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Ausstellung in Mainz: Eiskalte Skulpturen

Von Die Winter im Rhein-Main-Gebiet sind ja eher zahm geworden. Wer Eis und Schnee mag, wird die „Mainzer Eiswelt“ lieben, für die Künstler derzeit Figuren aus Eis und Schnee gestalten. Und die sind theoretisch sogar essbar.
Ein Künstler legt bei seiner „Frau aus Eis“ letzte Hand an.
Mainz. 

Es ist bitterkalt in der Halle am Mainzer Hauptbahnhof, direkt neben dem Alten Postlager. Nach wenigen Metern frieren die Finger ein, nach zehn Minuten gibt der Akku der Kamera auf. Die Künstler sind dick eingepackt, tragen Winterjacken, warme Handschuhen und Mützen. Kein Wunder: Die Halle ist minus acht Grad kalt. Das muss auch so sein, schließlich entsteht hier auf 900 Quadratmetern entsteht ein wahres „Winter Wonderland“ und eine der größten Eisskulpturen-Ausstellungen weltweit.

„Jeder liebt es“, sagt Ferenc Monistori. Der Ungar schwingt gerade die Kettensäge an einem 1,5 Tonnen-Eisblock. Ein Nussknacker soll es werden, den großen Santa Claus nebenan hat er schon fertig. Ferenc ist Bildhauer, Eisskulpturen schnitzt er seit 2006.

19 Künstler aus aller Welt arbeiten hier, die meisten sind gelernte Künstler, viele Weltmeister im „Ice Carven“. „Eis ist ein faszinierendes Material“, sagt der künstlerische Leiter Martin de Zoete. Eis sei eben gefrorenes Wasser. Es mit Werkzeugen wie Kettensägen zu bearbeiten, „das macht Spaß“, sagt er und ergänzt: „In kurzer Zeit können ganze Städte entstehen“ Viele Künstler begännen mit Sandskulpturen, so wie er selbst, erzählt de Zoete. Eine ganze Künstlerszene gibt es rund um die Materialien Sand und Eis, viele reisten um die ganze Welt zu Festivals und Wettbewerben.

Die Schau in Mainz stellt die Skulptura Projects GmbH zusammen, das Unternehmen mit Sitz auf Rügen erstellt weltweit Skulpturen-Ausstellungen aus Sand und Eis und organisiert die Sandskulpturen Festivals auf Rügen und Usedom. Das Mainzer Team arbeite seit Jahren zusammen, erzählt de Zoete, sogar ein gemeinsames Atelier gibt es für Aufträge.

Echtes Speiseeis

In der Mainzer Halle herrscht trotz der Kälte geschäftiges Treiben, überall liegen noch unverarbeitete Eisblöcke. Eine große Eiswand verwandelt sich gerade in ein Adventsdorf, als Bindemittel dient ganz klassisch Wasser – aus Spritzpistolen. Den Schnee haben sie hier mit Schneekanonen selbst produziert, rund 200 Tonnen werden benötigt. Noch einmal 200 Tonnen werden als Eisblöcke angeliefert, aus Lettland, Belgien und Frankreich.

„Es kommt von den gleichen Herstellern, die auch Eiswürfel produzieren, das ist echtes Speiseeis“, sagt Oliver Hartmann von Skulptura Projects, „sie können sich damit einen Caipirinha machen.“ Das aber wäre wahrlich schade: Die filigranen Eisfiguren werden mit größter Hingabe und Detailfülle geschnitzt. Der Weihnachtsengel hat ein unglaublich ausdrucksstarkes Gesicht, der Mantel des gruseligen Weihnachtsgeistes à la Harry Potter wirft feinste Falten. „Die Besucher staunen immer wieder, was sich aus Eis schaffen lässt“, sagt Hartmann.

Einige Monate Planungszeit gehen der Eiswelt voraus, die Figuren selbst werden binnen zweier Wochen geschnitzt. Ein komplettes Lebkuchenhaus zum Durchlaufen wird es geben, einen sechs Meter hohen Stern von Bethlehem, die größte Figur. Ganz hinten an der Wand entstehen gerade Mainzelmännchen aus Meter hohen Kugeln aus Schnee und Eis.

In Richtung Ausgang dann wird es närrisch: Ein Bajazz hebt seine Laterne. Auf einer riesigen Bank aus Eis kann man sich neben einem Till fotografieren lassen. Der Übergang in die Fastnachtszeit wurde eigens für die Mainzer Schau konzipiert, erzählt Hartmann, schließlich ist die Ausstellung in Mainz bis zum 15. Januar zu sehen. Zur Besichtigung ist unbedingt warme Kleidung und festes Schuhwerk empfohlen. Die Organisatoren rechnen mit etwa 100 000 Besuchern.

Die Ausstellung eröffnet am Samstag, 26. November. Die Öffnungszeiten: Sonntag bis Mittwoch 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis Samstag 10 bis 22 Uhr. Die Ticket s kosten für Erwachsene 12,50 Euro (ermäßigt 11,50). Kinder zahlen 8,50 Euro. Weitere Information auf: www.eiswelt-mainz.de

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