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Es verbrennt nur reines Holz

Von Mehrere zehntausend Euro Schaden sind durch den Brand von 200 Tonnen Holzschnitzel in einer Kompostierungsanlage in Kelkheim entstanden. Ein heißgelaufener Schredder hat den Brand verursacht. Die Feuerwehr lässt das Holz kontrolliert abbrennen, es kommt zu starker Rauchentwicklung, Gift wird dabei aber nicht freigesetzt.
Kelkheim. 

Der Rauchwolke, mal fast weiß, mal dunkelgrau, ist gewaltig und wird wohl auch noch zwei Tage lang an der B 519 am Stadtrand von Kelkheim zu sehen sein. Der Abfallentsorger Kilb hat dort auf einem 1,8 Hektar großen Gelände Holz für die Biogasanlage in Wicker gelagert. Einer der Haufen ist gestern Nachmittag in Brand geraten. "Irgendwo an einem Holzstück war ein Blech, das so lange an einer Stelle im Schredder gescheuert hat, bis dieser heißgelaufen ist. Die Funken aus dem Schredder sind dann in einen der Holzschnitzelhaufen geflogen", beschreibt Hans-Jürgen Kilb, wie der Brand ausgebrochen ist.

Mit Erde ersticken

Das Team im Holzdepot habe zwar sofort versucht, Erde, die extra für solche Fälle bereitgehalten wird, auf den Brandherd am Fuße des Holzberges zu schaufeln, um die Flammen zu ersticken. Aber sie hatten wenig Erfolg. "Man konnte zusehen, wie die Flammen an dem Haufen hochgelaufen sind, da wo das Holz trocken ist und Luft drankommt", beschreibt Kilb, warum er um 15.17 Uhr die Feuerwehr alarmiert hat. Mit eigenen Mitteln war da nichts mehr zu machen.

Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. 70 Leute der Wehren aus allen Kelkheimer Stadtteilen, aus Liederbach, Bad Soden und Hofheim waren an Ort und Stelle. Ihre Schwalbacher Kollegen übernahmen derweil die "Stallwache" für die ausgerückten Wehren. Die Feuerwehr am Brandort arbeitete mit zwei B-Rohren und vier Wasserwerfern, danach auch mit Schaumkononen, aber die konnte auch nur die oberflächlichen Flammen ersticken. Problematisch ist an der Stelle vor allem, dass das Wasser über eine weite Strecke herbeigeschafft werden muss. "Die nächste Quelle für größere Wassermengen ist 800 Meter entfernt im Industriegebiet", erklärte Feuerwehrsprecher Stephan Armagni.

Dort wird sich die Feuerwehr die nächsten Tage noch bedienen müssen, denn das Feuer, so erklärt Hans-Jürgen Kilb aus Erfahrung, fresse sich in den Berg hinein. Zwei Tage, rechnen Kilb und die Feuerwehr, werden die Arbeiten sicher noch dauern. Der Holzberg muss mit Radladern und Baggern in kleine Hügel auseinandergezogen werden, die dann einzeln mit Erde und Wasser gelöscht werden. 200 Tonnen, fast der Tagesbedarf der Biogasanlage in Wicker, würden zurzeit verkokeln. Giftig, betont Kilb, sei der Qualm nicht. Was da brenne, sei Holz, das in jedem Haushaltskamin verbrannt werden dürfe. Die Feuerwehr hatte Anliegern vorsorglich geraten, die Fenster zu schließen und sicherheitshalber einen Gas-Spürtrupp auf die Suche nach Gift losgeschickt. Kilb, erklärter Anhänger erneuerbarer Energien, sagt: "Unproblematisch ist keine Energieart, so ein Brand kann immer passieren." Auch in Wicker hat es schon mehrfach gebrannt. Im Vergleich zu einem Unfall in Biblis ist das aber nur ein Lagerfeuer.

Polizei und Feuerwehr regelten den Verkehr auf der B 519 am Brandherd, es kam zu kurzen Staus.

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