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Exil-Autoren: Europa darf Türkei nicht isolieren

Der türkische Journalist Can Dündar spricht. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv Der türkische Journalist Can Dündar spricht.
Frankfurt/Main. 

Der im Berliner Exil lebende türkische Journalist Can Dündar hat Deutschland und die Europäische Union davor gewarnt, die Türkei zu isolieren. Stattdessen müsse sich die EU weiter öffnen, um den Widerstand gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu stärken, sagte Dündar am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse.

Dündar, Ex-Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet”, ist wegen Geheimnisverrats in der Türkei zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden. In der Türkei sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen derzeit rund 180 Autoren und Journalisten inhaftiert.

„Traut nicht Erdogan, traut aber uns”, sagte der in Istanbul lebende Journalist Burhan Sönmez, der auch einen britischen Pass hat. Er lehnte ebenfalls einen Boykott ab. In Deutschland und anderen EU-Staaten müsse über die Öffentlichkeit mehr Druck auf die Regierungen ausgeübt werden, die weiterhin etwa mit dem Waffenexport gute Geschäfte mit Erdogan machten.

Die mehrere Monate inhaftierte Autorin Asli Erdogan machte auch die türkische Gesellschaft selbst für die jetzige Situation verantwortlich. Jahrelang habe man etwa das Schicksal der Kurden ignoriert. „Erdogan ist ein Spiegel der türkischen Gesellschaft”, sagt sie. Für die nahe Zukunft zeigte sie sich wenig optimistisch. Die Solidarität mit den Inhaftierten dürfe nicht nachlassen.

Dündar verwies dagegen darauf, dass der Rückhalt Erdogans in der Türkei bröckele. Dies zeigten jüngste Umfragen. Die großen Städte wie Istanbul und Ankara habe er bereits im Referendum im vergangenen Jahr verloren.

(dpa)
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