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Sanierung der Landesstraßen geht weiter: Einige größere Verkehrsprojekte stehen an: Hier wird 2017 gebaut

Von Baustellen auf der Autobahn können den Verkehrsfluss kräftig drosseln. In Hessen stehen 2017 einige größere Projekte auf dem Programm. Die meisten sollen mehrere Monate dauern.
Symbolbild Foto: dpa Symbolbild
Frankfurt. 

Fast 13 000 Kilometer Autobahn ziehen sich durch Deutschland, rund 1000 Kilometer davon durch Hessen. Sie sind die Verkehrsschlagadern Europas. Statistisch gesehen fahren an einem Tag rund 50 000 Fahrzeuge über jeden beliebigen Streckenabschnitt. Zusammengenommen legen sie dabei 649 Millionen Kilometer zurück. In Hessen mit vielen bedeutenden Verkehrsknotenpunkten werden etliche davon abgespult.

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Hinter den Zahlen stecken aber auch unangenehme Fakten. Die stark beanspruchten Fahrbahnen müssen immer wieder erneuert werden. In diesem Jahr werden deshalb wieder viele Baustellen eingerichtet werden, die meist mit langen Staus für die Autofahrer verbunden sind. Einige der wichtigsten Großprojekte auf hessischen Autobahnen:

  • Das Wiesbadener Kreuz soll erneuert werden. Das Bauwerk aus Spannbeton wurde zusammen mit der Autobahn A 66 im Jahr 1952 errichtet. Die Fahrbahn ist in einem schlechten Zustand und genügt nicht mehr den heutigen Anforderungen des Schwerverkehrs. Sie soll komplett durch einen Neubau ersetzt werden. Vier Jahre Bauzeit sind vorgesehen.

Viel los auf der A 66

  • Auf der A 66 wird außerdem die Salzbachtalbrücke bei Wiesbaden-Biebrich erneuert – Verkehrseinschränkungen gibt es voraussichtlich ab Ende des Jahres bis 2022.
  • Auf der A 66 wird ebenso die Bahnüberführung am Krifteler Dreieck erneuert – Verkehrseinschränkungen bis voraussichtlich Mitte 2019.
  • Auf der A 3 bei Flörsheim-Weilbach wird die Bahnunterführung erneuert – bis voraussichtlich 2019.
  • Auf der A 3 wird die Fahrbahn zwischen Wiesbadener Kreuz und Medenbach erneuert.
  • Auf der A 661 steht der Um- und Ausbau des Kaiserlei-Kreisels an. Im Februar sollen die Arbeiten beginnen und bis 2019 abgeschlossen sein.

Kirchheimer Dreieck

  • In Mittelhessen müssen entlang der A 45 Brücken saniert werden, im Juni die Talbrücke Kalteiche bei Haiger (Lahn-Dill).
  • Der Umbau des Kirchheimer Dreiecks zieht sich fort – damit drohen auch 2017 Staus rund um einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Deutschland. An dem Dreieck stoßen A 7 (Hannover–Würzburg), A 5 und die A 4 von Dresden aufeinander.
  • Im Norden geht es mit den Baustellen auf der A 7 weiter. Zwischen Melsungen und Guxhagen wird in Richtung Kassel auf einer Länge von vier Kilometern die Fahrbahn saniert.
  • Auf der A 44 wird in Richtung Dortmund zwischen Warburg und Diemelstadt auf vier Kilometern die Fahrbahn erneuert.
  • Auf der A 49 wird die Fahrbahn in drei Abschnitten saniert: Zwischen Gudensberg und Fritzlar in Richtung Süden, zwischen Wabern und Borken und zwischen Baunatal-Süd und Edermünde.
  • Schließlich soll im Laufe des Jahres, der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest, am Darmstädter Kreuz, wo sich A 5 und A 67 treffen, die Autobahnbrücke erneuert werden.

Erhaltung statt Neubau

Neben den Autobahnen sind auch zahlreiche Vorhaben für Landesstraßen in Hessen geplant (siehe Liste links). Erhaltung ist besser als Neubau, lautet hier die Devise der Landesregierung. Ein Sanierungsprogramm läuft noch bis 2022, ist aber nach den Worten von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bereits „erfolgreich angelaufen“. Im vergangenen Jahr seien die Arbeiten an 97 Projekten in Angriff genommen worden – fünf mehr als geplant. Für 2017 werde der gesamte Landesstraßenbauetat auf 144 Millionen Euro aufgestockt, nach rund 137 Millionen Euro im vergangenen Jahr, teilte das Ministerium mit.

Von den bisher 97 Projekten des Sanierungsprogramms sind den Angaben zufolge 59 bereits abgeschlossen. 38 befinden sich im Bau und weitere 120 Projekte werden gerade geplant. „Wir sind im letzten Jahr richtig vorangekommen“, sagte Al-Wazir.

2017 soll bei rund 90 neuen Baustellen der erste Spatenstich anstehen. Das ist allerdings zu viel Optimismus für die Opposition. Die FDP-Fraktion im Landtag wirft Al-Wazir vielmehr Rechenspielchen vor. „Herr Al-Wazir ist einfach nur dreist, wenn er behauptet, dass das Land Hessen 2017 mehr Geld in den Landesstraßenbau geben werde als im Vorjahr“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher Jürgen Lenders.

Tatsächlich hätten sich CDU und Grüne schon 2014 darauf verständigt, die Mittel für die Landesstraßen auf dem Niveau von 90 Millionen Euro jährlich einzufrieren.

Die zusätzlichen Millionen stünden für „Ingenieurfremdleistungen“, also die Planung von Bundesstraßen, zur Verfügung. Lenders erneuerte seine Kritik an der Landesregierung, sie habe 2016 unnötigerweise 39 Millionen Euro für den Straßenbau vom Bund nicht abgerufen.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände schloss sich der Kritik an. Auch die SPD-Landtagsfraktion warf der Landesregierung vor, „Aktionismus“ vorzutäuschen. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU forderte Neubauprojekte für einen besseren Verkehrsfluss, eine breitere Vernetzung, eine verringerte Lärmbelastung und zur Beseitigung von Gefahrenschwerpunkten.

Nach Einschätzung des ADAC Hessen-Thüringen können die derzeitigen Bemühungen der Landesregierung nur ein erster Schritt sein gegen den Sanierungsstau bei den Landesstraßen. „Das Programm ist notwendig, aber nicht genug.“

Ein besonderes Augenmerk hat die Landesregierung nach eigener Aussage auf den Erhalt der Brücken gelegt. 2016 seien bei Hessen Mobil speziell für diese Aufgaben ein neues Dezernat und 25 zusätzliche Stellen geschaffen worden.

Zum Thema: A 66 schnell ausbauen

Der geplante Ausbau der Autobahn 66 bei Wiesbaden soll nach dem Willen des Bundesverkehrsministeriums beschleunigt werden, indem die erwarteten Klagen von Naturschützern auf eine Instanz konzentriert werden.

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