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Prozess: Ex-Polizeianwärter wegen tödlicher Messerattacke vor Gericht

Nach dem tödlichen Streit in der Wiesbadener City kamen immer mehr Defizite beim Eignungsverfahren bei der hessischen Polizei ans Licht. Mit zwei weiteren Männern steht nun ein ehemaliger Anwärter vor Gericht.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.
Wiesbaden. 

Die Festnahme eines Polizeianwärters nach einer tödlichen Messerattacke in der Wiesbadener Innenstadt schlug im Sommer vergangenen Jahres hohe Wellen. Nachdem im Zuge der Ermittlungen herauskam, dass der 23-Jährige zuvor bereits wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzungsdelikten im polizeilichen Auskunftssystem Polas registriert war, zog Innenminister Peter Beuth (CDU) die Reißleine und reformierte das Einstellungsverfahren für Polizisten. Am kommenden Montag (22. Januar) muss sich der junge Mann mit zwei weiteren Angeklagten wegen der Tat vor dem Wiesbadener Landgericht verantworten.

Bei der Messerattacke war ein 19-Jähriger ums Leben gekommen. Dem mutmaßlichen 25 Jahre alten Messerstecher wird laut Staatsanwaltschaft Totschlag und den anderen beiden Männern gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Weder der 25-jährige damalige Student aus dem Rheingau-Taunus-Kreis noch der frühere Polizeianwärter hätten sich bislang zu den Vorwürfen geäußert, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Der dritte ebenfalls 23 Jahre alte Angeklagte habe ausgesagt, er sei von dem späteren Opfer angepöbelt worden. Daraufhin habe er die beiden anderen Männer zur Hilfe gerufen. Im sei bewusst gewesen, dass einer seiner Bekannten ein Messer dabei hatte, habe der Mann weiter ausgesagt. Von der tödlichen Attacke wolle er aber nichts mitbekommen haben, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Nach der Reform der Einstellungsverfahren rückt unter anderem die Prüfung der charakterlichen Eignung der Bewerber stärker in den Fokus. Neben Abfragen des Bundeszentralregisters zu möglichen Vorstrafen der Polizeianwärter soll nun auch das Nachrichtdienstliche Informationssystem (Nadis) angezapft werden können. (dpa)

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