bischofsstadt Limburg gefragt, wie sie das erste Jahr bewerten und was sie nun von Bätzing erwarten.
Bischof Georg Bätzing Foto: Thorsten Wagner (dpa) Sehr beliebt: der Limburger Bischof Georg Bätzing. Ein Jahr nach seiner Amtseinführung ist die Bilanz positiv, seine offene und bescheidene Art kommt bei den Bürgern gut an.

Ein Jahr mit Bischof Georg: Es lebt sich im Bistum entspannt und mit wachsendem Vertrauen. Die Fäden, die Weihbischof Grothe legte, wurden aufgenommen. Bischof Georg hat sich ausdrücklich hinter den angestoßenen Kirchenentwicklungsprozess gestellt. Die Bezirksbesuche waren wertvoll. Der Bischof hat buchstäblich sein Bistums erfahren. Bischof Georg nimmt unser Zusammenwirken von Amt und Mandat in den synodalen Gremien ernst. In seinem Hirtenwort zur österlichen Bußzeit „Im Glauben wachsen“ spricht er vom grundlegenden Perspektivwechsel. In klarer Sprache legt er drei Punkte dar: Auf die konkrete Lebenswirklichkeit schauen, sich unter das Wort Gottes stellen, die Eucharistiefeier weiter hoch schätzen. Für mich sind das positive Zeichen, deshalb freue ich mich, wenn viele Menschen gemeinsam mit Bischof Georg für Gott und andere da sind.“

Von Anfang an ist Bischof Georg den Menschen im Bistum offen und wertschätzend begegnet. Er hat es ihnen leicht gemacht, ihn als neuen Bischof anzunehmen. Es geht ein Aufatmen durch das Bistum, und gerade die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden spüren, dass ihr neuer Bischof wirklich ihre Beratung sucht und auch aufnimmt. Immer wieder betont er, dass er sich gern als Bischof in den guten Weg des synodalen Miteinanders einklinkt, den das Bistum in den vergangenen Jahrzehnten gegangen ist. Dieser ermutigende Stimmungswandel wird sich sicherlich auch im zweiten Jahr und den danach kommenden Jahren vertiefen. Die Aufgabe, die sich vorrangig für die Zukunft, stellt, benennt der Bischof so: die Entwicklung einer Kirche voranzutreiben, der es weniger um die Frage geht, wer wir als Kirche sind,, als vielmehr darum, für wen sind wie als Kirche da? Es wird darauf ankommen, dass die Kirche innovativer wird und sich noch besser den Lebensfragen der Menschen vor Ort stellt.“

Neulich traf ich Bischof Bätzing beim Mittagessen. Er deckte sich am Buffet mit vier Portionen Weincreme ein. „Lassen Sie es sich gut gehen!“, sagte ich. Der Bischof lachte, denn es war klar, dass er seine Tischnachbarn versorgen wollte, damit sie ihre Gespräche fortsetzen konnten. So habe ich ihn im Laufe des Jahres oft erlebt: Er interessiert sich für unsere Arbeit und unterstützt sie mit aller Kraft. Er will, dass Kirche sich nicht selbst versorgt, sondern für die Menschen da ist. In den Dörfern und Stadtteilen wird Kirche attraktiv, wenn Menschen sich für andere einsetzen und so den Kern des Glaubens entdecken. Es bleibt spannend im Bistum Limburg, denn allzu oft gilt noch die Selbstversorgung.“

Ich bin überaus froh und dankbar, mit diesem Bischof Bätzing in unserer Kirche zu arbeiten und ihn als sehr aufmerksam zuhörenden, seine Meinung nicht verhehlenden und den Menschen freundlich und ehrlich interessiert zugewandten „Hirten“ zu erleben. Er hat sich Zeit genommen, das neue Bistum durch die Besuche in allen elf Bezirken kennenzulernen und dabei sowohl die hauptamtlichen Mitarbeiter in den Pfarreien, wie auch Ehrenamtliche in den synodalen Gremien und im caritativen Bereich mit ihrer Arbeit wertzuschätzen. Dankbar bin ich Bischof Georg, dass er sich auf den ja schon vor seinem Kommen angestoßenen Prozess der Kirchenentwicklung einlassen konnte, ja ihn ausdrücklich gut geheißen und durch seinen Hirtenbrief und jetzt kürzlich durch sein Statement in der Dezernentenkonferenz „Eine Kirche, die im Glauben wächst“ deutlich zur „Chefsache“ gemacht hat, und dennoch die Aspekte Beratung und Partizipation – bis hinein in unsere Sitzungen – gestärkt hat.

Auch im zweiten und in den folgenden Jahren wird Bischof Bätzing uns alle mehr und mehr zu einem neuen Blickwinkel auffordern, nämlich von der Frage „Wer sind wir als Kirche?“ hin zu der – wie ich finde – bedeutenderen Frage „Für wen sind wir da?“ Mit Fragen wie: „Was können wir als Kirche (gemeint sind alle Getauften!) zum Wohle aller beitragen?“ „Wo sind die Gaben, die Gottes belebender Geist uns schenkt?“

Es macht einfach Freude, mit diesem Bischof – in den gerade genannten Fragestellungen beratend, mitwirkend, wohlwollend eingeladen – zu neuen Wegen ermutigt, unterwegs zu sein! Und ich bin gespannt, was Bischof Georg uns am Montag beim „Tag der Priester und Diakone“ an Impulsen mit auf den Weg geben wird.

Das erste Amtsjahr von Bischof Georg macht Lust auf viele weitere Jahre mit ihm als Bischof. Er passt zu Land und Leuten. Er hat die richtige Ansprache, um das Bistum zu führen und die Gläubigen mitzunehmen. Es war wichtig, nach der unruhigen und spaltenden Phase wieder einen Bischof zu bekommen, der nicht gegen die Tradition des Bistums und gegen die Gläubigen arbeitet, sondern die Linie von aufgeschlossenen und glaubhaften Limburger Bischöfen, die sich als gute und gütige Hirten erwiesen haben, fortsetzt. Bischof Georg hat erst einmal zugehört und wartete nicht mit fertigen Konzepten auf, das ist ein großer Pluspunkt. Ich glaube, dass er sich darüber im Klaren war, was es nach der Bischofsweihe zu tun galt. Dabei ist er immer auf die Menschen in seinem Bistum, in den einzelnen Gemeinden, zugegangen. Die wichtigste Aufgabe ist, verloren gegangenes Vertrauen in die Kirche zurückzugewinnen. Bischof Georg gelingt dies überzeugend in persönlichen Gesprächen und in einer bescheidenen Art des Auftretens als Person und Bischof. Versöhnung im Bistum braucht sicherlich Zeit, aber Versöhnung braucht auch den Willen an Aufarbeitung. Da könnte es meines Erachtens etwas mehr Engagement geben.

Die Gründung der neuen Pfarreien ist in den kommenden Jahren eine der wichtigsten Aufgaben. Dabei gilt es Lösungen zu finden, die von einer breiten Basis vertreten und gelebt werden und möglichst wenig enttäuschte Gläubige zurücklassen. Wichtig wird auch sein, die Besetzung der Priesterstellen transparenter zu gestalten. Vor allem die Versetzung von Priestern, die nicht aus Deutschland stammen, was auch eine entsprechende Gewöhnungszeit erfordert, und oft nur wenige Jahre in einer Gemeinde verbringen, überrascht Katholiken immer wieder.

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